TATORT KURDISTAN JAM

In Kurdistan herrscht Krieg. Geführt wird dieser Krieg mit Waffen und finanzieller Unterstützung aus Deutschland. Am Weltfriedenstag wollen wir mit einer lauten und bunten Protestkundegbung die Rolle deutscher Unternehmen und der Bundesregierung in dem Krieg gegen die kurdische Bevölkerung in der Türkei sichtbar machen.

Unter dem Motto „Tatort Kurdistan Jam“ treffen wir uns am Mittwoch, den 1.September, um 16 Uhr auf dem Heinrichplatz in Berlin – Kreuzberg um ein lautes Signal des Protestes gegen Rüstungsexporte in die Türkei und für eine politische Lösung der „kurdischen Frage“ zu setzen. Ausserdem wollen wir gegen staatliche Repression und Abschiebung kurdischer Aktivist_innen in der BRD protestieren.

Wir wollen auch unsere Solidarität mit den politischen Gefangenen in der Türkei/Kurdistan zeigen und für die Freihheit der vielen Hundert gefangenen Kinder und Jugendlichen, der gefangenen MenschenrechtsaktivisInnen, KommunalpolitikerInnen und JournalistInnen und von Abdullah Öcalan demonstrieren.

Die Kundgebung steht im Rahmen des bundesweiten Aktionstages „TATORT Kurdistan“.
Am 1.September finden in vielen Städten Protestaktionen gegen die deutsche Unterstützung für den Krieg in Kurdistan statt.

KUNDGEBUNG & KONZERT | MITTWOCH | 1.SEPTEMBER | 16 UHR | HEINRICHPLATZ

Es spielen:

Ganjaman (reggea/berlin)
Yok (pocketpunk/berlin)
Song x (onemankleinkunstcrossover)
Muharrem (kurdischer Rap)
Ozan Hikmet (kurdischer Folklore)
Jenz Steiner (der king vom prenzlauer Berg/Rap)
Grup Koma Azadi (kurdische Folklore)
Detlev K. (Rebel-Songs)
Halepce Theatergruppe

Redner_innen:

Ulla Jelpke (MdB/Linkspartei – angefragt)
Dr. Nick Brauns (Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin)
Jonas Schiesser (Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin)
und Vertreter_innen von:
YEK – KOM (FÖDERATION KURDISCHER VEREINE IN DEUTSCHLAND)
BaaM! – Deutsche Friedensgesellschaft Berlin – Brandenburg (DFG – VK)
Berliner Bündnis „Free Mumia Abu-Jamal“
Initiative „Rettet Hasankeyf“
Kampagne Tatort Kurdistan

Moderation: Dr.Seltsam

Infostände / Graffiti / Filme

Eine Initiative von:

Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin
Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB)
Kampagne TATORT Kurdistan

Mit Unterstützung von:

Antifaschistische Linke Berlin (ALB)
Avanti – Projekt undogmatische Linke
Sozialistische Deutsche Arbeiter Jugend (SDAJ) – Berlin
Deutsche Kommunistische Partei (DKP) – Friedrichshain Kreuzberg
DIE LINKE – Neukölln
YEK – KOM (FÖDERATION KURDISCHER VEREINE IN DEUTSCHLAND)
YXK – (Verband der Studierenden aus Kurdistan)
BAMM! – DFG – VK (Deutsche Friedensgesellschaft)- Berlin Brandenburg
Jugendantifa Nordost (JANO)
Friedensinitiative Wilmersdorf
Bündnis Kurdischer Vereine Berlin – Brandenburg
Initiative „Rettet Hasankeyf“
Initiative „Weg mit dem ROJ-TV-Verbot“
Berliner Bündnis „Freiheit für Mumia Abu-Jamal“
Tageszeitung „junge Welt“
SO36
Brain Fac
Buchladen oh 21
Rote Harfe
Zum Goldenen Hahn
Zum Elephanten
Marianne
Bateau Ivre
Buchhandlung „Mondlicht“

Tatort Kurdistan Jam in Berlin
vor 1 Woche, 5 Tagen
in Allgemein

Rund 500 Menschen protestierten auf dem „TATORT Kurdistan Jam“ am 1.9. zwischen 16 und 22 Uhr in Berlin gegen deutsche Waffenlieferungen an die Türkei. Die Kundgebung mit Konzert wurde unterstützt von einem breiten Bündnis
aus friedenspolitischen Gruppen, Parteien, kurdischen Vereinen und auch lokalem Gewerbe am Heinrichplatz. Mit dabei waren unter anderen die Antifaschistische Linke Berlin (ALB), die Deutsche Friedensgesellschaft- Vereinte Kriegsgegner (DFG – VK), AVANTI Projekt undogmatische Linke Berlin, das SO 36, Yekkom- Föderation kurdischer Vereine in Deutschland, das Berliner Bündnis „Freiheit für Mumia Abu-Jamal“, MLPD, DKP und DIE LINKE-Neukölln.

Zahlreiche Transparente schmückten den Heinrichplatz. Gefordert wurde dort unter anderem „Stoppt den Krieg in Kurdistan! Schluss mit der deutschen Beihhilfe zum Mord“, „Waffenexport ist Massenmord – Stoppt die deutschen
Waffenlieferungen in die Türkei und weltweit“. Auch antifaschistische Gruppen beteiligten sich mit Forderungen wie „Nie wieder Krieg- Nie wieder Faschismus!“.
Eine Fotoausstellung einer Menschenrechtsdelegation, die im März diesen Jahres zu Newroz nach Kurdistan reiste, schmückte die Mittelinsel, auch die Kampagne präsentierte eine Ausstellung mit vielen Hintergrundinformationen zu Rüstungsexporten, Repression gegen kurdische Aktivist_innen, deutscher Flüchtlingspolitik, problematischen Energieprojekten (Ilisu-Staudamm und Erdgaspipeline Nabucco) und den Giftgasangriffen auf Halabja.

In den zahlreichen Redebeiträgen wurde auf die Situation in den kurdischen Gebieten hingewiesen. So berichtete der Menschenrechtsaktivist Michael K., der gerade von einer Delegation in den kurdischen Gebieten der Türkei zurückgekehrt ist: „Trotz des Waffenstillstandes der PKK gehen die Militäroperationen weiter. […] Gegen die Guerilla werden dabei auch verbotene chemische Waffen eingesetzt.“ Die Bundestagsabgeordnete der Linken Ulla Jelpke, kürzlich von einer Reise aus der kurdischen Autonomieregion im Nordirak zurückgekehrt, berichtete über die Entwicklungen hinsichtlich des Giftgasanschlages 1988 in Halabja: „Die Überlebenden fordern von der deutschen Regierung eine Entschuldigung. Sie fordern, dass die deutschen Händler des Todes endlich dafür zur Rechenschaft gezogen werden, dass sie für ihre Profite buchstäblich über Leichen gingen. Denn 70 Prozent der irakischen Giftgasproduktionsanlagen wurden von deutschen Firmen geliefert“.

Dr. Nick Brauns vom Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin erinnerte derweil an den Militärputsch vom 12. September 1980, der sich nun zum 30. Mal jährt: „Die NATO hat diesen Putsch, durch den mit der Zerschlagung der Gewerkschaften der Neoliberalismus in der Türkei durchgesetzt wurde, in einer Strategie der Spannung mit Hilfe von Anschlägen der Grauen Wölfe vorbereitet. […] Die Bundesrepublik unterstützte die Putschisten von Anfang an mit Waffen und Diplomatie. Gegen das heute unter islamischer Fahne fortbestehende Regime und die undemokratische Verfassung unterstützen wir die kurdische Befreiungsbewegung und die Arbeiterbewegung in der Türkei.“

Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin
Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB)
Kampagne TATORT Kurdistan

PM: Erfolgreicher Aktionstag der Kampagne TATORT Kurdistan

Am gestrigen Weltfriedenstag fanden in 12 deutschen Städten Aktionen der Kampagne TATORT Kurdistan statt, getragen von breiten Bündnissen bestehend aus friedenspolitischen und antifaschistischen Gruppen, Parteien wie DIE LINKE, und kurdischen Vereinen. In Frankfurt, Düsseldorf, Hannover und Kiel beteiligten sich die TATORT Aktivist_innen an den bunten und kraftvollen Antikriegsdemonstrationen.

In Berlin wurde im Rahmen eines kostenlosen OpenAir Konzertes mit Kundgebung gegen deutsche Waffenlieferungen in die Türkei protestiert. Zahlreiche Künstler_innen, darunter der kurdische Rapper Muharrem und der deutschsprachige Raggeasänger Ganjaman unterstützten die Forderung mit ihren musikalischen Beiträgen.

In Hamburg brachen die TATORT Aktivist_innen im Anschluss an die Kundgebung zu einer Hafenrundfahrt unter dem Motto ‚Wasser als Ware, Wasser als Waffe- Rüstungsproduktion im Hamburger Hafen‘ auf. Der Hafen erlangte bereits in 1990er Jahren traurige Berühmtheit, als sämtliche NVA-Rüstungsgeschenke von Hamburg aus in die Türkei verschifft wurden. Bilder von diesen Panzern, die kurze Zeit später Kurd_innen zu Tode schleiften, gingen damals auch in Deutschland durch die Presse. Aufgrund umfassender Proteste am Ort werden bis heute Rüstungsgüter nicht mehr über Hamburg, sondern über Emden verschifft.

In Hamburg, Bremen, Vechta, Wuppertal, Dortmund, Köln, Nürnberg und Erfurt gab es Infotische an zentralen Orten der Innenstadt. Die Organisator_innen stießen damit auf reges Interesse bei der Bevölkerung, insbesondere mit den teils begehbaren Schautafeln zur deutschen Beteiligung am Kriegsgeschehen in Kurdistan. Zu sehen waren dort Bilder und Hintergrundberichte zu deutschen Waffen in der Türkei, deutscher Flüchtlingspolitik ‚Flucht und Asyl‘, Repression gegen kurdische Aktivist_innen hier in Deutschland und deutscher Unterstützung problematischer Energieprojekte wie z.B. der Nabucco Erdgaspipeline.

Kleine Theaterperformances zur Kriegsrealität in Kurdistan fesselten die Aufmerksamkeit der Zuschauer_innen. Das vermeintlich friedliche Deutschland liefert Waffen an die Türkei, mit denen systematisch Menschenrechte verletzt werden. Diesen Zusammenhang hier in Deutschland zu begreifen, ist schwer.

Die Frage, woher die Waffen stammen, die in Kurdistan töten, wird wohl auch die Zuschauer des kurdischen Kinofilms ‚MIN DIT-die Kinder von Diyarbakir‘ begleiten, der im Rahmen des Aktionstages in Karlsruhe und Celle gezeigt wurde.

Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite: www.tatort-kurdistan.blog.de

Kampagne TATORT Kurdistan

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