11.Dezember: Demo für Mumia-Abu-Jamal!

Ca 200 Menschen versammelten sich am 11.Dezember gegen 14 Uhr am Heinrichplatz in Berlin Kreuzberg zu einer Demonstration unter dem Motto „Free Mumia – Abu – Jamal! Weg mit der Todesstrafe weltweit. Von dort aus zogen sie über die Oranienstrasse, Friedrichstrasse und Unter den Linden zur US-Botschaft am Pariser Platz. Die Demonstration fand anläßlich des 29. Jahrestages der Verhaftung des afroamerikanischen Journalisten in den USA statt. Neben Mumia wurden noch andere Fälle politischer Repression gegen Revolutionäre und linke Aktivist_innen weltweit thematisiert .

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Die Rote Hilfe Berlin machte mit Schildern auf verschiedene weniger bekannte politische Langzeitgefangene aus dem Baskenland, USA, Palästina, Türkei/Nordkurdistan und der Schweiz aufmerksam. Das Netzwerk „Freiheit für alle politische Gefangene“ beteiligte sich mit einem Transparent und einem Redebeitrag zu Leonard Peltier, einem Gefangenen der American Indian Movement der seit 32 Jahren im Gefängnis sitzt. Es gab Redebeiträgenzu den Razzien und der Repressionen gegen linke Buchläden wie das Oh21, das M99 und die schwarze Risse und dazu aufgerufen sich an der Sylvesterdemonstration vor dem Knast Moabit zu beteiligen. Vor dem Gebäude der russischen Fluggesellschaft Aeroflot wurde auf die Abschiebungen von Vietnames_innen durch diese Firma letzte Woche hingewiesen. Vor der us-amerikanischen Botschaft endete die Demonstration mit einem Redebeitrag zu den Cuban-Five, dem Aufruf sich an der Liebknecht-Luxemburg-Demo zu beteiligen und einer Protestrede an den US-Botschafter.

Am 11.Dezember findet in Berlin eine Demonstration für den Afroamerikanischen Journalisten und politischen Gefangenen „Mumia Abu-Jamal“ statt der seit 29 Jahren im Todestrakt sitzt. Dem ehemaligen Pressesprecher der „Black Phanter Party“ wird vorgeworfen einen Polizisten erschossen zu haben und wurde aufgrund gefälschter Beweise von einem rassistischen Richter zum Tode verurteilt. Überall auf der Welt gehen seit jahrzehnten Menschen auf die Strasse und fordern „Freiheit für Mumia“, „Weg mit der Todestrafe“ und ein Ende der rassistischen Polizeigewalt gegen die afroamerikanische Bevölkerung in den USA.

Demonstration | 11. Dez. | 14:00 Heinrichplatz

29 Jahre Todestrakt – Freiheit für Mumia jetzt!

Seit 29 Jahren sitzt ein Journalist im Todestrakt – weil er gewagt hat, laut zu sagen, was ist.

Seit 29 Jahren ist ein Mensch von seinen Angehörigen isoliert – weil Gefangene in seinem Land kaum Rechte haben.

Seit 29 Jahren ist ein Afroamerikaner ständig vom Tod bedroht – weil die Todesstrafe das letzte Mittel einer untergehenden Gesellschaftsordnung ist.

Der Gefangene heisst Mumia Abu-Jamal, der Ort liegt im US Bundesstaat Pennsylvania nahe dem kleinen Ort Waynesburg. Eine von der Regierung betriebene Gefängnisfabrik produziert dort jährlich ca. 50 Millionen US-$ Profit durch Zwangsarbeit. Inmitten dieser Fabrik ist ein Hochsicherheitstrakt, in dem knapp 250 Menschen unter weitesgehender Isolation auf das Ende ihres Lebens warten. In 6m² kleinen Zellen haben sie nur eine einzige Gewissheit: dass sie diese Mauern nicht lebend verlassen werden. Manche von ihnen kennen sogar schon den Tag, an dem sie sterben werden.

In einem Land, in dem 80% der Bevölkerung europäischen Ursprungs sind, leben in den vergessenen Todestrakten der Supermax Gefängnisse überwiegend AfroamerikanerInnen sowie Native Americans, Hispanics oder AsiatInnen. Gerade mal 34% der Gefangenen entstammen der Bevölkerungsmehrheit.

In den Gefängnisfabriken, die über die gesamten USA verteilt sind, sieht es ähnlich aus. Der Gefängnisindustrielle Komplex ist einer der grössten Binnenwirtschaftszweige der USA. Das Verfügen über nahezu unbezahlte Arbeitskraft war der historische Motor für den Aufbau der nordamerikanischen Kolonien. Die nach der Gründung der USA auch formal institutionalisierte Sklaverei wurde 1865 offiziell abgeschafft – real existiert sie bis heute in der Gefängnisindustrie weiter. Kein Land der Erde inhaftiert momentan mehr Menschen als die USA, weder prozentual noch nach konkreten Zahlen. Die Todesstrafe als ultimative Bedrohung garantiert dabei das Stillhalten der eingeschüchterten Bevölkerung.

Für einen untergeschobenen Polizistenmord wurde Mumia Abu-Jamal zum Tode verurteilt. Real jedoch, weil er konsequent über Rassismus, Polizeigewalt und behördliche Korruption berichtete. Das macht er bis heute und erreicht damit inzwischen trotz Isolationshaft Millionen Menschen. Er gibt all denen eine Stimme, die in den Medien in der Regel ignoriert werden. Nach jahrzehntelangen erfolgreichen Protesten versucht die Regierung zur Zeit erneut, seine Hinrichtung doch noch durchzusetzen.

Politische Justizwillkür kennzeichnete ebenfalls die Verurteilungen von Leonard Peltier für dessen Engagement im American Indian Movement (A.I.M.) sowie den Cuban 5, welche den von US Geheimdiensten gedeckten Terror gegen Cuba verhindern wollten. In den USA sitzen laut Menschenrechtsgruppen momentan weit über 100 Gefangene allein wg. ihrer politischen Anschauungen ein. Anti-Repressionsgruppen gehen sogar von über 4000 aus.

Wir wissen um die sterilen Gänge und Zellen, in denen Menschen, deren einzige Schuld es meistens ist, sich keine angemessene Verteidigung leisten zu können, auf ihr gewaltsames Lebensende warten.

Wir wissen um die Kraft, welche Post, Berichte über Solidaritätsproteste oder Haftbesuche in diese sterilen Mauern des Todes tragen.

Wir stehen zusammen mit Mumia Abu-Jamal und allen anderen, die von der Todesstrafe bedroht sind. Kein Staat hat das Recht, Gefangene zu ermorden!

LASST UNS GEMEINSAM AUF DIE STRASSE GEHEN, UM DER VERTRETUNG DER USA KLAR ZU MACHEN, DASS WIR NUR EINE LÖSUNG AKZEPTIEREN WERDEN:

Freiheit für Mumia Abu-Jamal! Freiheit für alle politischen Gefangenen! Abschaffung der Todesstrafe weltweit!

Demonstration – Samstag 11. Dez. I 14:00 Heinrichplatz – Bln X-berg – Abschluss US Botschaft – Brandenburger Tor