17.Juni: Nazis vor der „jungen Welt“


Knapp 500 Menschen demonstrierten in Berlin am 17. Juni 2011 gegen NPD, Freie Kameradschaften und Pro Deutschland. Für die Rechten kann dieser Tag nur als eine Schlappe gesehen werden. Allerdings zeigte die spontane Mobilisierungsfähigkeit und die Vielfalt der Protestformen, dass es in der Berliner Antifa-Bewegung einen neuen Aufwind gibt und eine neue Art der Organisierung stattfindet.
In Berlin-Mitte gab es massive Proteste gegen knapp 40 Berliner NPD-Aktivisten, die nur unter Polizeischutz ihre Kundgebung abhalten konnten. Hier kam es zu direkten Aktionen gegen die Neonazis. Nach Stein-, Flaschen- und Wasserbombenwürfe musste die Kundgebung abgebrochen werden. Wie vor wenigen Wochen in Kreuzberg, traten die Neonazis mit ihrem Anmelder Sebastian Schmidtke die Flucht durch den U-Bahnhof an.

Am Frankfurter Tor in Berlin-Friedrichshain hielt die rechtspopulistische und rassistische Mini-Partei Pro Deutschland unter Protesten von ca. 200 Menschen eine Kundgebung ab – auch hier gab es immer wieder Einbußen für die Pro-Anhänger. Auch in Dresden waren ca. 250 Neonazis dem laustarken Protest von Nazi-Gegnern ausgesetzt. Es gelang ihnen nicht ihre Veranstaltung störungsfrei abzuhalten.

Der gestrige Freitag hat gezeigt, dass es in Berlin keine rechte Veranstaltung ohne Proteste gibt. Die Erfolge der letzten Anti-Nazi-Aktionen haben spürbar mehr Leute motiviert auf die Straße zu gehen, um gegen diese Flagge zu zeigen.


Die NPD hat für kommenden Freitag eine Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus angemeldet. Wie schon beim Aufmarschversuch am 14. Mai in Kreuzberg [Info] verheimlichten Polizei und die Neonazis um Sebastian Schmidtke auch dieses mal einvernehmlich die Anmeldung. Auf Nachfrage durch Journalisten wird die Kundgebung mittlerweile für den Bezirk Mitte bestätigt, Ort und Zeit sind jedoch immernoch nicht öffentlich. Doch das Zusammenspiel von Neonazis und Staatsgewalt wird auch dieses Mal nicht problemlos über die Bühne gehen.

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