17. November: 6000 beim Bildungsstreik


6000 Schülerinnen und Schüler, Studierende und Angestellte im Bildungsbereich versammelten sich heute Mittag vor dem Roten Rathaus um unter dem Motto „Bildungsstreik – Occupy Education!“ gegen die miserablen Zustände im Bildungssystem zu protestieren. Sie kritisierten das der Staat Milliarden ausgibt um die Banken zu retten und andere Länder zu besetzen, während für Bildungs- und Sozialausgaben kein Geld da zu sein scheint. Des weiteren forderten sie eine selbstbestimmte Bildung, deren Zweck es nicht allein ist Jugendliche für die Verwertung auf dem Arbeitsmarkt vorzubereiten. Mit Transparenten wie „Zusammen lernen gemeinsam zu kämpfen“, „Blaumachen gegen Perspektivlosigkeit“ und Parolen wie „Bildung für alle und zwar umsonst“ und „Brecht die Macht der Banken und Konzerne“ zogen sie mit einem lautstarken Demonstrationszug durch die Berliner Innenstadt und machten auf ihr Anliegen aufmerksam. In Redebeiträgen wurde auf den internationalen Charakter der Proteste hingewiesen und die Notwendigkeit eines Schulterschluss mit den aktuellen Protestbewegungen gegen die Auswirkungen der kapitalistischen Krise wie der „Occupy“-Bewegung oder den kämpfenden Gewerkschafter in Griechenland betont. Positiv bezogen wurde sich auch auf die größtenteils von Jugendlichen angeführten Revolten im Nahen Osten, die in diesem Frühling die Region erschütterten. In einem anderen Redebeitrag hieß es „Während Milliardenschwere Rettungsschirme gespannt werden um zu verhindern das unser kannibalische veranlagtes Wirtschaftssystem sich selbst verspeist, werden wir abgeschrieben und als nicht länger benötigtes Menschenmaterial aussortiert. Die Schule gleichen Verwahrungsanstalten für nervende Störenfriede und an den Universitäten prügeln sich die Leute rabiat um die letzten freien Plätze im Fahrstuhl zum Oberdeck der Titanic.“ Neben Redebeiträgen von der DIDF-Jugend, SDAJ, dem Schulstreik-Komitee des John-Lennon-Gymnasiums,der ARAB, dem Bündnis „Wir zahlen nicht für eure Krise“ und dem Silvio-Meier-Bündnis gab es vom Lautsprecherwagen der Schülerinneninitiative „Bildungsblockaden einreißen!“ auch Informationen über den CFM-Streik beim Charite-Krankenhaus und die Proteste gegen den Afghanistan-Krieg Anfang Dezember in Bonn. Kurz nach 2 endete die Protestaktion am Alexanderplatz mit einer Abschlusskundgebung. Die Polizei war mit einem Großaufgebot präsent, verhielt sich jedoch friedlich. Anders am Abend zuvor in Freien Universität in Dahlem. Dort war nach einer Vollversammlung von 1000 Studierenden ein Seminarzentrum besetzt worden. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an und räumte das Gebäude. Über 30 Menschen wurden vorläufig festgenommen und müssen nun mit Anzeigen wegen „Hausfriedensbruch“ rechnen. Der AStA FU verurteilt die Wahl gewalttätiger Mittel gegen friedlich diskutierende Studierende und stuft den Polizeieinsatz mit 13 Einsatzwagen und Hunden als völlig unverhältnismäßig ein. Die Proteste sind Teil der weltweiten „Global Weeks of Action for Education“ bei denen in über 100 Städten weltweit Jugendliche für ein besseres Lernen und Leben auf die Strasse gehen.

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Nachdem in den vergangenen Jahren Hundertausende junger Menschen auf die Strasse gegangen sind und Schulen und Unis besetzt haben um gegen die miesen Lernbedingungen und trüben Zukunftsaussichten stunk zu machen, stehen auch in diesem November wieder bundesweite, quatsch sogar weltweite, Bildungsproteste an. Angespornt von sich immer weiter verschlechternden Bedingungen im Bildungssystem und den weltweiten Jugendrevolten von Tunesien, Ägypten, Griechenland, Spanien, England bis nach Chile werden die Jugendlichen Mitte November auch in der BRD kollektiv ihren Unmut auf die Strasse tragen. Höhepunkt soll dabei der „international Students Action Day“ am 17.November sein, an dem Universitäten und Schulen bestreikt bundesweit bestreikt werden und stattdessen die Stadtzentren „occupyed“ werden sollen. In Berlin beginnt die Grossdemonstration um 12 Uhr am Roten Rathaus. Occupy Education!


17.November | Demo | 12 Uhr | Rotes Rathaus

Aufruf von „Bildungsblockaden einreißen!

Am 17. November heißt es wieder einmal: AUF DIE STRAßE! Es ist an der Zeit zu zeigen, dass wir es mit unserem Protest ernst meinen. Für uns hat sich nichts geändert. Wir wissen, dass nach einem Schulleben voller Leistungsdruck und Konkurrenzdenken die Situation nur noch verschärft wird. Die Doppeljahrgänge werden zum Kollaps an den Universitäten führen und mangelnde Ausbildungsmöglichkeiten viele junge Menschen direkt nach der Schule in die Arbeitslosigkeit entlassen.

Doch gemeinsam mit StudentInnen, Azubis, jungen Erwerblosen, Gewerkschaften und Jugendverbänden sowie LehrerInnen und Eltern heißt es als Antwort darauf, lautstark durch die Innenstadt zu ziehen und klar zu machen, dass wir nicht nur ein paar wenige Leute sind, die keinen Bock mehr auf dieses scheiß System haben.

Wir sind Tausende, die in den Schulen und Universitäten ob lernend oder lehrend selektiert und verwertet werden sollen. Wir werden auch Tausende sein, die deutlich machen, dass wir da ein Wörtchen mitreden wollen.

Aber um zu zeigen, dass es uns wirklich ernst ist, müssen wir vor Ort aktiv werden. Lest unsere Streikzeitung und informiert euch auf unserer Seite und lernt so, wie ihr an euren Schulen aktiv werden könnt. Vernetzt euch mit Hilfe von Bildungsblockaden einreißen! mit allen anderen Aktiven. Jetzt heißt es Arsch hoch!

In diesem Sinne

Zusammen kämpfen – Gemeinsam streiken

Stärkt gemeinsam eure SV – Bildet SchülerInnen-Komitees

Heraus zum Bundesweiten Bildungsstreik 2011

Am 17.November um 12 Uhr am Roten Rathaus

Wir sagen

o Geld für Bildung statt für Banken, Konzerne und Kriegseinsätze!

o Wir lassen uns nicht aufteilen – Eine Schule für alle!

o Ausbildungs- und Studienplätze für Alle!

o Für das volle Streikrecht für SchülerInnen, Azubis und LehrerInnen!

o Mehr Lehrer für kleinere Klassen!