14.Mai:Polizei verhindert Solidaritätsdemo für Griechenland

Ungefährt 200 Menschen versammelten sich am 14.Mai um 18 Uhr am Heinrichplatz in Berlin-Kreuzberg um ihre Solidarität mit den sozialen Revolten und den Opfern polizeilicher und faschistischer Gewalt in Griechenland zu bekunden. Die Berliner Polizei verhinderte die Demo mit einem Großaufgebot.

Während des Generalstreikes gegen die Sparmaßnahmen der EU am Mittwoch kam es zu brutalen Polizeiangriffen mit mehreren hundert Verletzten und Verhafteten. Ein 30jähriger Anarchist wurde dabei von Einheiten der Militärpolizei fast ermordet. Sein Zustand ist weiterhin kritisch. Als Reaktion auf die Polizeiangriffe wurde am Donnerstag die Universität von Athen besetzt und es kam landesweit zu Demonstrationen und militanten Angriffen gegen die Polizei. Auch am Wochenende gingen die Angriffen auf Polizeistationen in Athen und anderen Städten weiter. Zeitgleich mobilisieren faschistische Gruppen zur Zeit massiv gegen Migrant_innen und die Linke. Am Donnerstag Abend machten faschistische Gruppen in Athen jagt auf Migrannt_innen und ermordeten ein Flüchtling aus Bangladesh. Um auf die aktuelle Situation in Griechenland aufmerksam zu machen und ein Zeichen der Solidarität nach Athen zu schicken zu sollte am Samstag-Abend in Berlin-Kreuzberg demonstriert werden. Die Berliner Polizei, die zuvor versucht hatte ein Naziaufmarsch durch Kreuzberg zu knüppeln untersagte die Spontan angemeldete Versammlung mit dem Hinweis das zuvor im Internet dafür geworben wurde. Ein Versuch trotz der Repression der Polizei einen unangemeldeten Aufzug durchzusetzen scheiterte an der unentschossenheit der versammelten Demonstranten, dem riesigen Polizeiaufgebot und dem penetranten Dauerregen.

Am Mittwoch dem 11.Mai fanden in vielen Städten Griechenlands Demonstrationen statt, nachdem die Gewerkschaften zu einem Landesweiten Streik aufriefen. Die Proteste richten sich gegen den Sparkurs, welche die EU Griechenland im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise auferlegte. Die Demonstration in Athen wurde von einer vielzahl bewaffneter M.A.T (Militärpolizei) Kräfte angegriffen. Hierbei wurden laut der Griechischen Ärztegewerkschaft über 100 Personen verletzt, viele mussten im Krankenhaus behandelt werden.Ein 30-jährigen Anarchist wurde so stark verletzt das er auf der Intensivstation behandelt werden musste und zeitweise im Koma lag. Er schwebt weiterhin in Lebensgefahr. Aus Proteste gegen die brutale Polizeigewalt kam es auch am Donnerstag zu wütenden Protesten und militanten Auseinandersetzungen mit der griechischen Polizei. In den Tagen vor der Demonstration griffen griechische Nazis zusammen mit M.A.T. Bullen zwei besetzte Häuser und einige Migranten an. Die sich verteidigenden AktivistInnen wurden von den Bullen mit Tränengas und Schlagstöcken attackiert. In der deutschen Presse lesen sich diese Überfälle und Angriffe auf Projekte und Menschen als normale und völlig nachvollziehbare Reaktion der „Sicherheitskräfte“ gegen die wütende Menge randalierende „EU-Hasser“. Am Donnerstag kam es in Athen zu rassistischen Pogromen, gewaltbereite Neofaschisten hetzten Migrant_innen durch die Strassen und ermordeten einen Flüchtling aus Sri Lanka.

Um unsere Empörung über den rassistischen Mord in Athen und unsere Solidarität mit den Demonstranten, den verhafteten und verletzten AktivistInnen in den sozialen Kämpfen in Griechenland und überall auszudrücken rufen wir zu einer Demonstration am Samstag, den 14.Mai, um 18 Uhr am Heinrichplatz in Berlin-Kreuzberg auf.

Video

Samstag | 14.05 | 18Uhr | Heinrichplatz |Berlin-Kreuzberg

Berichte:
http://www.occupiedlondon.org/blog/
http://de.contrainfo.espiv.net/
http://entdinglichung.wordpress.com/2011/05/12/statements-und-berichte-z…
http://linsentrug.blogsport.de/2011/05/12/der-fall-des-yiannis-k/

Presse:
Spiegel
Griechenland.net

junge Welt:

Brutale Polizeigewalt gegen Demonstrierende in Griechenland

Athen. Beim griechischen Generalstreik am Mittwoch ging die Polizei in Athen mit brutaler Gewalt gegen die Demonstrierenden vor. Auf dem alternativen Internetportal indymedia.athens wird von einer dreistelligen Anzahl Verletzter gesprochen. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens zwölf Menschen durch prügelnde Polizeibeamte krankenhausreif geschlagen (Foto), zwei von ihnen liegen mit lebensgefährlichen Schädelverletzungen auf der Intensivstation. »Selten habe ich derartig brutale Schläge gesehen«, erklärte der den 30jährigen Giannis K. behandelnde Neurochirurg Panos Papanikolaou gegenüber der griechischen Presse. Der Arzt betonte, daß die kleinste Verzögerung bei der Einlieferung des Verletzten ins Krankenhaus zum Tode des jungen Mannes geführt hätte. Nach Berichten von Demonstranten und Journalisten hatten Polizeibeamte ihre Schlagstöcke umgedreht und mit den aus ummantelten Metallkernen bestehenden Griffen wahllos auf Demonstranten eingeschlagen. In Nachrichtensendungen wurde unter anderem gezeigt, wie ganze Gruppen von Polizisten auf hilflos am Boden liegende Menschen einschlugen und eintraten.

Der Gewaltexzeß der Polizei sei kein Einzelfall, betonen Kräfte der Linken. Die Kommunistische Partei Griechenlands, KKE, bezeichnete die Übergriffe der Polizei als »Teil und Ergebnis der Regierungspolitik und der bürgerlichen Apparate, den Widerstand und Kampf des Volkes zu zerschlagen«. Auch für die Linksallianz SYRIZA trägt die griechische Regierung die Verantwortung für das rigide Vorgehen der Ordnungshüter. »Es ist offensichtlich, daß in dem Maß, in dem die gesellschaftsfeindliche Politik der Regierung zunimmt, auch ihre Haltung gegenüber den Lohnabhängigen und dem widerständigen Volk rücksichtsloser und willkürlicher wird.« Ein breites Spektrum linker und anarchistischer Kräfte rief für den gestrigen Abend (nach Redaktionsschluß) zu einer Demonstration auf.

http://www.jungewelt.de/2011/05-13/062.php