1-3.September: Gegen Krieg und Faschismus


Für den 02. und 03. September 2011 mobilisierte die Dortmunder Neonazisszene um Dennis Giemsch herum zu einem Konzert und zum nationalen Antikriegstag. Am 02.09. marschierten ca. 200 Neonazis durch die Dortmunder Südstadt. Das „Alerta!“ Bündnis führte in der Nähe der Route eine Demonstration durch, an der sich laut VeranstalterInnen 600 Personen beteiligten. Aufgrund der großen Polizeipräsenz war ein Durchbruch auf die Route gescheitert. AnwohnerInnen gelang es jedoch, den Neonaziaufmarsch zu stören.

Das Bündnis „Dortmund stellt sich quer“ veranstaltete eine Demonstration gegen Faschismus, Imperialismus und Krieg nach Dortmund-Dorstfeld. Wir finden es richtig, sich nicht das ganze Wochenende an den Neonazis abzuarbeiten, sondern auch eigene Inhalte auf die Straße zu tragen. Insbesondere im Hinblick auf den Antikriegstag war die Demonstration wichtig und notwendig. Die direkten Aktionen an der Naziroute waren ebenso nötig. Die Antikriegsdemo war mit ca. 500 Personen nicht so gut besucht, wie erwartet, startete jedoch kämpferisch. In Dorstfeld wurde der Laden der Neonazis und deren Wohnungen mit Farbbeuteln und Pyrotechnik angegriffen.

Schon während der Nacht auf den 03.09. wurde die Dortmunder Nordstadt hermetisch abgeriegelt und von mehreren Tausend Bullen besetzt. Dutzende Wasserwerfer und Räumpanzer sicherten die größeren Zufahrtsstraßen. Die Einsatzleitung hatte ihre Hausaufgaben gemacht. Auch nicht verzeichnete Wege und kleinere Schlupfwinkel in die Nordstadt waren abgesichert.

Um 9 Uhr begannen die antifaschistischen Angriffe auf die Polizeisperren, um die Neonazidemonstration zu blockieren. Mehrere große Gruppen der verschiedenen Bündnisse griffen immer wieder Polizeisperren an, jedoch nicht entschlossen genug. Die Angriffe konnten von den Bullen abgewehrt werden. Sicherlich war die Polizei hervorragend ausgerüstet und ging auch nicht gerade zimperlich mit uns um, jedoch wären mit mehr Entschlossenheit Durchbrüche möglich gewesen.Jedoch verliefen die Angriffe auf die Sperrstellen wesentlich organisierter als in den Jahren zuvor. Daran gilt es im nächsten Jahr anzuknüpfen, die verschiedenen Aktionen besser zu vernetzen und die Durchbruchversuche entschlossener und organisierter anzugehen.

Bei den Durchbruchversuchen wurden ca. 260 AntifaschistInnen festgenommen. Diese wurden an der GeSa im Dortmunder Süden von AntifaschistInnen aus NRW, Stuttgart, Nürnberg und Berlin abgeholt und versorgt. AnwohnerInnen und AktivistInnen des Bündnis „Dortmund stellt sich quer“ errichteten mehrere Blockaden auf der Aufmarschroute der Rechten. Die Route der 700 Neonazis musste daraufhin umgeleitet werden. Auch dies können wir als Erfolg verbuchen.Wir danken den SanitäterInnen, AnwältInnen, und allen AntifaschistInnen, die sich dem Neonaziaufmarsch in den Weg stellen wollten. Wir sehen uns in Dortmund 2012!

Auswertung: Dortmund stellt sich quer

Fotos: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
Videos: 1, 2, 3, 4, 5, 6

Zum 7. Mal in Folge wol­len Neo­fa­schis­ten an­läss­lich des An­ti­kriegs­ta­ges durch Dort­mund mar­schie­ren. Für den 3. Sep­tem­ber mo­bi­li­sie­ren sie eu­ro­pa­weit in die Ruhr­ge­biets­me­tro­po­le. Nach dem wie­der er­folg­reich ver­hin­der­ten Marsch durch Dres­den gilt der so ge­nann­te „Na­tio­na­le An­ti­kriegs­tag“ in Dort­mund als einer der wichtig­sten Auf­mär­sche der deut­schen Neo­na­zis. Dort­mund hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu einer Hoch­burg mi­li­tan­ter Neo­na­zis ent­wi­ckelt. Bru­ta­le Über­grif­fe auf Mi­gran­tIn­nen und linke Ju­gend­li­che, auf Ge­werk­schaf­te­rIn­nen und po­li­tisch ak­ti­ve Men­schen, auf al­ter­na­ti­ve Buch­lä­den und auf Par­tei­bü­ros, auf Knei­pen und Ver­an­stal­tun­gen, auf Woh­nun­gen von An­ti­fa­schis­tIn­nen gehen wei­ter und neh­men an Bru­ta­li­tät zu.

Das Antifaschistische und Antimilitaristische Aktionsbündnis (3a), in dem sich verschiedene Gruppen mit einem revolutionären Anspruch bundesweit vernetzt haben, mobilisiert mit einem eigenen Aufruf und Materialen zu den vielfältigen Gegenaktivitäten zum sogenannten „nationalen Antikriegstag“ der Faschisten am 3.September in Dortmund. Um den Antikriegstag nicht den Nazis zu überlassen, sondern deren antisemitischen Demagogie eine linke Kritik an Krieg und Militarismus entgegenzusetzen ruft das Bündnis darüber hinaus dazu auf sich am 1.September mit eigenen Aktionen am 2. bundesweiten Aktionstag „Tatort Kurdistan“ zu beteiligen. In vielen verschiedenen Städten wollen linke Gruppen und kurdische Vereine den Anti-Kriegstag nutzen um mit Kundgebung und andere Aktionen auf die Verstrickung deutscher Firmen und der deutschen Regierung an der militärischen Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung in der Türkei aufmerksam zu machen. Am 2.September soll es dann in Dortmund eine antifaschistische und antimilitaristische Vorabenddemo in den als „Nazihochburg“ gehandelten Dortmunder Stadtteil Dorstfeld geben. Von Berlin wird es am Samstag Busse nach Dortmund geben.

BUSTICKETS FÜR DIE GEMEINSAME ANFAHRT AM SAMSTAG VON BERLIN NACH DORTMUND GIBTS IM RED STUFF

23.August: Veranstaltung in Berlin
30. August: Infoveranstaltung im Zielona Gora
1. Sep­tem­ber: bundesweiter Aktionstag „Tatort Kurdistan“
2. Sep­tem­ber: Vor­a­bend­de­mo gegen Krieg und Fa­schis­mus
3. Sep­tem­ber: Blo­cka­den gegen den Neo­na­zi­auf­marsch

Aufruf „Antifaschistisches und Antimilitaristisches Aktionsbündnis
Aufruf „Antifa Örgütü International
Aufruf „Dortmund stellt sich quer“ (Türkisch) (English)
Aufruf „Tatort Kurdistan

Wer keine Zeit hat nach Dortmund zu fahren den sei die „Mietenstopp“-Demo am 3.Septembre um 14 Uhr am Hermannplatz ans Herz gelegt.

Gegen Krieg und Faschismus
„Nationalen Antikriegstag“ in Dortmund verhindern

Am 3.September 2011 wollen Neonazis zum siebten Mal in Folge versuchen durch Dortmund zu marschieren und mit ihrem „nationalen Antikriegstag“ ihre rassistischen, antisemitischen und geschichtsrevisionistischen Ansichten in die Öffentlichkeit zu tragen. Auch dieses Jahr werden wir gemeinsam mit Tausenden AntifaschistInnen versuchen den Naziaufmarsch mit Blockaden zu verhindern. Selbst eine massive Polizeipräsenz an diesem Tag wird uns nicht davon abhalten den Neonazis entgegenzutreten und sie in ihre Schranken zu weisen.
Dortmunder Zustände bekämpfen

Seit 2005 veranstalten Neonazis in Dortmund unter Führung der sogenannten „Autonomen Nationalisten“ eine Demonstration anlässlich des internationalen Antikriegstages. Die Teilnehmerzahlen des „Nationalen Antikriegstags“ sind in Dortmund kontinuierlich gestiegen; von etwa 200 im Jahr 2005 auf über 1 000 Teilnehmer im Jahr 2008. Der Aufmarsch hat sich mit TeilnehmerInnen aus ganz Deutschland und den europäischen Nachbarländern zu einem der wichtigsten in der Neonazi-Szene entwickelt. In den letzten Jahren haben sich Tausende AntifaschistInnen nach Dortmund aufgemacht, um den Aufmarsch der Neonazis zu verhindern. 2009 und 2010 musste die Lokal-Politik auf den politischen Druck der Gegenproteste, wie durch das Bündnis „Dortmund stellt sich quer“, reagieren. Seitdem wurde den Neonazis von den Behörden „nur“ eine stationäre Kundgebung im menschenleeren Dortmunder Hafen erlaubt. Auch die Teilnehmerzahlen blieben deshalb deutlich unter denen der Vorjahre zurück.

Auch wenn in den letzten Jahren der „Nationale Antikriegstag“ einen Dämpfer bekommen hat, ist die Dortmunder Neonazi-Szene eine der aktivsten und gefährlichsten in Deutschland. Dortmund gilt als Hochburg der „Autonomen Nationalisten“ und gilt für die bundesweite militante Neonazi-Szene als Vorbild. Seit etlichen Jahren werden AntifaschistInnen und MigrantInnen dort bedroht oder zusammengeschlagen, linke Zentren werden immer wieder angegriffen, die DGB-Demonstration 2009 wurde attackiert. Der Mord an dem Dortmunder Punk Thomas Schulz durch Neonazis vor sechs Jahren stellt einen Höhepunkt der Gewalt von rechts in Dortmund dar. Angesichts dieser Situation ist es besonders wichtig, dass sich auch bundesweit viele AntifaschistInnen an den Protesten gegen den „nationalen Antikriegstag“ beteiligen. In diesem Jahr gilt es offensiver und organisierter den Aufmarsch der Neonazis zu stoppen und am Vorabend eine antifaschistische und antimilitaristische Demonstration durch die Nazihochburg Dortmund-Dorstfeld durchzuführen.

Krieg ist Frieden?

Die Parole der Nazis lautet dieses Jahr „Gegen imperialistische Kriegstreiberei und Aggressionskriege“. Sie folgen damit ihrer Strategie, durch vermeintliche Antikriegspositionen leichter Anknüpfungspunkte in der Bevölkerung zu finden. Im Zentrum ihrer Antikriegsrhetorik stehen jedoch antiamerikanische und antisemitische Argumentationsmuster, keineswegs antimilitaristische Positionen. So wird in ihrem Aufruf zwar unter anderem der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gefordert, jedoch lediglich aus dem Grund, dass der Krieg dort nicht für „deutsche Interessen“ geführt werden würde. Entsprechend ihren Wahnvorstellungen einer jüdischen Weltverschwörung und der Projizierung imperialistischer Politik ausschließlich auf die USA und Israel, reduziert sich ihre „Antikriegspolitik“ auf die dümmliche Behauptung, der deutsche Militarismus stünde heutzutage lediglich im Dienste dieser Staaten. Die Instrumentalisierung des Antikriegstages dient den Neonazis aber auch dazu die faschistische deutsche Vergangenheit umzudeuten und Nazi-Deutschland als Opfer darzustellen. In der von den Neonazis verbreiteten Sichtweise firmiert das „nationalsozialistische“ Deutschland nicht als Aggressor, sondern als Spielball und Opfer fremder Mächte, welche die vermeintlich „friedfertige“ Außenpolitik des NS-Staats unterlaufen hätten. Der Holocaust wird geleugnet und die Eroberungskriege der deutschen Wehrmacht werden zu Verteidigungskriegen umgelogen. Dabei hat der Antikriegstag seinen Ursprung gerade in der Thematisierung der Verbrechen des deutschen Faschismus: Am 1. September 1939 brach mit dem Überfall Deutschlands auf Polen der Zweite Weltkrieg aus, dem über 50 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Bereits seit 1957 wurde der 1. September daher als Antikriegstag von linken Parteien und Initiativen, der Friedensbewegung und Gewerkschaften begangen, um Militarismus und Krieg zu ächten. Wir werden daher an diesem Tag gegen die Demagogie der Nazis auf die Straße gehen und auch der imperialistischen Politik der BRD eine linke Kapitalismuskritik und Antikriegsposition entgegensetzen.

Konsequenter Antifaschismus ist Antikapitalismus

Die Neonazis stellen sich nicht nur als Kriegsgegner, sondern auch als Antikapitalisten dar. Sie propagieren den „nationalen Sozialismus“. Sie kämpfen jedoch nicht gegen die Funktionsweise des Kapitalismus, sondern nutzen Symptome des Kapitalismus wie Arbeitslosigkeit und Armut für ihre rassistische und antisemitische Hetze. In der autoritären deutschen „Volksgemeinschaft“ sollen die Klassenunterschiede aufgehoben werden. Im „Nationalsozialismus“ blieb die kapitalistische Gesellschaftsordnung unangetastet. Die herrschende Klasse – Industrielle, Banker, Großgrundbesitzer – ging ein Bündnis mit der faschistischen Bewegung ein, um ihre Klassenherrschaft zu sichern, da der Faschismus für sie den letzten Ausweg aus einer tief greifenden Krise darstellte. In der faschistischen Diktatur wurden die Gewerkschaften und die linken oppositionellen Strukturen zerschlagen und mit Kriegen und Eroberungen wollte der deutsche Imperialismus die Weltherrschaft erlangen. Die herrschende Klasse hat allerdings nicht jederzeit ein aktives Interesse am Faschismus. Für das Kapital ist der bürgerliche Staat immer noch die beste Möglichkeit, Profit zu erwirtschaften und den notwendigen Konsens für diese Politik zu sichern. Aktuell stellt der Faschismus keine Option für die herrschende Klasse dar. Leistungsdruck, Verwertungslogik und Konkurrenz schaffen aber ein gesellschaftliches Klima, in dem Faschisten mit ihrer Hetze auf fruchtbaren Boden stoßen können. An die in der bürgerlichen Gesellschaft bestehenden Ideologien wie Nationalismus und Rassismus können sie anknüpfen. Um langfristig die Gefahr des Faschismus zu bannen, ist der Aufbau einer klassenkämpferischen und revolutionären Bewegung notwendig, die auf den Sturz der kapitalistischen Herrschaft ausgerichtet ist.

Kein Fußbreit den Faschisten!
Klasse gegen Klasse! – Krieg dem Krieg!
Für einen revolutionären Aufbauprozess!
Für den Kommunismus!

Demo „Gemeinsam gegen Faschismus, Imperialismus und Krieg“
02.09.2011 | 19 Uhr | Dortmund ZOB HBF
Blockaden der Naziaktivitäten
03.09.2011 | Achtet auf Ankündigungen

Antifaschistisches / Antimilitaristisches Aktionsbündnis:
ADGH – Demokratische Jugendbewegung in Europa, Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin,KGÖ Europakommitee, KPD/Roter Morgen, Marxistische Aktion Tübingen, MLKP Deutschlandkommitee, Organisierte Autonomie Nürnberg, Projekt Revolutionäre Perspektive Hamburg, Revolutionäre Aktion Stuttgart, Revolutionäre Perspektive Berlin, Rote Antifa NRW, Rote Szene Hamburg, Sozialistische Linke Hamburg