Demo für Dennis und alle anderen Opfer von Polizeigewalt

Gegen den Schützen wurde zwar Haftbefehl erlassen, er ist aber gegen Auflagen frei.
Justiz und Polizei versuchen die Aufklärung der Tat zu verhindern. Die öffentliche Wahrnehmung zum Tod von Dennis verschob sich relativ schnell. War in ersten Presseberichten noch eine gewisse Genugtuung darüber zu verspüren, das endlich mal einer von diesen Neuköllner Intensivtätern nach einem Angriff auf Polizeibeamte zur Strecke gebracht wurde, so wurde schnell klar das Dennis am Sylvestertag weder einen Beamten angegriffen hatte noch fliehen wollte.


Er wurde regelrecht hingerichtet während er im Auto auf eine Freundin wartete. Die Polizeiversion wurde immer widersprüchlicher und unglaubwürdiger und die Medien waren nicht mehr vorbehaltlos für die Staatsräson. Zu diesem Zeitpunkt ging die Justiz taktisch in die Offensive, mit der Festnahme des Schützen und einer Pressekonferenz auf der die brandenburgische Staatsanwältin die Berliner Polizei kritisierte, sollte der Eindruck geschaffen werden, das Polizisten nicht straflos morden können.

Der Beamte, der Dennis hinrichtete ist frei; seine Kollegen, die die Aussage verweigern (ein normaler Bürger wäre in Beugehaft gelandet) streifen weiter bewaffnet durch die Strassen.
Sieben Monate nach den Schüssen stellt sich die Frage was die Justiz unternommen hat um diesen Mord aufzuklären und wie der Innensenator solche Vorfälle in Zukunft vermeiden will.

Vermutlich wird es bald einen Bescheid geben, das das Verfahren mangels Beweisen eingestellt wird, oder bestenfalls eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Das die Justiz immer auf der Seite der Polizei ist, beweist nicht nur der Fall Kurras. In Deutschland gibt es das ungeschriebene Gesetz, das ein Polizist kein Mörder sein kann.
Vor wenigen Tagen wurde in Berlin erneut ein Mensch von der Polizei erschossen. Die amtliche (und nicht sehr glaubwürdige Version) spricht wie immer von Notwehr. Und es waren wieder Beamte vom Abschnitt 25, die geschossen haben.

Um zu zeigen das wir nichts und niemanden vergessen, um Aufklärung über den Tod von Dennis zu forden, um unsere Wut und Trauer zu zeigen und um klarzustellen das wir in der ständigen Präsenz bewaffneter Einheiten in unseren Strassen keine „Sicherheit“ sehen, gibt es eine Demonstration,am Samstag 11.Juli um 20.00

Start: Friedhof am Herrmannplatz, Karl Marx Str.4
über Kottbusser Damm bis Kottbusser Tor