Jugendblock: Wir sind richtig Sauer – Heraus zum Tag des Zorns am 1.Mai

Für diesen 1.Mai hat sich in Berlin ein Bündniss verschiedener Jugendgruppen zusammengefunden um unter dem Motto „Wir sind richtig Sauer – Heraus zum Tag des Zorns“ Jugendliche zur revolutionären 1.Mai-Demonstration um 18 Uhr am U-BHF Kottbusser Tor und zu einer Demonstration gegen soziale Verdrängung und die Räumung linke Freiräume am 30.April um 16:30 am U-BHF Rosenthaler Platz zu mobilisieren. Mit einem gemeinsamen Aufruf, Aufklebern und Plakaten sollen vor allem auf die Probleme junger Menschen im Wahnsinn der kapitalistischen Totalität eingegangen werden. Neben der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin wird der Aufruf unter anderem von der Antifaschistischen Linke Jugend, der neugegründeten Antifaschistische Initiative Schöneberg, der Antifaschistische Initiative Reinickendorf, der Antifa Marzahn Hellersdorf, der Sozialistische Deutschen Arbeiterjugend und der neugegründeten antikapitalistischen Jugendplattform „Kinder des Zorns“ unterstützt. Die „Kinder des Zorns“ laden am kommenden Freitag zum ersten „Forum des Zorns“ , einem offenen antikapitalistischen Jugendtreffen, in den Friedrichshainer Stadtteilladen „Zielona Gora“.

Freitag 15. April: KIDZ-Forum
Offenes antikapitalistisches Jugendplenum 17:30 Uhr Zielona Gora Grünberger Str. 73 F-Hain

Samstag 30. April: Demo gegen Soziale Verdrängung
16:30 Uhr Rosenthaler Platz Danach: Antikapitalistische Walpurgisnacht mit Bands

Sonntag 1. Mai: Revolutionäre 1. Mai Demonstration
18 Uhr Kottbusser Tor – vorher: Klassenkampfblock auf der DGB-Demo 9 Uhr Wittenbergplatz

Aufruf des Jugendbündnisses für die Revolutionärer 1.Mai-Demo

Wir sind richtig Sauer! Heraus zum Tag des Zorns!


„Es herrscht Klassenkrieg, richtig. Aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt. Und wir gewinnen.“
so der Multimilliardär Warren Buffet, Hedgefonds-Manager und drittreichster Mensch der Welt.

Die Auswirkungen des Klassenkampfes von oben spüren alle von uns Tag für Tag, sei es in der Schule oder Uni, bei Ausbildung oder im Beruf. Leistungsdruck, Stress und Existenzangst bestimmen den Alltag all jener, die dazu gezwungen sind ihre Arbeitskraft zu verkaufen, noch mehr als vor einigen Jahren oder Jahrzehnten. Der Verwertungszwang des Kapitals fordert immer neue Zumutungen: Abitur nach 12 Jahren, „Bologna-Prozess“ und die Weigerung, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen garantieren hohe Wachstumsraten für das Kapital und ein miserables Leben für uns. Das können wir nicht weiter hinnehmen, es gilt, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.

Armut, Leistungsterror und Ausgrenzung…

Immer mehr Jugendliche verbringen immer mehr Zeit in der Schule und müssen zusätzlich zu Hause noch viel zu lange nervige Hausaufgaben machen. Für Freizeit bleibt oftmals kein Platz.
Hinzu kommt, dass sich viele Menschen in Berlin Freizeitgestaltung auch gar nicht mehr leisten können, trotz Job haben sie einfach zu wenig Geld. Schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne sind für Menschen, die von der Schule kommen und keine weitergehende Ausbildung besitzen die Regel. Gleichzeitig werden die Berliner Innenstadtbezirke immer teurer. Kreuzberg – ehemals angenehm undeutscher Zecken-Kiez – wird zu einem zweiten Prenzlauer Berg, breite Teile auch der langjährig ansässigen Bevölkerung sind nicht mehr in der Lage bezahlbaren Wohnraum zu finden.

Währenddessen nimmt die Hetze gegen Migrant_innen und sozial Schwache seit der „Sarrazin-Debatte“ wieder drastisch zu. Tagtäglich werden Leute abgeschoben oder in Lager gesperrt. Passend dazu schlägt ein sozialchauvinistischer und rassistischer Diskurs um sich, der Migrant_innen, die sich vermeintlich nicht „integrieren“ und der konstruierten deutschen Leitkultur unterordnen wollen, auf menschenverachtende Art und Weise geißelt und ein hartes staatliches Vorgehen gegen diese fordert. Aus der Bevölkerung wird dieser wirtschaftsliberale Rassismus gegen Migrant_innen, der den Wert eines Menschen daran festmacht, dass sie_er diesem Land nicht auf der Tasche liegt, sich möglichst qualifiziert und gewinnbringend wirtschaftlich betätigt, teilweise begeistert beklatscht.

Um die Kapitalinteressen der Mitgliedsstaaten der EU vor einer „Flut von ungebildeten Ausländern“ zu bewahren, wird die Festung Europa, auch unter deutscher Beteiligung, immer weiter abgeschottet. Die Folgen der durch die imperialistischen Politik der Industrieländer bedeutend mitverursachten Not in der sogenannten Dritten Welt sind fatal: Flüchtlinge sterben täglich bei der Überfahrt im Mittelmeer oder werden bspw. auf Lampedusa in Lagern festgehalten.Selbst jene die es geschafft haben die Grenzen der Festung Europa zu überwinden sind konfrontiert mit drohender Abschiebung, Armut und rassistischer Ausgrenzung.

… sind kein Zufall!

Unsere Gesellschaft und unser Leben unterliegen allgegenwärtigen Prinzipien des Kapitalismus: Verwertung, Warenproduktion und Profitmaximierung. Da wir wie ein Großteil der Menschen weder Produktionsmittel besitzen noch uns welche kaufen können, sind wir gezwungen, für andere zu arbeiten. Die Bedingungen für diese Arbeit legen die Besitzer der Produktionsmittel fest. Dabei schaffen wir bei der Arbeit täglich Reichtum für einige wenige, für uns selbst bleibt gerade soviel, wie wir zum Leben brauchen, manchmal – immer öfter – nicht mal das.

Der Staat hat die Aufgabe, für einen möglichst reibungslosen Ablauf dieses Vorgangs zu sorgen. So sind die Schikanen auf dem Arbeitsamt, der Leistungsdruck in der Schule, nervige Chefs oder stressende Bullen nur ein Versuch, den Prozess kapitalistischer Ausbeutung zu beschleunigen und zu optimieren. Dieses Handeln geschieht nicht aus einer persönlichen Bosheit Einzelner, auch die ausbeutenden Kapitalisten sind, wie die ausgebeuteten Lohnabhängigen insofern unfrei, dass sich ihr Handeln primär nach Kriterien von „Wirtschaftlichkeit“, sprich: Profitmaximierung orientiert. Wer sich nicht anpasst und unterwirft hat in der stetig intensivierten Konkurrenz schlechte Karten. Dabei spielen die Bedürfnisse der Menschen keine Rolle.

A propos Staat und seine verkackten Schweinebullen: Nicht nur, dass diese widerwärtige Spaßverderber_innen sind, Partys beenden, Leute wegsperren, Graffitisprüher_innen und Kiffer_innen einknasten – nein, ihre Aufgabe ist es, die kapitalistische Herrschaft und ihre Ordnung aufrechtzuerhalten. Dafür schrecken sie nichtmal vor Mord zurück. In Berlin sind seit dem Jahr 2008 mindestens zwei Menschen von Polizisten ermordet worden. So wurde in der Silvesternacht 2008/2009 Dennis J. von Zivilbeamten erschossen und im Jahr 2010 starb Slieman Hamade nach massiver Gewaltanwendung durch Polizisten in Berlin-Schöneberg vor seiner Haustür. Ganz zu schweigen von der Zahl der durch Staatsgewalt Ermordeten weltweit.

Widerstand auch nicht!

Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass eben jene Staatsmacht in Kreuzberg spätestens seit Ende Ziel kollektiven Zorns ist. Im Jahr 1987 hatten sich Kreuzberger_innen gegen den Angriff der Polizei auf ein Straßenfest gewehrt und für einige Stunden die Bullen komplett aus dem Kiez vertrieben. Seitdem geht es am 1. Mai jedes Jahr rund – mal mehr, mal weniger. International ist der 1. Mai der Tag der Arbeiter_innen-Bewegung. Im Jahr 1886 hatten in den USA Arbeiter_innen zum Generalstreik aufgerufen, dabei kam es in den folgenden Tagen zu Massenentlassungen und Auseinandersetzungen, bei denen mindestens sechs Arbeiter_innen ums Leben kamen.

Die Verwertungslogik des Kapitals, die weltweit zu Kriegen führt, Menschen verhungern lässt, dem und uns Jugendlichen den Alltag vermiest, darf nicht länger das gesellschaftliche Geschehen bestimmen. Schon immer, wenn der „gesellschaftliche Fortschritt“ eine Verschlechterung der Lebenslage der Ausgebeuteten mit sich brachte, war er mit Kämpfen und Widerstand verbunden. Diese Kämpfe gilt es zu organisieren und offensiv zu führen. Dass Geschichte eine unerwartete Wendung nehmen und der Aufstand von uns Jugendlichen dazu Initialzündung sein kann, haben die Revolten in der arabischen Welt gezeigt. Am 1. Mai 2011 rufen wir dazu auf, ein unmissverständliches Zeichen gegen Krieg, Kapitalismus und Unterdrückung zu setzen.

Es ist an der Zeit…

Seit Jahren kämpfen wir in unterschiedlichen Bereichen für ein selbstbestimmtes Leben – leisten aktiven Widerstand, malen, sprühen, schreiben und tanzen für einen Umsturz des kapitalistischen Wahnsinns. Und das möchten wir mit dir tun. Dazu gibt es mindestens eintausend Möglichkeiten. Organisier dich in einer Jugendantifagruppe, mit deinen Freund_innen zusammen und/oder komm am 1. Mai zu uns in den Antifa-Jugend-Block und lass es mal wieder richtig knallen…

Heraus zum Tag des Zorns!

Für eine Gesellschaft frei von Konkurrenz, Ausbeutung und Unterdrückung!
Ohne Bullen, Chefs und andere Arschlöcher!
Für die soziale Revolution!