Heraus zum revolutionären 1.Mai 2009!

Die Krise spitzt sich zu, jeden Tag werden in den Medien neue Verlustmeldungen verbreitet. Banken werden „gerettet“ und manche Firmen erhalten großzügige Zahlungen vom Staat. Weltweit steigt die Zahl der Militäreinsätze. Es herrscht Krieg – Krieg nach Außen und Innen. Deshalb: 1. Mai 2009 auf die Straße gegen Kapital und Krieg! Für uns, für mich – für den Kommunismus! [www.erstermai.nostate.net]
Erst Nazi-Aufmarsch verhindern (10 Uhr, S-Köpenick). Dann zur Revolutionären 1. Mai-Demonstration (mit Bands und Klamauk)

1. Mai in Berlin: 18.00 Uhr | Kottbusser Tor | Kreuzberg

Aufruf von ALB&ARAB:

Heraus zum revolutionären 1. Mai!
Gegen Krise, Krieg und Kapitalismus!

Burn Capitalism, burn!

Wenn wir den Zustand des Kapitalismus im Frühjahr 2009 unter die Lupe nehmen, so kann man behaupten, dass es auf den ersten Blick einiges Neues gibt – die „Krise der Krisen“ soll über uns eingebrochen sein, welche gerade in Berliner Stadtteilen wie Kreuzberg zu schärferen Bedingungen des Lebens und Überlebens führt: im letzen Jahrzehnt gab es eine durchschnittliche Mietsteigerung um 120 Prozent; BewohnerInnen mit wenig Geld sind zunehmend gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Immer mehr Menschen können sich nur noch mit Betteln, dem Durchforsten von Mülleimern nach Essbarem oder Flaschensammeln über Wasser halten. Ein Besuch beim Arzt wird durch steigende Mitbeteiligung an Behandlung oder Medikamenten für viele unbezahlbar. In Berlin sind mittlerweile tausende Kinder unterernährt. Ihre Eltern können sich ausreichend Nahrung nicht mehr leisten. Hartz IV bedeutet Mangel- und Unterernährung, eingepferchten Wohnraum und einen Ausschluss von sozialem und kulturellem Leben; es bedeutet, zu unwürdigem Leben gezwungen zu sein. Aber sind die Ursachen für diese Bedingungen auch so neu wie ihre Erscheinung?

Krise zeigt: Kapitalismus war, ist und wird krisenhaft sein

Um zu verstehen, was gerade passiert, ist es notwendig, sich zwei Dinge klarzumachen: im Kapitalismus ist die Krise ein integraler Bestandteil des Systems. Im Kapitalismus geht es nicht um eine gerechte Verteilung des gesellschaftlichen Wohlstandes, noch weniger um Vollbeschäftigung für alle und am allerwenigsten um die soziale Absicherung der Leute, die in diesem Land leben. Es geht einzig und allein um den Profit, um seine Anhäufung und unendliche Steigerung.

In den 1970er Jahren begann eine Krise der bisherigen Profitschaffung. Letztlich gelingt die Schaffung von Profit nur über die Ausbeutung der Arbeitskraft und nicht über die Überschwemmung der vorhandenen Konsummärkte mit noch mehr Waren, die an den eigentlichen Bedürfnissen der Menschen zumeist vorbei gehen. Durch die maßlose Überproduktion waren die Märkte gesättigt, die Profitraten sanken und das Kapital war gezwungen, sich neue Märkte zu erschließen. In einer solchen Situation kommt es zur unsinnigen Vernichtung von Waren: prominentestes Beispiel stellt die Abwrackprämie dar, mit der hunderttausende fahrtüchtige Wagen zerstört werden, um der krankenden Automobilindustrie zu neuen Profiten zu verhelfen.

Die radikalste Lösung zur Warenvernichtung und dem Platzmachen für neue Märkte ist der Krieg – ein kurzer Blick in den Irak genügt, um zu zeigen, wie sehr US-amerikanische Firmen die ökonomische Kontrolle über das Land gewonnen haben. Der Zwang, immer auf der Suche nach neuen Absatzmöglichkeiten zu sein, wohnt dem Kapitalismus inne. Märkte werden erschlossen, ausgebeutet und durch Übersättigung, Krieg oder Umweltkatastrophen wieder abgestoßen – ein Kreislauf, der fatalerweise davon ausgeht, dass die Wachstumsmöglichkeiten auf dieser Welt unbegrenzt sind. Man braucht nicht nur auf die verschwindenden Ressourcen dieser Erde zu sehen, um zu verstehen, wie dumm diese Annahme ist; der ökologische Zustand zeigt genauso auf, wie zerstörerisch der ungebremste Fortschritt des Wachstumsprinzips ist.

So gibt es von Seiten des Kapitals jedes Mal neue Strategien, den Zyklus des schwindenden Profits aufzubrechen – die letzte nannte sich Neoliberalismus. Dieser trat mit dem Glauben an, dass die sogenannten freien Märkte, auf den kaum staatliche Regulierung stattfindet, das beste Mittel seien, um den gesellschaftlichen Reichtum und die vorhandenen Ressourcen zu verteilen. Globalisierung, Privatisierung und das Aufblasen der Finanzmärkte galten als Zauberformeln, mit denen der Produktionskrise begegnet werden sollten.

Krise macht deutlich: Realität ist nicht Ideologie

Was jedoch in der Realität passierte ist folgendes: In den letzten Jahren sind die Reallöhne gesunken, und die wohlfahrtstaatlichen Leistungen sind eingeschränkt oder völlig zurückgedrängt worden. Unsicherheit und Angst haben sich breitgemacht, der Konkurrenzdruck bei der Arbeitssuche und in fast allen Bereichen des täglichen Lebens ist gestiegen. Hartz IV wurde als Armutsverwaltung und staatlicher Raubzug eingeführt: die betroffenen Menschen wurden vom Staat nicht nur ihres Privatvermögens enteignet, sondern zahlen doppelt, da auf ihren Rücken die momentanen Staatskosten, also die Rettung der Bankenwelt, durch sinkenden Sozialausgaben ausgeglichen werden. Als „Gegenleistung“ konnte man günstige Kredite erwerben, die durch niedrige Zinssätze und deregulierte Finanzmärkte ermöglicht wurden. Erschwingliche private Kranken- und Altersversicherungen wurden eingeführt und vor allem in den USA und England wurde das Konsumverhalten gesichert, indem sich immer mehr private Haushalte verschuldeten. Diese Verschuldungsblase ist nun am Platzen – das Ende ist offen…

Dies ist das Zweite, was man begreifen sollte, wenn man sich den heutigen Zustand des Kapitalismus anschaut: Die Krise, von der überall gesprochen wird, ist eine Krise des Neoliberalismus als aktuellem Organisationsmodell des Kapitalismus. Krisen, Arbeitslosigkeit, Verarmung und die Vernichtung von Lebenschancen gehören untrennbar zum Kapitalismus. Durch diese Prozesse entwickelt sich der Kapitalismus historisch weiter und bringt neue Formen der Ausbeutung und Profitproduktion hervor. Bei der Krise handelt es sich also nicht um eine Funktionsstörung des Kapitalismus, sondern um einen Bestandteil seines ganz normalen Funktionierens. Die heutige Krise ist die Antwort auf die verstärkten Schwierigkeiten des Kapitals, in globalisierten und übersättigten Märkten noch überproportionale Profite zu akkumulieren und diese Gewinnspannen auf Kosten der Lohnabhängigen zu realisieren. Wir haben die negativen Folgen dieser Entwicklung auszutragen – stagnierende Löhne, prekäre Arbeitsverhältnisse, steigende Preise der Lebensunterhaltskosten bei schrumpfenden Sozialleistungen.

Krise bedeutet: Krieg nach Außen

Wir im reichen Norden der Erdhalbkugel schauen also einer Realität entgegen, die die BewohnerInnen der Südhalbkugel immer schon kennen. Wobei die Unterschiede nach wie vor gravierend sind und bestehen bleiben werden. Bei uns kommt die Krise als eine Verschärfung unserer Lebensumstände an, in der sog. 3. Welt schafft sie immer barbarischere Zustände. Dies wurde lange vorbereitet.

Die destruktive Natur des „Strukturanpassungsprogramms“ von IWF und Weltbank in den 1980er Jahren zeigt sich heute deutlich: strukturschwache Länder wurden zwangsweise an den Weltmarkt angeschlossen, um sich neue Märkte zur Ausplünderung der nun angekoppelten Nationalökonomien zu sichern. Und die Länder, die sowieso schon aus dem Kreislauf der Verwertung heraus gefallen sind, werden zuerst und am härtesten von der Krise getroffen. Hier sind Krieg, Vertreibung, Hunger und Elend Alltag für die Bevölkerungen. Viele dieser Menschen überleben lediglich, weil sie Verwandte haben, die in den reichen Ländern als MigrantInnen arbeiten und mit den Geldsendungen nach Hause ihre Familien unterstützen. Doch sind insbesondere illegale MigrantInnen im Norden zugleich diejenigen, die hier als Erste vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden, mit fatalen Konsequenzen für das Bruttosozialprodukt der Heimatländer. Die Strategien des reichen Nordens haben sich dahin entwickelt, die Flüchtlinsströme aus diesen Ländern zu kontrollieren, dass sie vielleicht in Nachbarländer gelangen können, aber nicht ihren Weg in die reichen Metropolen finden. Auch hier geht es um die Verwaltung des Elends und der Armut.

Die momentane Umstrukturierung der NATO, aber auch die der Bundeswehr zeigen auf, wo es in baldiger Zukunft langgehen soll: Das Ausbeutungsverhältnis zwischen den Metropolen und den rohstoffreichen armen Ländern wird in den nächsten Jahren durch noch mehr militärische Gewalt bestimmt werden. Denn die Länder, die reich an Bodenschätzen und Ressourcen wie Öl und Gas sind, bleiben als Ausbeutungsobjekte im Focus der Industrienationen. Die Option Krieg wird aber auch eine Reaktion auf die Folgen des Klimawandels sein, Kriege um die Ressource Wasser sind nicht mehr weit. Es gibt in dieser Weltordnung keinen Friedenszustand, der ohne Krieg an anderer Stelle auskommt.

Krise heißt: Militarisierung nach Innen

Im Inneren wird die Krise den Repressionsapparat verschärfen. Denn die verstärkte Militarisierung der Außenpolitik und die weitere Umverteilung „von unten nach oben“ funktionieren nicht ohne eine Militarisierung nach Innen. Flächendeckende Video- und Internetüberwachung, großer Lauschangriff, genetischer Fingerabdruck oder Bundeswehreinsatz im Inland – die Trennung von Militär, Polizei und Geheimdienst wird aufgelöst. So findet eine Ausdehnung des Militärischen in alle gesellschaftlichen Bereiche statt: Kriege werden privatisiert, zivile Konzerne und Firmen ziehen ihren unmittelbaren Profit aus Kriegszuständen. Das betrifft unter anderem Logistik, Transport, Sanitäts- und Bewachungsdienste. Ein enormer ökonomisch-militärischer Komplex ist am Entstehen. Das perfide daran ist, dass die Ordnung des Krieges in unseren Alltag hineinrutscht, ohne als solche direkt erkannt zu werden, wie beispielsweise die bekannte Dienstleistungsfirma DHL, die sich in vielen Kriegsschauplätzen der Welt als Zulieferer eine goldene Nase verdient und im befriedeten Norden eben „nur“ Päckchen austrägt.

Doch zeichnet sich die Logik von Überwachung und Bestrafung auch in anderen Bereichen ab: die flächendeckende Bespitzelung von MitarbeiterInnen findet sicherlich nicht nur bei der Deutschen Bahn oder bei Lidl statt. Diese „effektiven“ Maßnahmen dienen allein der Kontrolle der Belegschaften und der Wahrung von Konzerninteressen.

Krise macht Fragen: gibt es viele Optionen?

Aufgrund der aktuellen Krise ist ein weiterer globaler Verarmungsschub zu erwarten. Erneut werden Millionen von Menschen sozial abstürzen. Wie werden sie reagieren? Es gibt sehr unterschiedliche Optionen der Reaktion, sobald man nicht mehr viel zum verlieren hat: Man kann revoltieren, um sich das Existenzrecht zu sichern und eine egalitäre Gesellschaft zu erkämpfen; man kann aber auch den Weg der politischen Regression wählen und sich den Lügen unserer PolitikerInnen hingeben, die sich zurzeit mal wieder überschlagen in Standort-Nationalismus und der Rhetorik vom Gürtel, der enger geschnallt werden muss. Die Lügen, die uns erzählen, dass sie diesmal den Karren wirklich aus dem Dreck ziehen werden. Nur wird man dann feststellen, dass unser Parteiensystem darauf ausgelegt ist, eine eindeutige Interessensvertretung von Kapital und Banken zu betreiben und dass jede noch so fortschrittliche Partei innerhalb kürzester Zeit sich an die Logik dieses System angepasst haben wird.

Die schlimmste Option ist es, wenn man die Erlösung von Angst und Frustration in den rassistischen und antisemitischen Parolen von Führerfiguren und Nationalismus wählt. Wo das vermeintliche Übel in denen gesucht wird, die noch ausgegrenzter sind als man selbst, die noch fremder, noch ärmer sind. Die Ideen der Nazis sind keine Lösung, im Gegenteil, sie bedeuten eine Radikalisierung der jetzt schon menschenverachtenden Zustände: sie treten ein für eine Welt, in der das Recht des Stärkeren gilt, in der dumpfe Brutalität herrscht gegen alles, was „anders“ erscheint.

Krise sagt uns: The only solution is revolution!

Wir aber sagen: es gibt keine Alternative innerhalb dieses Systems. Es ist notwendig, gemeinsam und solidarisch miteinander für eine andere, eine bessere Welt zu kämpfen! Wir sagen auch, dass diese Erde genügend Ressourcen hat, alle Menschen zu ernähren, dass es möglich wäre, für alle eine Infrastruktur zum Leben zu schaffen. Wir sagen, dass es denkbar ist, dass Leute sich nicht 8 bis 15 Stunden am Tag kaputt schuften müssen, sondern bei einer ausgeglichenen Verteilung von Arbeit, die nicht auf die Profitmaximierung, sondern auf die Produktion von lebenswichtigen Gütern ausgerichtet wäre, genug Freizeit für ein soziales und kulturelles Miteinander vorhanden wäre. Wir sagen, dass es möglich ist, Technik und Wissenschaft entlang der Bedürfnisse der Menschen und der ökologischen Rücksicht zu entwickeln. Wir sagen: eine andere Welt ist möglich – kämpfen wir darum!

Geschichte wurde immer schon gemacht, sie bricht nicht als Naturereignis. Es hängt also von uns ab, wenn die Verhältnisse sich ändern sollen: In Frankreich gehen im März 2009 eine Millionen Menschen auf die Straße, der Generalstreik ist ausgerufen und Streikende setzen die Manager ihrer Betriebe fest, um Zugeständnisse bei ihren Forderungen zu erzwingen. In Griechenland protestieren Hunderttausende gegen Miseren in der Sozial- und Bildungspolitik, in London formiert sich massenhafter Widerstand gegen die G20, in Berlin und Frankfurt gehen Zehntausende auf die Straße, um dagegen zu demonstrieren, dass die Auswirkungen der Krise auf den Schultern der sozial Schwachen ausgetragen werden. Anfang April kam der europäische Widerstand in Straßburg und Baden-Baden gegen den NATO-Gipfel zusammen und wir hoffen, dass dieser heiße Frühling sich am 1. Mai fortsetzen wird – die Gründe, auf die Straße zu gehen, werden nicht weniger, sondern mehr.

Wir freuen uns darauf, euch am 1.Mai begrüßen zu können…

Gegen Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung!
Gegen Nazis und Kapital, für eine solidarische Welt ohne arm und reich!
Burn Capitalism, burn!

Antifaschistische Linke Berlin [ALB] // Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin [ARAB]

Jugendaufruf zum 1.Mai:

Change! – Kapitalismus war als Kind schon scheiße!

„Ich bin frei zu wählen…“

Zu früh aufgestanden, schon wieder beim Schwarzfahren erwischt, Stress mit Bullen oder Ladendetektiven gehabt, beim Sprühen festgenommen… Die bürgerliche Gesellschaft bietet uns nur die Freiheit, die sie selbst festlegt und für richtig hält. Bullen kontrollieren Straßen und Parks, Ladendetektive füllen die Kaufhäuser und vom Staat hörst du nur über Gerichtsvorladungen und Aufforderungen einen 1-Euro-Job anzutreten. Es heißt, wir hätten die freie Wahl. In Wirklichkeit ist es bloß die Wahl zwischen LIDL und ALDI, zwischen Arbeit oder HartzIV, Schule oder Ausbildung, dich an die Regeln halten oder Knast. Wir haben keinen Bock mehr darauf, wir wollen unser Leben zurück!

„…Fuffies oder Steine zu schmeißen“

Es kriselt in der Weltwirtschaft, Unternehmen gehen Pleite und der Staat versucht zu retten, was zu retten ist. Daran wollen wir uns nicht beteiligen! Krisen sind fester Bestandteil des Kapitalismus, die schwachen Teilnehmer_innen des Wettbewerbs werden ausgesiebt und der übrige Teil geht gestärkt ins wieder voll aufblühende Hauen und Stechen der Konkurrenz.

Wir haben keine Lust den Kapitalismus gesund oder gerecht zu reformieren, das ist verschwendete Zeit. Kapitalismus war als Kind schon scheiße, ist und wird immer scheiße sein! Kapitalismus basiert auf Ausbeutungsverhältnissen, bei denen wenige gewinnen und die Masse verliert. Diese Logik möchten wir überwinden. Wir möchten die ideelle Basis kapitalistischer Produktion sprengen, wir wollen ein Leben jenseits kapitalistischer Verwertungslogik…

Frühsport in Köpenick

Am Morgen des 1. Mai organisiert die NPD ein Volksfest vor der Parteizentrale in Köpenick. Schon seit Jahren haben die Neonazis das Thema “1. Mai” für sich entdeckt. In ihren Augen ist der 1. Mai der Tag der deutschen Arbeit. Mit Bier und Bratwurst stehen sie für ihre rassistische und nationalistische Ideologie ein. Wir rufen dazu auf dieses zu verhindern. Weitere Informationen findet ihr unter: www.1-mai-nazifrei.tk

Wir überlassen den 1. Mai nicht den Nazis. Uns geht es um die befreite Gesellschaft. Wir wollen ein Leben ohne Staat, Nation und Kapital. Wir wollen in Kaufhäusern Partys feiern, mit Bullenwannen ans Meer fahren, im Park grillen, am Alex Bier trinken, Wände anmalen, Zäune einreißen, zum Mond fahren… Unserer Vorstellungskraft sind keine Grenzen gesetzt. Die Freiheit nehmen wir uns…

Kommt am 1. Mai zum Jugendblock auf der revolutionären 1. Mai Demonstration
Holen wir uns unser Leben zurück.

Wir fordern nichts aber wir wollen alles! Zusammen kämpfen!
Gegen Staat, Nation und Kapital! Fight the system!

AufruferInnen: Antifaschistische Jugendaktion Kreuzberg (AJAK), Antifaschistische Initaitve Reinickendorf (AIR), Autonome Revolutionäre Gruppe Spandau (ARGS), Jugendantifa Nordost (JANO), Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB), North East Antifascists (NEA), SchülerInnen-Initiative “Bildungsblockaden einreißen!”

1.Mai-Lohnabhängigen-Aufruf der ARAB:

MOVE YOUR ASS
Oder warum es richtig ist am 1.Mai zu demonstrieren.

In den Medien geht der Rummel um den 1.Mai gerade wieder los. Sensationssüchtig werden bürgerkriegsähnliche Zustände in Berlin-Kreuzberg beschworen und alle Welt bereitet sich auf das Schlimmste vor. Dabei wird all zu oft versucht den 1.Mai mit Bratwurst-Festen zu einem Feiertag wie jeden anderen zu machen, doch so einfach ist das in unseren Augen nicht. Jährlich gehen in Berlin mehrere Zehntausend, weltweit mehrere Millionen auf die Straßen und geben mit Demonstrationen ganz bewusst eine politische Botschaft heraus. Der 1.Mai, das ist der Tag der Arbeiterklasse, aber wieso werden die Demonstrationen eigentlich immer weniger besucht?

You Spin My Head Right Round

Vor rund 120 Jahren wurden in Chicago ArbeiterInnen blutig niedergeschossen, als sie für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne streikten. Seit dem ist der 1.Mai das Datum, dass symbolhaft für den Kampf all jener steht, die nichts anderes haben als ihre Arbeitskraft und sich deshalb für einen Lohn, Tag ein Tag aus, ihren Lebensunterhalt aufs Neue erarbeiten müssen. Ökonomisch hat sich seit diesen 120 Jahren nicht viel geändert: Die einen besitzen das Kapital und stellen sich die anderen, die erstmal nichts besitzen, an, damit die für sie Gewinne erwirtschaften. Der Lohn, als ein Bruchteil dieses Gewinns, ist dabei lediglich die Aufwandsentschädigung für die geleistete körperliche und geistige Arbeit, damit wir auch am nächsten Tag, der nächsten Woche oder dem nächsten Monat wiederkommen und aufs Neue Gewinn erwirtschaften. Schon in der Schule lernen wir allerdings früh, dass der Gewinn gesteigert werden muss, wenn sich ein Unternehmen oder ein Betrieb auf dem Markt halten will. Der Markt ist dabei der entscheidendste Faktor in dieser Gesellschaft. Nun kann also einerseits mehr produziert und damit auch mehr verkauft werden oder andererseits an den Löhnen der Arbeitenden geschraubt werden. Diese Schraube geht in aller Regel nach unten, denn weniger Lohn für die Arbeiter bedeutet mehr Gewinn für den Kapitalisten. Um zu verhindern, dass diese Spirale zum Null-Tarif führt, gründeten sich deshalb Gewerkschaften, die sich für die Interessen der Arbeitnehmer einsetzen. Diese mobilisieren darum häufig zu Demonstrationen und Streiks und fordern einen gerechten Lohn, missachten dabei allerdings schon, dass es mit der Gerechtigkeit in dieser Gesellschaft nicht weit sein kann, wenn die einen Kapital besitzen, die anderen nicht und die darum nämlich erst ein Interesse daran bekommen, ihre Arbeitskraft für die Profite der Besitzenden zu verkaufen. Auch in Zeiten der Wirtschaftskrise fällt nun auf, dass es allerdings so richtig kräftigen Widerstand gegen eine Gesellschaft, die auf eben solchen Besitzverhältnissen beruht, nicht gibt. Das liegt vor allem daran, dass eben genau die, die hier durchs System am meisten beschissen werden, sich nicht zusammen tun. Stattdessen begreifen sie sich z.B. viel mehr als Teil einer Nationalität und stellen so die eigenen Ansprüche zu Gunsten des nationalen Fortschritts von Staat und Wirtschaft zurück.

Don‘t Stop For The Cops

Dabei könnte doch die Lösung des Problems so einfach sein: Wir sollten uns nicht länger damit abfinden, dass wir immer und immer wieder zur Arbeit rennen müssen um unser täglich Brot verdienen zu können und nebenbei auf die neue PlayStation oder das iPhone zu sparen müssen. Mit der Idee, dass wir mit einem anderen Menschen wegen der selben Nationalität mehr gemeinsam haben sollen als mit französischen, türkischen oder auch venezolanischen Leuten, die sich mit den gleichen oder ähnlichen Problemen rumschlagen wie wir, Schluss machen und uns endlich global als eine Klasse begreifen. In dieser Gesellschaft geht es um die Profite des Kapitals und nicht um die Befriedigung unserer Bedürfnisse. Dafür nämlich gibt’s hier die Schranken, dass wir Geld zahlen müssen um an das zu kommen, was wir wollen und brauchen. Für die, die also stets und ständig wegen Geldmangel nicht an all die schönen Waren kommen, kann eine ernstzunehmende Veränderung der Lage nur mit einem Bruch mit dieser Gesellschaft beginnen, sich in der Organisierung mit Gleichgesinnten fortsetzen und schließlich im Umsturz dieser widrigen Verhältnisse enden.

Deshalb ist es richtig am 1.Mai auf die Straße zu gehen und geschlossen zu zeigen, dass man nicht bereit ist, dass Hier & Jetzt länger zu ertragen. Statt sich nur der stumpfen Dröhnung von Bratwurst, Bier und lauter Musik hinzugeben, heißt es eben auch immernoch am 1.Mai und darüber hinaus die politische Botschaft, dass für die Herrschenden Schluss mit lustig ist, heraus zu posaunen.

Kommt darum am 1.Mai auf die revolutionäre 1.Mai-Demonstration!

Schluss mit Leistungsdruck und Lohnsklaverei!
Her mit dem schönen Leben!
Für die klassenlose Gesellschaft!

1.MAI | 18 UHR | U-BHF. KOTTBUSSER TOR

Berichte:

15 000 bei revolutionärer 1. Mai Demo/ Kämpferisch und entschlossen durch Kreuzberg

Die Demo sammelte sich in der Reichenberger Straße südlich vom U-Bahnhof Kottbusser Tor, unweit der Bühne „Barrio Antifascista“. Beim Auftakt trat der Rapper Sinan auf und es gab Redebeiträge von Erika Baum, Jutta Ditfurth und vom Schülerbündnis. In der Demo formierten sich mehrere Blöcke. Ganz vorne lief der revolutionäre Jugendblock, dahinter der große Truck, dann der klassenkämpferische Block und am Ende der Block des Mumia-Bündnisses.

Schon ca. 300 Meter nach Demostart wurden die ersten Polizeihundertschaften verjagt. Bei späteren Angriffen der Polizei auf die Demo gab es etliche Verletzte. Der Aufzug wurde deshalb frühzeitig beendet und die Route gekürzt, weshalb die Demo leider nicht durch Neukölln gehen konnte.

Presse / Berichte:

Pressemitteilung Revolutionäres 1. Mai Bündnis, 2. Mai 2009
Pressespiegel
Indymedia Beitrag: „Berlin: 15000 auf rev.1.Mai-Demo“

Videos:
Kanal B: 1.MAI 2009, KOTTBUSSER TOR BERLIN

Spiegel TV online: 1. Mai Randale – Eskalation in Berlin
citizoom.tv: 1. Mai 2009 – Kreuzberg Dokumentation

Fotos:
Umbruch Bildarchiv
Flickr pm_cheung
Flickr jakobhuber
Flickr ka_flipz
Flickr wunschkind68
medienkollektiv.blogsport.de
Flickr kietzmann