Kill Capitalism – Frankfurter Opernball 2007

Wie in den Vorjahren gab es auch dieses Jahr Proteste gegen den „Deutschen Opernball“ in Frankfurt/Main. Roland Koch, Helmut Kohl und andere beliebte Promis gaben sich in der hermetisch abgeriegelten Frankfurter Oper ein stelldichein um den kapitalistischen Normalzustand zu abzufeiern. Bis zu 1000 Menschen beteiligen sich an der zentralen Protestdemo unter dem Motto „her mit dem schönen Leben“, zu dem ein breites Spektrum von Studierenden bis zur Autonomen Antifa aufgerufen hatte. Im Anschluss an die Demonstration kam es zu kleineren Ausschreitungen.“Antifaschistisch Reisen“ mobilisierte mit Unterstützung der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin [ARAB] nach Frankfurt und organisierte in Berlin eine Mobilisierungsveranstaltung mit Vertretern des Frankfurter ASTA und eine Party.

Indymedia-Bericht

Youtube-Video

Aufruf der antifaschistischen revolutionären aktion berlin [arab] für die Proteste gegen den Opernball in Frankfurt am Main:

Luxus für alle! – Kapitalismus abschaffen!

Am 24.02.2007 wird sich die deutsche Elite aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft unter der Schirmherrschaft von Helmut Kohl in Frankfurt am Main treffen um den deutschen Opernball 2007 zu zelebrieren. An diesem Tag wird es neben einem roten Teppich, blitzenden Fotoapparaten und viel Blaulicht auch noch eine breite Protest- demonstration für eine gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums geben.

Halt`s Maul Standort Deutschland

Als Bundespräsident Horst Köhler während seiner Weihnachtsansprach im Jahre 2006 meinte: „Deutschland- das sind wir alle!“ wurde die deutsche Volks und Schicksalsgemeinschaft mal wieder beschworen, um im internationalen Wettbewerb der Nationalökonomien bestehen zu können. Vor dem individuellen Wohlergehen jedes einzelnen kommt die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen, nationalen Wirtschaft.
Menschen in prekären Lebenssituationen sollen ihre eigenen Ansprüche auf Wohlstand so gering wie möglich halten, schließlich muß der Staat/die Wirtschaft/die Gesellschaft im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben. Die Konsequenz daraus ist, dass die Menschen zu den niedrigsten Löhnen arbeiten gehen müssen. Währenddessen geht es der deutschen Wirtschaft so gut wie lange nicht mehr. Die Wirtschaft boomt,die Arbeitslosenzahlen sinken, die Beschäftigungsquote steigt und die Unternehmen erzielen Rekordgewinne.

Der gesellschaftlich erwirtschaftete Wohlstand kommt aber keinesfalls der Mehrheit zugute. Ca 10 Millionen Menschen sind laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland von Armut bedroht. Da es bei den immer größer werdenden sozialen Unterschieden langfristig auch zu innergesellschaftlichen Konflikten kommt, ist es kein Wunder, das selbst diverse Akteure aus Politik und Wirtschaft dieses Konfliktpotenzial erkennen und sich in vermeindlicher Kapitalismuskritik üben, indem sie der Wirtschaft beispielsweise mangelnde Mitwirkung an einer „sozialen Marktwirtschaft“ vorwerfen.
Das Problem ist freilich ein anderes. Kapitalismus kann nie sozial sein. Das Hauptziel ist die Gewinnmaximierung, welche nicht durch verschiedene sozialen Komponenten verzweigt bzw. abgeschwächt werden kann. Eine gerechte Verteilung des gesamtgesellschaftlichen Wohlstandes kann daher nur antikapitalistisch sein. Dies kann für die radikale Linke nur bedeuten eine revolutionäre Perspektive zu erschaffen bzw. wiederzuentdecken, damit ein emazipatorischer Wandel möglich wird.

Von Frankfurt über Berlin nach Heiligendamm

Nachdem das Jahr 2006 von fahnenschwenkenden, patriotischen Deutschen im Zuge der Fußballweltmeisterschaft gekennzeichnet war, wird das Jahr 2007 aller Voraussicht nach ein Jahr der politischen und sozialen Kämpfe weltweit werden. Neben den G8 Gipfel in Heiligendamm, dem ersten Mai sowie den Opernballprotesten in Frankfurt am Main, wird es viele lokale Bündnisse und Aktionen gebe, die sich für eine Welt jenseits kapitalistischer Verwertungslogik einsetzen. Diese Bündnisse gilt es für die radikale Linke zu unterstützen bzw. dort zu intervenieren, wo es, in welcher Form auch immer, notwendig wird. Der Anfang für das Jahr 2007 wird aller Voraussicht nach in Frankfurt am Main gemacht werden.

Nachdem es im vorigen Jahr schon in Frankfurt am Main zu breiten StudentInnenprotesten kam, die die lokale Politik massiv unter Druck setzten, ist es wichtig die verschiedenen sozialen Kämpfe zusammenzuführen, um den elitären Denkstrukturen und Entscheidungsprozessen die Legitimität zu entziehen. Daher ist es wichtig, sich den Protesten für eine gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Wohlstandes am 24.02.2007 in Frankfurt am Main zu beteiligen.

Dem Deutschen Opernball einheizen!
Demo: 24.2.2007 / 15 Uhr / Hauptbahnhof Frankfurt

Antifaschistisch Reisen, [arab] (Januar 2007)