11.September: 300 gegen „NW Berlin“-Stützpunkt


Am 11.09.2011 demonstrierten in Berlin-Lichtenberg rund 300 Menschen gegen den Nazitreffpunkt des „NW Berlin“ in der Lückstraße 58. Die Demonstration, die im Rahmen der antifaschistischen Kampagne „Nazis auf die Pelle rücken“ stattfand, wurde von einem massiven Polizeiaufgebot begleitet. Die Demonstration zog nach einer Auftaktkundgebung am S-BHF Ostkreuz in Berlin-Friedrichshain durch den von den Nazis als „Homezone“ bezeichneten Lichtenberger Kiez. Die meist Jugendlichen Demonstranten wurden von Anwohner_innen vereinzelt mit Applaus und Parolen empfangen. Neben dem Nazitreffpunkt des „NW-Berlins“ in der Lückstraße 58, der vor einigen Tagen Ziel einer antifaschistischen Verschönerungsaktion wurde, zog die Demonstration auch an der ehemaligen Nazinkneipe „Kiste“ in der Weitlingstrasse und an verschiedenen Nazi-WGs vorbei und artikulierte dort lautstark ihre fundermentale Ablehnung gegenüber Nazis und ihrer Ideologie.Begleitet wurde die Demonstration von einem völlig überzogenen Polizeiaufgebot. Nach einem durchweg friedlichen Verlauf der Demonstration nahm die Polizei die Fahrerin und den Beifahrer des Lautsprecherwagens in Gewahrsam, und stellten eine Anzeige, weil aus dem Lautsprecherwagen ein Verstoß gegen das Telekommunikationsgesetz begangen worden sein soll. Auslöser für die Polizeiaktion war das Abspielen des Liedes „Halte aus“ der Punkband „V-Mann Joe“ aus dem Jahr 1995. Dieses ist frei im Handel verfügbar und weder indiziert noch verboten.

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Hintergrund „Lückstraße 58“:

Mitte August wurde öffentlich, dass sich in Berlin-Lichtenberg, unbemerkt von der Öffentlichkeit, ein neuer Nazitreffpunkt entwickelt. Neonazis hatten die Räume, unweit des Weitlingkiezes, über einen Tarnverein angemietet, der angibt „sozial engagiert“ für Jugendliche aktiv zu sein Dabei dient das frühere Gardinengeschäft in der Lückstraße offensichtlich als Veranstaltungsort und Lager für rechtsextreme Propaganda. Die Scheiben des unscheinbaren Ladens sind mit dunkler Folie von Innen beklebt. Der nicht aus Berlin stammende Vermieter zeigte sich nach Veröffentlichung durch „Antifa-Gruppen“ völlig überrascht von dem rechten Treffpunkt in seinem Mietshaus. Bei ihm hätten sich die Neonazis als der Verein „Sozial engagiert in Berlin“ vorgestellt und einen Mietvertrag über fünf Jahre ausgehandelt. Nachdem jedoch die Aufregung um das Nazizentrum in Lichtenberg zu groß war, reagierte der bis dato ahnungslose Vermieter und kündigte die Rechtsextremen wieder. Trotz fristloser Kündigung haben die Neonazis das Ladengeschäft nicht geräumt. Es zeichnet sich damit ab, dass die Neonazis ihren Treffpunkt gerichtlich verteidigen wollen.


Vor einigen Tagen erhielt der „NW Berlin“-Stütztpunkt einen nächtlichen Besuch. Engagierte Antifaschist_innen schlugen die Scheiben des ehemaligen Gardinengeschäfts ein und besprühten die Hausfassade mit Farbe. Am nächsten Tag tingelte beim „NW Berlin“ bereits die fristlose Kündigung ein. Bis Donnerstag müssen die Nazis den Laden räumen. Über einen Tarnverein hatten der „NW Berlin“ den Laden angemietet, der als Materiallager und Treffpunkt diente. Am Sonntag den 11. September um 18.00 Uhr wird es deshalb eine Antifa-Demo gegen den Stützpunkt und den „NW Berlin“ in Lichtenberg geben. Für den selben Tag plant die NPD eine Kundgebung in Berlin. Über Auftaktort und Zeit herrscht weiterhin Unklarheit. Immer wieder hatten in den vergangenen Monaten die Bullen Informationen über geplante NPD-Aktionen zurückgehalten. Bei einem Aufmarschversuch des „NW Berlin“ in Kreuzberg kam es aufgrund dieser Geheimhaltungstaktik zu schweren Übergriffen durch Neonazis auf Gegendemonstrant_innen und Anwohner_innen. Trotzdem ist es bei spontanen Aktionen der Nazis immer wieder zu erfolgreichen antifaschistischen Aktionen gekommen (I | II ).

Antifademo: Samstag 11. September | 18.00 Uhr | S-Bhf. Ostkreuz


Der ehemalige Gardinenladen in der Lückstraße dient den Neonazis vom sog. „Nationalen Widerstand Berlin“ (NW Berlin) als konspirativer Stützpunkt. Hier werden Nazi-Treffen abgehalten. Hier lagern auch die Transparente des Zusammenhangs, aber auch Plakate, Aufkleber und Flyer, mit denen die Gegend um den S-Bhf Lichtenberg regelmäßig überzogen wird.

Die Struktur „NW Berlin“ ist die zentrale Struktur der Berliner Kameradschaftsszene. Um das Internetportal scharen sich die mehr oder weniger organisierten Nazistrukturen mehrerer Berliner Bezirke. Auf der Internetseite, die dem NPD-Funktionär Sebastian Schmidtke zugeordnet werden kann, wurden in der Vergangenheit Namen und Fotos von Antifaschist_innen, Journalist_innen und linken Politiker_innen veröffentlicht. Auch die Adressen von alternativen Wohn- und Kulturprojekten fanden sich hier in Anti-Antifa-Listen. Nicht selten folgten auf die Veröffentlichung dort direkte Angriffe auf die Personen und Objekte. Trauriger Höhepunkte waren dabei die fünf Brandanschläge auf linke Objekte im Juli diesen Jahres. Dabei wurde nur durch schnelles Einschreiten ein Übergreifen des Feuers auf die Häuser verhindert, in denen Menschen schliefen. Schmidtke, der auch Anmelder der meisten Berliner Naziaufmärsche ist, ist somit direkt verantwortlich für die Hetze der Berliner Neonazis, die auch vor Mordversuchen nicht halt macht.

Die geplante NPD-Kundgebung findet eine Woche vor den Abgeordnetenhaus- und Bezirksverordnetenwahlen 2011 statt. Für die Abgeordnetenhauswahlen kandidiert Sebastian Schmditke auf Listenplatz 5. Außerdem ist er BVV-Kandidat in Treptow-Köpenick. Durch seine Doppelbetätigung in der NPD und dem „NW Berlin“ haben sich gemeinsame Aktivitäten intensiviert. So übernimmt der „NW Berlin“ regelmäßig Schutzaufgaben bei Infoständen oder anderen NPD Veranstaltungen.

Dass die NPD kein Problem mit Gewalttätern hat, zeigte sich auch bei einem Fernsehauftritt Udo Voigts im RBB wo er Sebastian Thom in Schutz nahm. Dieser hatte im August Leute, die angeblich NPD-Plakate entsorgt hatten, mit Pfefferspray und einem Messer atackiert.

Kommt zur Demo und achtet auf aktuelle Ankündigungen unter www.antifa-berlin.info

Sonntag 11. September | 18.00 Uhr | S-Bahnhof Ostkreuz
Aufruf | Mobiplakat zum Ausdrucken und verkleben |

Aufruf zur Antifademo am 11.9 um 18.00 Uhr am S-Bahnhof Ostkreuz gegen den „NW Berlin“ Stützpunkt. Am selben Tag möchte die NPD eine Kundgebung durchführen. Achtet für Gegenaktivitäten auf aktuelle Ankündigungen auf dieser Seite. Plakate zum ausdrucken und verkleben gib es hier.

Weg mit dem „NW Berlin“-Stützpunkt Lückstraße 58! Keinen Fußbreit den Neonazis in Lichtenberg und anderswo!

Mitte August wurde öffentlich, dass sich in Lichtenberg ein neuer Nazitreffpunkt entwickelt. Über einen Verein mit dem Namen „Sozial engagiert in Berlin e.V.“ hatten sich die Neonazis ein Ladengeschäft in der Lückstraße 58, unweit der Weitlingstraße angemietet. Sie versuchten diesen Treffpunkt möglichst geheim zu halten. Selbst nach der Veröffentlichung des Ortes durch Antifaschist_innen ist noch kein Statement von den Lichtenberger Neonazis dazu zu vernehmen. Aus gutem Grund.

Lückstraße 58 muss weg! NW Berlin muss weg!

Der ehemalige Gardinenladen in der Lückstraße dient den Neonazis vom sog. „Nationalen Widerstand Berlin“ (NW Berlin) als konspirativer Stützpunkt. Hier werden Nazi-Treffen abgehalten. Hier lagern auch die Transparente des Zusammenhangs, aber auch Plakate, Aufkleber und Flyer, mit denen die Gegend um den S-Bhf Lichtenberg regelmäßig überzogen wird. Auch wenn davon nicht viel nach Außen dringt: Die Lückstraße 58 hat für die Berliner Neonaziszene eine wichtige Funktion. Aus diesem Grund muss dieser Stützpunkt geschlossen werden.

Die Struktur „NW Berlin“ ist die zentrale Struktur der Berliner Kameradschaftsszene. Um das Internetportal scharen sich die mehr oder weniger organisierten Nazistrukturen mehrerer Berliner Bezirke. Auf der Internetseite, die dem NPD-Funktionär Sebastian Schmidtke zugeordnet werden kann, wurden in der Vergangenheit Namen und Fotos von Antifaschist_innen, Journalist_innen und linken Politiker_innen veröffentlicht. Auch die Adressen von alternativen Wohn- und Kulturprojekten fanden sich hier in Anti-Antifa-Listen. Nicht selten folgten auf die Veröffentlichung dort direkte Angriffe auf die Personen und Objekte. Trauriger Höhepunkte waren dabei die fünf Brandanschläge auf linke Objekte im Juli diesen Jahres. Dabei wurde nur durch schnelles Einschreiten ein Übergreifen des Feuers auf die Häuser verhindert, in denen Menschen schliefen.
Schmidtke, der auch Anmelder der meisten Berliner Naziaufmärsche ist, ist somit direkt verantwortlich für die Hetze der Berliner Neonazis, die auch vor Mordversuchen nicht halt macht.

Schon wieder Lichtenberg.

Der Weitlingkiez kommt nicht zur Ruhe. Immer noch sehen Lichtenberger Neonazis den Kiez als ihre Homezone an. Sie beschädigen hier Gedenkplatten, Stolpersteine, bedrohen alternative Jugendliche und Migrant_innen – und versuchen regelmäßig, Objekte für ihre Aktivitäten zu erschließen. Der Ruf, den der Kiez seit den 90er Jahren hatte, als Neonazis hier Häuser besetzten und die Straße dominierten, hat sich lange gehalten. Erst mit antifaschistischen Kampagnen konnten die Neonazis auch in diesem Kiez zurückgedrängt werden. Ihre Kneipen und Treffpunkte wurden geschlossen, das Naziproblem öffentlich problematisiert.

Es wohnen immer noch einige Neonazis hier und verbreiten ihre Propaganda, aber sie stoßen inzwischen auf breite Gegenwehr, auch der Anwohner_innenschaft. Das ist der Verdienst von Antifaschist_innen, die immer wieder den Finger in die Wunde legten. Dass das auch so bleibt, muss dem Nazistützpunkt in der Lückstraße ein schnelles Ende bereitet werden.

Ein guter Schritt in diese Richtung: Der Vermieter des Hauses hat den Neonazis gekündigt. Wir protestieren so lange, bis die Neonazis keine Räumlichkeiten mehr haben.

Kein Fußbreit den Neonazis!
Nicht in Lichtenberg, nicht anderswo!
Weg mit dem „NW Berlin“-Stützpunkt Lückstraße 58!

Antifademo: Samstag 11. September | 18.00 Uhr | S-Bhf. Ostkreuz

Davor: Aktionen gegen NPD-Kundgebung. Achtet auf ankündigungen