19.Mai: Solidaritätskundgebung für Werner Braeuner


Am Donnerstagabend (19.05.2011) fand in Berlin am Potsdamer Platz eine zweistündige Solidaritätskundgebung für den sich in Hungerstreik befindenden Werner Braeuner statt. Dieser begann am 8. Mai ein Todesfasten um auf die menschenunwürdigen Haftbedingungen, die sich unter anderem in Fäkalien im Knastfraß äußerten, aufzubegehren. Bei thematisch passender Musik wurden mehrere Redebeiträge verlesen, hunderte Flugblätter verteilt und Transparente hochgehalten. Viele PassantInnen und TouristInnen wurden über den Fall Werner Braeuner aufgeklärt und man kam ins Gespräch. Ein unverhältnissmäßig großes Polizeiaufgebot und unauffällig gekleidete LKA-Beamte observierten die Veranstaltung argwöhnisch.

Schließlich formierte sich eine kurze Demonstration, die lautstark zur niedersächsischen Landesvertretung zog. Dabei wurde Freiheit für alle politischen und sozialen Gefangenen gefordert. Vor der Landesvertretung wurde sich dann noch einmal mit den Forderungen Werners, nach Selbstverpflegung solidarisiert. Dann löste sich die Versammlung, an der circa 50 Menschen teilnahmen, im strömenden Regen auf. Auch bei Themen die vielleicht weniger Leute auf die Straße bringen, ist es uns wichtig Solidarität über Knastmauern hinweg zu organisieren. In diesem Sinne:

Unterstützt Werner im Hungerstreik! Drinnen und draußen ein Kampf!

Soligruppe Werner Braeuner
www.political-prisoners.net

Bild DEMO | 19.Mai | 18 Uhr | Potsdamer Platz

Am 08.Mai, dem Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus, trat unser Genosse Werner Braeuner in den unbefristeten Hungerstreik (Todesfasten) um gegen die menschenunwürdigen Haftbedingungen in der JVA Sehnde in Hannover zu protestieren. Der soziale und politische Gefangene wehrt sich damit mit der radikalsten und konsequentesten Form des Widerstands, die ihm in seiner Situation möglich ist. Der Auslöser für Werners Entscheidung bis zum Letzten zu gehen, sind Fäkalien die sich im Knastessen der JVA befanden. Dies ist bei weitem nicht der erste Vorfall dieser Art in niedersächsischen Knästen. Er fordert nun Eigenverfügung über den Tagesverpflegungssatz für Gefangene (7€) um sich selber versorgen zu können. Im Falle einer Zwangsernährung kündigt Werner in einem Schreiben vom 27.04.11 die Selbsttötung an, da die Zwangsernährung keine Lösung des Konflikts resultierend aus der jetzige Situation sei. Werner schreibt, dass er nichts zu verlieren habe.

Werner ist seit 2001 eingesperrt, weil er nach der Streichung seiner Arbeitslosenhilfe aus Verzweifelung in einem Streit den Chef der örtlichen Arbeitsagentur erstach. Er sitzt nun insgesamt 13 Jahre Haft ab, und leistet beständig Widerstand gegen Gefängnisleitung, Justitz und Arbeitszwang. So verweigert er beispielsweise den knastinternen Arbeitsdienst.

Werner braucht als Antifaschist und Antikapitalist unser aller Unterstützung!

“Der Feind hat größte Angst vor Widerstand im Knast, wenn dieser Widerstand draußen begleitet und unterstützt wird. Der Vorteil des Angriffs ist auf unserer Seite. Solidarität ist eine Waffe, setzen wir sie nun ein!” (Zitat, Hungerstreikerklärung Werner Braeuners vom 1.05.2011)

Schreibt Briefe, baut Druck auf, informiert eure Freunde & Bekannten… und vor allem kommt zur Solidaritäts-Demonstration/Kundgebung am 19.Mai um 18Uhr auf dem Potsdamer Platz (S-/U-Bhf Potsdamer Platz)!

Solidarität mit Werner Braeuner – Knastkampf ist Klassenkampf!

Hintergrundinfos zu Werner Braeuner und seinen Kämpfen:

http://political-prisoners.net/solidaritaet-mit-dem-hungerstreik-von-werner-braeuner.html

http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/aktionen/braeuner.html

http://www.abc-berlin.net/tag/werner-braeuner

http://www.neues-deutschland.de/artikel/197321.besser-keines-als-dieses.html

Zeitgleich findet auch eine Veranstaltung des Kurdistan Solidaritäts-Komitees zur politischen Neuausrichtung der kurdischen Befreiungsbewegung in der jungeWelt-Ladengalerie statt.