Solidarität mit der „jungen Welt“


Die linke Tageszeitung junge Welt wird aktuell von einer Hetzkampagne überzogen, nachem sie zum 50. Jahrestag des Mauerbaus der DDR ihren Dank ausgesprochen hatte. Man mag zur DDR, zur Mauer und zum Dank dafür stehen wie man möchte. Wenn jedoch Konsertive, Rechte, ehemalige Linke oder sonstwer gegen eine linke Zeitung Front machen, gilt der jungen Welt unsere Solidarität. In der jW kommen viele kritische Stimmen zu Wort, die in der Mainstreampresse nicht aufgegriffen werden. So etwa der in den USA inhaftierten Journalisten Mumia Abu-Jamal mit seiner wöchentlichen Kolumne. Ebenso schätzen wir die Hintergrundartikel zur Geschichte von Faschismus, Vernichtung, Krieg und Widerstand. Im Gegensatz zur bürgerlichen Presse von „FAZ“ bis „taz“ werden in der jW Täter und Verantwortliche benannt und klar Position bezogen für internationale Solidarität und den Kampf gegen Neonazis, Rassismus und Krieg.

Audio-Mitschnitt von ARAB-Veranstaltung über DDR, Stasi und Mauer

Junge-Welt-Soli-Blog
Erklärung von Kirill Jermak: Solidarität mit der jungen Welt!

An­läss­lich des 50. Jah­res­ta­ges des Mau­er­baus an der In­ner­deut­schen Gren­ze hat die mar­xis­ti­sche Ta­ges­zei­tung „junge Welt“ ein Ti­tel­blatt ver­öf­fent­licht, wel­ches in der bür­ger­li­chen Pres­se, lin­ken Zu­sam­men­hän­gen sowie der Par­tei DIE LINKE. für ei­ni­ges an Ge­sprächs­stoff und auch Em­pö­rung ge­sorgt hat. Nun ist nicht die Frage, wie man zu dem Titel steht – man kann das als po­le­mi­sche Über­spit­zung auf den bür­ger­li­chen An­ti­kom­mu­nis­mus auf der einen oder ver­harm­lo­sen­de Ge­schichts­klit­te­rung auf der an­de­ren Seite be­wer­ten.

Die De­bat­te, die von ei­ni­gen Krei­sen in und bei der Links­par­tei wie der so ge­nann­ten „eman­zi­pa­to­ri­schen Lin­ken“ oder dem „Forum De­mo­kra­ti­scher So­zia­lis­mus“ ins Feld ge­führt wird, ver­folgt an­de­re Ziele. Es geht darum, in­ner­halb der Links­par­tei be­stimm­te Li­ni­en zu zie­hen, die die Links­par­tei vom 5. Rad im Par­tei­en­sys­tem zu einem je­der­zeit mög­li­chen Ko­ali­ti­ons­part­ner ma­chen. Dafür muss man, so haben ei­ni­ge ost­deut­sche „Lan­des­fürs­ten“ rich­ti­ger­wei­se er­kannt, über jedes Stöck­chen ei­ni­ger Mei­nungs­ma­cher in Po­li­tik und Me­di­en sprin­gen. Eklig wirds, wenn nicht nur die­sen Leu­ten das Wort ge­re­det wird, son­dern füh­ren­de Mit­glie­der der Links­par­tei als Kron­zeu­gen für an­geb­lich re­ak­tio­nä­re Mei­nun­gen in­ner­halt der Links­par­tei her­hal­ten.

Die Er­klä­rung ei­ni­ger Krei­se in der Links­par­tei zielt dar­auf ab, die „junge Welt“ zu iso­lie­ren und keine fi­nan­zi­el­len Mit­tel mehr zu­kom­men zu las­sen. Den­sel­ben Leu­ten, die sich nicht ent­blö­den las­sen, jeder noch so blö­den Frage von Bild, Welt und Co. nach­zu­ge­hen, for­dern einen Boy­kott einer lin­ken Ta­ges­zei­tung (Spe­ku­la­ti­on, aber wenn die rech­te „junge Frei­heit“ die Ge­nos­sen nur an­ru­fen würde, wir könn­ten uns auf sei­ten­wei­se In­ter­views ein­stel­len). Pi­kan­ter­wei­se geben grade „emali“ und „FDS“ vor, mit dem Sta­li­nis­mus ge­bro­chen zu haben. Deren in­ner­par­tei­li­che Me­tho­den Druck auf­zu­bau­en, ab­wei­chen­de Mei­nun­gen zu ver­hin­dern, sowie ei­ge­ne In­ter­es­sen gegen eine ge­sun­den Dis­kus­si­onpro­zess in der Par­tei in Stel­lung zu brin­gen, zeu­gen von einem De­mo­kra­tie­ver­ständ­nis, wel­ches zu einer ba­sis­ori­en­tier­ten Par­tei wie DIE LINKE. im Wi­der­spruch steht.

Es ist wich­tig, dass eine wirk­lich linke und un­ab­hän­gi­ge Ta­ges­zei­tung in der spek­tren­über­grei­fend ge­schrie­ben und de­bat­tiert wird, exis­tiert. Nur die „junge Welt“ steht für aus­führ­li­che Be­richt­er­stat­tung zu dem The­men­be­rei­chen Be­trieb und Ge­werk­schaft, linke Ge­schich­te, In­nen-​ und Wirt­schafts­po­li­tik sowie An­ti­fa­schis­mus um nur ei­ni­ge der Schwer­punk­te zu nen­nen. Ich wün­sche der „jun­gen Welt“ viele Neu­abos, groß­zü­gi­ge Spen­den sowie Kraft in den Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Staat und Ka­pi­tal.

Ki­rill Jer­mak, Au­gust 2011
Mit­glied der Par­tei DIE LINKE.
Be­zirks­ver­ord­ne­ter in Ber­lin-​Lich­ten­berg