Archiv für April 2011

Über 15.000 Menschen bei Revolutionärer 1. Mai-Demo in Berlin-Neukölln

Kämpferische Demo durch Kreuzberg und Neukölln / Banken, Textildiscounter und Polizeiwache angegriffen/ Veranstalter löst Aufzug nach Polizeiübergriffen vorzeitig auf / Über 1000 Menschen bei Spontan-Demo durchs Myfest / 2000 protestieren am 30.April gegen soziale Verdrängung und die Räumung linker Wohn- und Kulturprojekte / Polizei besetzt Friedrichshain mit mehreren hunderte Beamten / Mehrere hundert feiern trotzdem auf dem Wismarplatz „antikapitalistische Walpurgisnacht“

Presseerklärung des revolutionären 1.Mai-Bündnis | Presserklärung des Komitee für Grundrechte (Demobeobachter_innen) | Ermittlungausschuss Berlin

Berichte vom revolutionären 1.Mai in Hamburg, Nürnberg, Heilbronn, Stuttgart, Duisburg, Magdeburg, Karlsruhe, Wuppertal, Greifswald, Halle, Zürich, Basel, Bern, Winterthur und Fürth

Fotos: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16,17, 18, 19, 20, 21
Videos: 1, 2, , 3, 4, 5, 6, 7 , 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33

Besonders Empfehlenswert:
Antwort von Unten (Doku über die HipHop-Bühne von 36Kingz)

Harald Schmidt zum 1.Mai

Radio-Feature

Über 15 000 Menschen beteiligten sich an der revolutionären 1.Mai-Demonstration, die in diesem Jahr unter dem Motto „für die soziale Revolution weltweit“ durch die Berliner Bezirke Kreuzberg und Neukölln zog. Ab 18 Uhr versammelten sich tausende Menschen aus unterschiedlichen Ländern und mit verschiedenen politischen Hintergründen auf der Kottbusser Brücke um ein deutliches Zeichen für eine revolutionäre Überwindung des herrschenden Elends zu setzen. Ein breites Bündnis aus über 20 verschiedenen linken Initiativen und antifaschistischen Gruppen hatten zur 23sten revolutionären Demonstration seit dem Kreuzberger Kiezaufstand 1987 aufgerufen. Nachdem vom gemeinsamen Lautsprecherwagen der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) und der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (ARAB) die Teilnehmer_innen auf deutsch, englisch, französisch und türkisch begrüßt wurden, sprach ein Vertreter der Neuköllner Stadtteilinitiative „Schillerkiez“ über soziale Verdrängung, Mietsteigerung und Wohnraum als Ware im kapitalistischen System. Er betonte das nur langfristiger Basisorganisation von unten und keine parlamentarische Stellvertreterpolitik in der Lage sind der sozialen Verdrängung in der Innenstadt etwas entgegenzusetzen.

Während die ehemalige Grünen-Bundesvorsitzende und radikale Antikapitalistin Jutta Ditfurth auf der Auftaktkundgebung an die (linke) Geschichte der Anti-AKW-Bewegung erinnerte und Teile der heutigen Anti-Atom-Bewegung für ihre Nähe zu staatstragenden Parteien heftig kritisierte, begrüßten einige autonome Antifaschist_innen die Demonstranten von dem Dach eines Wohnhauses mit Pyrotechnik und einem riesiges Transparent mit der Aufschrift „Yalla – Heraus zum 1.Mai: Klasse gegen Klasse“. Das bundesweite antifaschistische und antimilitaristische Aktionsbündnis „3a“ hatte in diesem Jahr unter dem Motto „Klasse gegen Klasse“ zu revolutionären Mai-Protesten in 8 Städten aufgerufen. Sowohl im antifaschistischen Frontblock wie im weiter hinten laufenden Klassenkämpferischen Block waren eine Vielzahl von Transparenten, Schildern und Fahnen mit der Parole zu sehen. Die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) hatte mit Bezug auf die Revolten in Nordafrika und dem Nahen Osten „Yalla“ (Los geht’s) auf ihre Plakate geschrieben, die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB), das antifaschistische Jugendbündnis Berlin, die antikapitalistische Jugendplattform „KIDZ“ und der klassenkämpferische Block hatten ebenfalls in Anlehnung an Umstürze und Massenproteste im arabischen Raum einen „Tag des Zorns“ aufgerufen. Der Berliner Verfassungsschutz und deren Lohnschreiber in den Hauptstadtmedien hatten daraufhin vor einer drohenden „Querfront“ autonomer Linksextremisten und migrantischen Jugendlichen gewarnt.

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Heraus zum revolutionären 1.Mai 2011: Keine Revolution ohne Befreiung der Frau!

Aufruf des Berliner Bündnis „8.März“ zur revolutionären 1.Mai-Demonstration um 18 Uhr am Kottbusser Tor:

Der 1. Mai wird heute in über 140 Ländern als „Kampftag der Arbeiter_innen“ begangen. Weltweit gehen die Menschen für ihre Bedürfnisse auf die Straße und protestieren gegen ein System, in dem nicht die Bedürfnisse der Menschen, sondern nur die privaten Profite des Kapitals im Zentrum stehen. Dies hat eine lange Tradition: Erstmals wurde der 1. Mai als „Kampftag der internationalen Arbeiter_innenklasse“ 1890 begangen. Die Initiative für solch einen weltweiten Protest- und Feiertag der entstehenden Arbeiter_innenbewegung ging von der Zweiten sozialistischen Internationale aus, die sich im Juli 1889 in Paris gründete. Erinnert werden sollte an die massenhaften Streiks und Kämpfe am 1. Mai 1886 in den USA, als die Arbeiter_innen für eine Verkürzung der Arbeitszeit von zwölf auf acht Stunden auf die Straße gingen. Die Demonstrationen und Kundgebungen wurden in den Folgetagen mit brutaler Polizeigewalt niedergeschlagen.

An den Kämpfen der revolutionären und sozialistischen Arbeiter_innenbewegung beteiligten sich von Anfang an auch viele Frauen. Ihr Kampf richtete sich jedoch nicht nur gegen die kapitalistische Ausbeutung, der sie genauso wie ihre Kollegen unterworfen waren, sondern auch gegen die patriarchalen Gesellschaftsverhältnisse und die geschlechtsspezifische Unterdrückung auch durch ihre männlichen Kollegen. Sie forderten neben der Verkürzung der Arbeitszeit und dem Recht auf gewerkschaftliche Organisierung auch die politische und rechtliche Emanzipation der Frauen durch Wahlrecht und gesetzliche Gleichstellung. Dafür gründeten die kämpfenden Frauen eigene Zusammenschlüsse und kamen unter anderem auf internationalen Frauenkonferenzen zusammen, um ihre Belange zu diskutieren und sich auszutauschen. In diesem Zusammenhang riefen sie im August 1910 auf dem zweiten Kongress der sozialistischen Internationale der Frauen den Internationalen Frauenkampftag ins Leben, der seither weltweit als Symbol für die Kämpfe der Frauen um Emanzipation steht und seit 1921 am 8. März begangen wird.
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Jugendblock: Wir sind richtig Sauer – Heraus zum Tag des Zorns am 1.Mai

Für diesen 1.Mai hat sich in Berlin ein Bündniss verschiedener Jugendgruppen zusammengefunden um unter dem Motto „Wir sind richtig Sauer – Heraus zum Tag des Zorns“ Jugendliche zur revolutionären 1.Mai-Demonstration um 18 Uhr am U-BHF Kottbusser Tor und zu einer Demonstration gegen soziale Verdrängung und die Räumung linke Freiräume am 30.April um 16:30 am U-BHF Rosenthaler Platz zu mobilisieren. Mit einem gemeinsamen Aufruf, Aufklebern und Plakaten sollen vor allem auf die Probleme junger Menschen im Wahnsinn der kapitalistischen Totalität eingegangen werden. Neben der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin wird der Aufruf unter anderem von der Antifaschistischen Linke Jugend, der neugegründeten Antifaschistische Initiative Schöneberg, der Antifaschistische Initiative Reinickendorf, der Antifa Marzahn Hellersdorf, der Sozialistische Deutschen Arbeiterjugend und der neugegründeten antikapitalistischen Jugendplattform „Kinder des Zorns“ unterstützt. Die „Kinder des Zorns“ laden am kommenden Freitag zum ersten „Forum des Zorns“ , einem offenen antikapitalistischen Jugendtreffen, in den Friedrichshainer Stadtteilladen „Zielona Gora“.

Freitag 15. April: KIDZ-Forum
Offenes antikapitalistisches Jugendplenum 17:30 Uhr Zielona Gora Grünberger Str. 73 F-Hain

Samstag 30. April: Demo gegen Soziale Verdrängung
16:30 Uhr Rosenthaler Platz Danach: Antikapitalistische Walpurgisnacht mit Bands

Sonntag 1. Mai: Revolutionäre 1. Mai Demonstration
18 Uhr Kottbusser Tor – vorher: Klassenkampfblock auf der DGB-Demo 9 Uhr Wittenbergplatz (mehr…)

Biji 1 Gulan! Yasasin 1 Mayis! Es lebe der 1.Mai!

Auch die kurdische Bewegung in Berlin und das Kurdistan Solidaritätskomitee rufen dazu auf sich mit einem kraftvollen und internationalistischen Ausdruck an der revolutionären 1.Mai-Demonstration um 18 Uhr vom U-BHF Kottbusser Tor nach Neukölln zu beteiligen. Mit einem eigenen Aufruf und Plakat wollen die Aktivist_innen vor allem der internationationalistischen und antimilitaristischen Charakter des weltweiten Kampftages betonen und auf die aktuellen Situation in Kurdistan aufmerksam machen. Seit dem Newroz-Fest macht die kurdische Bewegung in der Türkei mit einer umfassenden Kampagne des zivilen Ungehorsams auf ihre Situation und die staatliche Unterdrückung aufmerksam. Der türkische Staat antwortet wie immer mit brutalen Polizei- und Militäreinsätzen gegen die kurdische Bevölkerung.(Info) Auch in kurdischen Gebieten Syriens kamm es in den letzten Wochen wiederholt zu massenhaften Protesten und Angriffen der Sicherheitskräfte mit Toten und Verletzten(Info). In den kurdischen Gebieten des Nordiraks gehen die reaktionären kurdischen Parteien KDP und PUK ebenfalls mit brutaler Gewalt gegen Massenproteste der kurdischen Bevölkerung, die teilweise inspiriert von den Revolten in Nordafrika und anderen Ländern des Nahen Ostens, für soziale Belange und politische Freiheiten auf die Strasse geht(Info). Im Iran droht das dortige Regime ausgerechnet am 1.Mai einen politischen Gefangenen der kurdischen PJAK hinzurichten. [Info]

Revolutionäre 1.Mai-Demonstration | 1.Mai | 18 Uhr | U-BHF Kottbusser Tor
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