23.August: 120 Menschen gegen türkische Bombenangriffe

120 Menschen versammelten sich heute am Platz des 18.März vor dem Brandenburger Tor um gegen die seit dem Abend des 17.August anhaltenden Bombenagriffe der türkische Luftwaffe auf die Gebirgsregionen des Nordiraks (Südkurdistan) zu protestieren. Bei den Angriffen, bei dem das türkische Militär Kampfjets, Drohnen und Hubschrauber einsetzt, sind bisher mindestens 7 Zivilsten getötet und zivile Infrastruktur im beträchtlichen Umfang zerstört worden. Ziel der Luftangriffe ist vor allem die dort lebende Zivilbevölkerung zu vertreiben um eine massive Militäroffensive nach dem Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan gegen die kurdische Guerilla vorzubereiten. Die versammelten Demonstrant_innen forderten ein Ende der Militärangriffe und der anhaltenden politischen Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung in der Türkei. In Redebeiträge wurde die Sorge geäussert das die türkische Regierung mit der eingeleiteten Militarisierung des Konfliktes mit der kurdischen Befreiungsbewegung eine sogenannte „tamilische Lösung“ suchen könnte. Im Januar 2009 hatte der Staat Sri Lanka versucht den Konflikt mit der tamilischen Bevölkerung durch die militärische Zerschlagung der Guerilla LTTE und ein blutiges Massaker an 40 000 Tamilen zu „lösen“. Die Sorge, der überwiegend kurdischestämmigen Demonstrant_innen, wird dadurch bestärkt das auch der Iran zur Zeit die kurdischen Gebirgszüge des Nordiraks mit Artillerie bombardieren lässt und ähnlich wie die Türkei mehrere zehntausende Militärkräfte an der Grenze zum Nordirak zusammengezogen hat. Mit Flugblättern, Redebeiträgen und Transparenten wurden die Passant_innen auf die aktuelle Situation in Kurdistan aufmerksam gemacht. Ausserdem wurde dazu aufgerufen die kurdische Bevölkerung im Moment der militärischen Aggression nicht allein zu lassen und gegen den Krieg, der auch von der deutschen Regierung unterstützt wird, auch auf den Strassen Berlins Protest und Widerstand zu organisieren. Aufgrund der aktuell Zugespitzten Situation in den nächsten Tage gleich drei Demonstrationen oder Kundgebungen zu dem Themenkomplex in Berlin stattfinden. Heute findet zwischen 12 – 14 eine Kundgebung kurdischer Vereine vor dem Auswärtigen Amt am Werderscher Markt 1 statt um auf die deutsche Unterstützung für den Krieg gegen die kurdische Befreiungsbewegung aufmerksam zu machen. Am Samstag findet dann eine internationalistische und antimilitaristische Jugenddemonstration unter dem Motto „Edi Bese – Stoppt den Krieg in Kurdistan“ statt, zu der mehrere hundert Menschen erwartet werden. Diese beginnt um 16 Uhr am S-BHF Gesundbrunnen in Berlin-Wedding und zieht zum Alexanderplatz in Mitte.

KUNDGEBUNG | Mittwoch | 24.August | 12 – 14 Uhr | Auswärtiges Amt | Werderscher Markt 1

DEMO | Samstag | 27.August | 16 Uhr | S-BHF Gesundbrunnen

KUNDGEBUNG | DONNERSTAG | 1.SEPTEMBER | 17 – 20 UHR | HEINRICHPLATZ | KREUZBERG

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