Proteste gegen Kriegspropaganda an Schulen

„Kaum ein Beruf bietet dir derart vielfältige Möglichkeiten. Mit herausfordernden Berufen, vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und abwechslungsreichen Tätigkeiten ist der […B]eruf äußerst interessant.“

Eine alltägliche Floskel ind er kapitalistischen Gesellschaft, mit der Unternehmen potentielle Angestellte zur Bewerbung animieren wollen – nicht dass die meisten das nötig hätten, angesichts der aktuellen Arbeitsmarktlage und des verschärften faktischen Zwangs zur Lohnarbeit, will mensch denn was auf dem Teller haben.

Nicht so hier: Geworben wir für den Beruf des Soldaten – und der ist nicht nur deshalb besonders, weil der LohnSoldarbeitende in seinen Grundrechten stark eingeschränkt wird und die kameradschaftliche Atmosphäre (zum Glück) nicht jedem zusagt. Nein, vor allem wir von den Soldaten erwartet, ihren Job unter Einsatz von „Leib und Leben“ zu erfüllen. Und dieser Job – das sieht man spätestens, seitdem die Bundeswehr an so einigen Ecken und Enden der Welt unterwegs ist – besteht darin, die Interessen der deutschen „Nation“ (unter „Kameraden“ oft besser als „Vaterland“ bekannt), also die Interessen des deutschen Kapitals weltweit durchzusetzen: Dazu werden fiese Piraten gejagt, die Luxus-Kreuzfahrtschiffe aus Europa einfach nicht in Ruhe lassen wollen, wirtschaftlich kaum relevante Staaten mit und ohne A besetzt, die „dummer“ Weise für die ungehemmt Versorgung der deutschen Wirtschaft mit fossilen Energieträgern (kurz: Öl) ziemlich wichtzig sind, usw. usw.

Dass die Bundeswehr ihre Arbeit, das dahinter stehende kapitalistische Ausbeutungssystem und die bürgerliche Ideologie, die das ganze rechtfertigen soll, Jahr für Jahr hunderttausenden Schüler_innen eintrichtert finden wir ziemlich scheiße – genauso wie die drei Kernpunkte, für die sie da steht. Und genau das wollen wir bei einer ihrer Propaganda- und Rekrutierunsveranstaltungen im schönen Zehlendorf klar machen!


Kundgebung | 26.3.10 | 10:00 | Schadow-Gymnasium (Beuckestr. 27-29)


Bundeswehr raus aus Schule und Uni!
Das Militär ist kein normaler Arbeitgeber!

Am 26ten März sollen Schüler_innen der Kursoberstufe des Schadow-Gymnasiums (an dem Bücher des “Militärgeschichtlichen Forschungsamtes” der Bundeswehr als Unterrichtsmaterialien eingesetzt werden) im Rahmen eines „Beratungstages“ über Berufsperspektiven informiert werden.
Im Bereich „Militärlaufbahn“ ist die Bundeswehr bei der jährlich stattfindenden Veranstaltung eine gern gesehener Partnerin und auch abseits davon sind Jugendoffiziere willkommene Referenten: 2009 durften sie den Schüler_innen zuletzt die militärische Situation (und „Notwendigkeit“) der deutschen Auslandseinsätze (Schwerpunkt Afghanistan) erläutern. In der Regel besteht bei derartigen Veranstaltungen Anwesenheitspflicht!

Wir wollen widersprechen, denn die alleinige Aufgabe von Militärapparaten ist Vorbereitung, Bereitschaft und Durchführung von Krieg. Die Aufgabe von Jugendoffizieren ist die Herstellung von Akzeptanz und Befürwortung von Bundeswehr und Wehrpflicht (im Militärsprech: “Erhaltung und Festigung des Grundkonsens über die Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands”).
Ein solcher “Grundkonsens” existiert jedoch weder in den Ländern, in denen Deutschland Krieg führt, noch an der “Heimatfront”! Die große Mehrheit in Deutschland lehnt sowohl den Afghanistan-Einsatz als auch die Wehrpflicht, die schlicht Zwangsarbeit darstellt, ab. Die propagierte “Militärlaufbahn” ist eine Ausbildung zum Morden (und immer öfter auch Sterben)!

Und so wollen auch wir der Bundeswehr am 26ten März nicht das “Feld” überlassen und rufen alle Schüler_innen, Bildungsaktivist_innen, Lehrer_innen, Eltern, Friedensbewegte und Antimilitarist_innen zur Teilnahme an einer Kundgebung vor der Schule und kreativen Störaktionen auf.

Weitere Infos: http://klassenkampfsw.kl.funpic.de/Klassenkampf%20-%20HP/start.html (Basisinitiative von Schüler_innen im Süd-Westen Berlins)

Helm ab, Hirn rein und dann raus aus Schule und Uni!