21.Mai:Protest gegen Krieg in Kurdistan


Mehrere hundert Kurd_innen und solidarische Internationalist_innen versammelten sich 16 Uhr am Zickenplatz in Berlin-Kreuzberg um gegen die militärische Eskalation Seitens der türkischen Armee in den letzten Tagen zu protestieren. Die Berliner Polizei hatte die Demonstration zu der kurdischer Vereine, das Kurdistan-Solidaritätskomitee, die Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (ARAB) und die Gruppe „Zusammen Kämpfen“ aufgerufen hatte wegen einem „Kinderfest“ islamischer Gruppen vom Hermannplatz zum Zickenplatz verlegt. Von dort aus zogen die Teilnehmer_innen lautstark den Kottbusser Damm hinunter. Frontransparent war ein schwarzes Tuch mit 12 roten Nelken. Damit sollte die Trauer über den Tot von 12 Militanten der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ausgedrückt werden, die am vergangenen Wochenende von türkischen Soldaten ermordet wurden. Im hinteren Teil der Demonstration lief ein lautstarker gemischter Block Jugendlicher mit kurdischen und deutschen Sozialisationshintergrund und rief Parolen wie „Antifa Genclik International“ und „Deutsche Waffen raus aus Kurdistan“. In Redebeiträgen grüssten das Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin, ein palästinensischer Linker und die Berliner Linkspartei die versammelten Demonstranten. Der Vertreter der Linkspartei forderte dabei eine Aufhebung des Verbotes der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) in der BRD. Der Aktivist aus Palästina betonte den fortschrittlichen und revolutionären Charakter der kurdischen Befreiungsbewegung lobte deren Widerstandsgeist. Die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB) erinnerte in ihrem Redebeitrag an die 30 ermordeten Guerillakämpfer_innen und die über 3000 Verhafteten in den letzten 2 Monaten. Ausserdem ging sie auf den Naziübergriff am Mehringdamm und das Verhalten der Polizei ein und kündigte an das sich diese Demo am Kottbusser Tor als Zeichen des gemeinsamen Kampfes gegen Rassismus mit einer Demonstration antifaschistischer Gruppen vereinigen wird.

Indymedia-Bericht
Fotos: 1,2

Video über die Ereignisse der letzten Woche in Kurdistan auf English:

KURDISTAN NEWS-15.05-21.05.2011- ENGLISH from ANTIFA KURDISTAN on Vimeo.

aktuelle Zusammenfassung der Ereignisse der letzten Tage von der Informationstelle Kurdistan (ISKU)

Seit dem Neujahresfest „Newroz“ am 21.März macht die kurdische Bevölkerung in der Türkei mit vielfältigen Aktionen auf ihre kulturelle Diskriminierung und politische Unterdrückung aufmerksam. Millionen Menschen gingen seitdem auf die Strasse und forderten eine diplomatische Lösung der „kurdischen Frage“. Die Türkei reagierte mit brutaler Polizeilicher Gewalt auf die Proteste. Über 2500 Menschen wurden seitdem wegen der Teilnahme an Protestaktionen verhaftet, mindestens 6 Menschen kamen dabei ums Leben. Zeitgleich zur Niederschlagung der zivilen Proteste intensiviert der türkische Staat auch die militärischen Kampfhandlungen gegen Guerillaverbände der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).Dabei werden auch international geächtete Chemie-Waffen eingesetzt. Am vergangenen Wochenende sind 12 Militante der kurdischen Guerilla bei Gefechten mit der türkischen Armee gefallen. Um unsere Trauer über den Tot dieser Menschen auszudrücken und aus Protest gegen die anhaltende politische und militärische Unterdrückung der kurdischen Bewegung in der Türkei rufen wir am kommenden Samstag zu einer Demonstration auf. Hoch die internationale Solidarität!

Außerdem verschärft der türkische Staat derzeit auch massiv die Repression gegen andere linksradikale Strukturen. So wurden in der Nacht vom 10. auf den 11.Mai bei Razzien wahllos 46 Menschen festgenommen, darunter auch drei Mitglieder der äußerst populären linken Musikgruppe Grup Yorum. Ihnen wird vorgeworfen mit der kommunistischen “Revolutionären Volksbefreiungspartei – Front (DHKP-C)” in Verbindung zu stehen.

DEMO | 21.Mai | 16 Uhr | U-BHF Hermannplatz

Video


Weitere Videos: http://efendisizler.blogsport.de

Bilder der Gefallenen Guerillas

Infos:
http://kurdistan.blogsport.de/2011/05/17/trauer-und-wut-um-getoetete-guerillakaempfer/
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/pressekurdturk/2011/19/03.htm
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/pressekurdturk/2011/18/01.htm
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/pressekurdturk/2011/19/02.htm

Bürgerliche Presse:
Auschreitungen in Istanbul (Montag)
FAZ: Proteste gegen den Tod von 12 Kurden

Erklärung der Föderation kurdischer Vereine in Deutschland e.v. (YEK-KOM):

Stoppt die kolonialfaschistischen Massaker der türkischen AKP-Regierung!

Erneut haben der türkische Staat und die AKP-Regierung die Bemühungen der kurdischen Befreiungsbewegung für eine friedliche und demokratische Lösung der kurdischen Frage mit einem Verleugnungs- und Vernichtungsplan beantwortet.

Trotz der Waffenruhe der Guerilla, die einen friedlichen Verlauf der Parlamentswahlen im Juni ermöglichen soll, hat der türkische Staat seine Militäroperationen verschärft. Innerhalb der letzten Wochen wurden in Hatay, Dersim, Bingöl und Sirnak 23 Guerillakämpfer in ihrer passiven Verteidigungsstellung getötet. In Dersim setzte die Armee dabei auch chemische Kampfstoffe ein. Jetzt wurden am Wochenende in Uludere erneut 12 Guerillakämpfer massakriert.

Die Suche des kurdischen Volkes nach demokratischen Rechten wird mit Polizeiterror beantwortet. Innerhalb der letzten zwei Monate wurde über 2500 Menschen bei Polizeiübergriffen auf Demonstrationen und bei Polizeirazzien festgenommen. Betroffen sind kurdische Kommunalpolitiker und Aktivisten der Partei für Frieden und Demokratie BDP aber auch türkische Sozialisten, Laizisten und Gewerkschafter. Tausende kurdische Politikerinnen und Politiker, darunter mehrere Bürgermeister sitzen seit Jahren im Gefängnis. Mit Gewalt will die AKP verhindern, daß sich der aus prokurdischen und sozialistischen Parteien gebildete „Block für Arbeit, Demokratie und Freiheit“ zu den Parlamentswahlen als echte Alternative zu den nationalistischen Parteien der Regierung und Opposition etabliert. Dieses Vorgehen wird durch die Aussage von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan „Es gibt kein kurdisches Problem!“ legitimiert.

Mit ihren Massenprotesten hat die kurdische Freiheitsbewegung den antidemokratischen und kolonialistischen Charakter der AKP-Regierung entlarvt. Somit kann die AKP das kurdische Volk nicht mehr mit falschen Versprechungen betrügen und zeigt ihr wahres Gesicht durch Massaker und Massenverhaftungen wie unter der Militärdiktatur.

Unsere Geduld ist nicht unendlich – Friedensvertrag oder Volkskrieg!

Das kurdische Volk und seine Befreiungsbewegung sowie ihr führender Repräsentant Abdullah Öcalan werden sich durch die schmutzige Politik der AKP-Regierung nicht provozieren lassen und weiter für eine demokratische und friedliche Lösung der kurdischen Frage eintreten. Aber die Geduld des kurdischen Volkes ist nicht unendlich. Abdullah Öcalan hat vergangene Woche die Alternativen klar benannt: Entweder wird es bis Mitte Juni einen Friedensvertrag unter Anerkennung der demokratischen Rechte des kurdischen Volkes geben oder es droht ein großer Volkskrieg. Die Verantwortung liegt allein bei der AKP.

Wir protestieren auch gegen die Politik der USA und EU, die mit ihren Aussagen und Taten die AKP-Regierung unterstützen und ermutigen. Die Waffenlieferungen an die türkische Armee müssen ebenso eingestellt werden, wie die polizeiliche Verfolgung politisch aktiver Kurdinnen und Kurden in Europa. Dies ist eine Grundvoraussetzung, um eine Friedenslösung in Kurdistan nicht weiter zu sabotieren.
Als Föderation der kurdischen Vereine in Deutschland Yek-Kom rufen wir alle demokratischen Kräfte dazu auf, mit uns gemeinsam gegen die kolonialfaschistische Politik der türkischen AKP-Regierung und gegen die Unterstützung dieses schmutzigen Krieges durch die deutsche Bundesregierung zu protestieren.

YEK-KOM
Föderation kurdische Vereine in Deutschland e.V.
16. Mai 2011

BANG A MEŞE / YÜRÜYÜŞE ÇAĞRI / AUFRUF ZU DEMO.

Savaş ta ısrar eden T.C. ve onun iktidar partisi; Kürt halkının barış çabalarına cevabı 12 kahraman Gerillayı katletmekle olmuştur.
Kahraman Savaşçılarımıza sahip çıkmak için! Şehitlerimizin yanında olduğumuzu haykırmak için!
Demokras,i Barıştan yana olan ve Savaşa karşı çıkan herkesi yapacağımız yürüyüşe katılmaya çağırıyoruz.
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Em bang li tevahiya gele Kurdistane lı Berline dikin ku li hembere komkujiyan be deng neminin u tevli MEŞA me ya protestoyi bibin.
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Wir rufen zu Protest Demo. Gegen Türkische Militärangriffe in Kurdistan.
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Dem / Datum / Tarih: 21.05.2011 ŞEMİ / Samstag / Cumartesi
Saet / Uhr / Saat: 16.00 h.
Cıh / Ort / Yer : Hermannplatz
Komiteya Amedekar e Meşe