18.November : 800 gegen Naziladen in Weissensee


800 Menschen protestierten am Abend des 18.November in Berlin-Weissensee gegen ein Bekleidungsgeschäft der Neonazimarke „Thor Steinar“ Names „Tønsberg“. Gegen startete 18.00Uhr die Demonstration unter dem Motto: „Kein Kiez für Nazis – Weg mit dem Neonaziladen ‚Tønsberg‘ in Weissensee“ am S-Bahnhof Greifswalder Straße. Vorbei an verschiedenen Orten der wenigen, verbliebenen neonazistischen Umtriebe im Bezirk führte die Route zum „Tønsberg“.

Auftakt – „East Side Sportbar“

Schon nach wenigen Metern kam die Demo an der vor allem von rechtsoffenem bis neonazistischem Publikum frequentierten „East Side Sportbar“ vorbei. Schon bevor die Demomoderation den Redebeitrag zur „East Side Sportsbar“ verlas, kam ein deutscher Stiernacken aus der Kneipe und begann die Demonstrant_innen zu beschimpfen. Die Polizeibeamt_innen reagierten prompt und stellten sich schützend vor die Bar und den pöbelwütigen Deutschen. Nachdem das Publikum selbst nicht einer offenen Selbstcharakterisierung sich versagte, unterstrich der anschließende Redebeitrag jenen Auftritt noch einmal.

Angstraum Antonplatz?

Weiter ging es durch Prenzlauer Berg Ost über, die verschlungenen Seitenstraßen und die Langhansstraße zum Antonplatz. Hier wurde auf die, sich häufenden, rechten Übergriffe rund um den Antonplatz und in den lokalen Tramlinien berichtet. Gerade in den vergangenen Sommermonaten avancierte der Antonplatz zu einem Treffpunkt von – zumeist angetrunkenen – rechtsoffenen Jugendcliquen, von denen auch immer wieder Pöbeleien und Übergriffen ausgehen. So wurden am 15. Mai zwei junge Erwachsene in der Tram-Linie M4 von einer Gruppe Neonazis attackiert. Einem der Angegriffenen brachen sie das Nasenbein.

Höhepunkt – Ein Naziladen in Weissensee?

Als die Demo vorm „Tønsberg“ ankam, war die Zahl der Teilnehmenden inzwischen auf bis zu 800 angewachsen. Lautstark forderten die Antifaschist_innen unter Jubel und Sprechchören die Schließung des Ladens. Bekräftigt wurde diese Forderung durch einen Redebeitarg der Senatorin für Stadtentwicklung Christine Keil. Die engagierten Beamt_innen der Berliner Polizei riegelten den Laden jedoch bereits im Vorfeld weiträumig ab, um jedwedes offensives Vorgehen gegen die Einrichtung zu unterbinden. Antifaschist_innen aus Sachsen verlasen gegen Ender der Demo noch einen Beitrag zum ehemaligen Chef der Wehrsportgruppe Hoffmann, der am 26. November diesen Jahres in Leipzig referieren wird.

Noch während der Abmoderation, kam es zur Festnahme einer Person durch die anwesenden Beamt_innen. Nach etwas Tumult entspannte sich die Situation wieder.

Resümee – Kein Tag länger

Das Bündnis „Kein Kiez für Nazis“ wertete die Demonstartion an und für sich, als auch das Feedback auf selbige als Erfolg. Die Reaktionen auf die Demo reichten von Interesse bis zu offenen Sympathiebekundungen. So applaudierten z.B. einige Anwohner_innen von ihren Fenstern aus oder hoben die Faust zum Gruß.

Für die Demonstration wurde lediglich rund drei Wochen lang geworben. In dieser Zeit erhielten wir sehr viel positives Feedback vor allem bei den Verteilaktionen im öffentlichen Raum. Hierbei wurden wir von vielen Weißenseer_innen in unserem Anliegen bestärkt. Außerdem wurde klar, dass die von uns aufgegriffene Problematik bei vielen Anwohner_innen schon angekommen ist – vor allem die flächendeckenden Plakatier- und Flyer-Steckaktionen im Bezirk hatten wohl ihren Beitrag dazu geleistet. Auch an der Demo beteiligten sich viele Weißenseer_innen, die über unsere Werbung von der Aktion erfahren hatten.Um diesen „Erstkontakt“ nicht verebben zu lassen ist derzeit eine Kiez-Vollversammlung in Planung, bei der interessierte Weißenseer_innen sich über Gegenstrategien gegen das rechte Bekleidungsgeschäft austauschen können.

http://keinkiezfuernazis.blogsport.eu/


Am 28. Oktober eröffnete in Berlin-Weißensee ein neues Geschäft der rechten Modemarke “Thor Steinar”. Gegen das neue Ladengeschäft, das den Namen “Tönsberg” trägt regt sich Widerstand. Ein Bündnis aus Nachbarschaftsinitiativen, antifaschistciehn Gruppen und Parteien ruft für den 18. November zur Gegendemo auf. Es liegt an uns allen ob und wie lang “Thor Steinar sein Handel mit dem Hass in Weißensee betreiben kann. Wir sagen darum: „Tønsberg“ in Weißensee? Wir sagen Ladenschluss von 0 bis 24 Uhr!
Rechte Klamottenmarken wie „Thor Steinar“ braucht keiner!!

Demo | Fr. 18. Nov. 2011 | 17.30 Uhr | S-Bhf. Greifswalder Straße

Kein Kiez für Nazis!
Nein zum„Thor Steinar“-Laden „Tønsberg“ in Weißensee!

Am 28.Oktober 2011 eröffnete in der Berliner Allee 11 der Nazi-Laden „Tønsberg“. Der Laden vertreibt, wie schon sein gleichnamiger Vorgänger in Mitte, die rechte Bekleidungsmarke „Thor Steinar“. Bei „Thor Steinar“ handelt es sich nicht um ein beliebiges Fashionlabel. „Thor Steinar“-Kleidung transportiert rechte Botschaften in den öffentlichen Raum und kleidet Neonazis gleichzeitig so, das sie nicht offensichtlich als solche wahrgenommen werden können. Eine Ideologie, wie die des Nationalsozialismus, die von der Minderwertigkeit von Menschen ausgeht, können und wollen wir nicht hinnehmen.

„Thor Steinar“ – eine Marke von Neonazis für Neonazis

Das Klamottenlabel „Thor Steinar“ wurde im Jahr 2002 von Axel Kopelke und Uwe Meusel gegründet – zwei Personen, die immer wieder im Zusammenhang mit Veranstaltungen rund um die Königs Wusterhausener Neonaziszene aufgefallen waren. Schon das aus zwei nordischen Runen zusammengesetzte Logo, das u.a. das SS-Emblem enthält und deshalb längere Zeit verboten war, zeugt vom ideologischen Hintergrund der Marke – dem Nationalsozialismus. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Aufdrucke und Applikationen der „Thor Steinar“-Kollektionen immer wieder mit eindeutig zweideutigem Bezug auf Nationalsozialismus, Kolonialismus und Krieg bestand. Dies, sowie die Verankerung der Marke und ihrer Hintermänner in der Neonaziszene führten schnell zu deutschlandweiten Protesten, in deren Konsequenz „Thor Steinar“ viele seiner Läden schließen musste und das Tragen der Marke in einigen Fußballstadien und dem Bundestag verboten wurde. Seitdem setzt „Thor Steinar“ verstärkt auf unauffällige sportliche Klamotten.

„Tönsberg“ – nicht das einzige Problem

„Thor Steinar“ hat den neuen Standort für seinen Laden nicht zufällig gewählt. Neben seinen Bestandskunden kann „Thor Steinar“ in Weißensee mit rechtsoffener Kundschaft aus der unmittelbaren Umgebung sowie den benachbarten Bezirken rechnen. Der neben dem Laden gelegene Antonplatz entwickelt sich seit längerem zu einem Ort, an dem es regelmäßig zu rechten Pöbeleien und Übergriffen kommt. Auch die Fahrt mit den Tram-Linien M4 und M13 kann unter Umständen gefährlich werden, da größere Neonazigruppen (u.a. aus Weißensee und Hohenschönhausen) gerade an den Wochenenden immer wieder Fahrgäste bedrohen und zusammenschlagen. Die Eröffnung des „Thor Steinar“-Ladens, vor allem dessen Publikum, das in Zukunft zum rechten Shopping nach Weißensee kommen wird, wird diese Situation nur unnötig weiter verschärfen.

Kein Kiez für Nazis!

Die Vergangenheit hat uns gezeigt, dass der direkte Protest durch Aufklärung und Information in der Nachbarschaft, Demonstrationen und Kundgebungen der beste Weg ist, um Neonazis und ihrer Ideologie den Nährboden zu nehmen. Nachdem es Weißenseer*innen bereits 2005 gelungen war, die Schließung des Neonaziladens „Nordic Thunder“ herbeizuführen, sind wir zuversichtlich, dass auch die Schließung des „Tønsberg“ gelingen kann. Letztenendlich liegt es aber an uns allen, wie lange sich ein solcher Laden in Weißensee hält.

Ein erstes Zeichen wurde bereits zur Ladeneröffnung gesetzt, als sich spontan 100 Menschen am Antonplatz versammelten, um ihren Unmut kundzutun. Um es dabei nicht zu belassen, rufen wir am 18. November zu einer Demonstration gegen den „Tønsberg“ auf. Dies wird das nächste und gewiss nicht das letzte Zeichen gegen den Laden sein. Sagt euren Freund*innen Bescheid, malt Eure eigenen Schilder und Transparente und kommt zur Demo.

„Tønsberg“ in Weißensee? Wir sagen Ladenschluss von 0 bis 24 Uhr!
Rechte Klamottenmarken wie „Thor Steinar“ braucht keiner!

Demo:
Fr. 18. November 2011, 17.30 Uhr, S-Bhf. Greifswalder Straße

Informationen zur Marke „Thor Steinar“ und zur Demo gibt es unter:
www.keinkiezfuernazis.blogsport.eu


1 Antwort auf „18.November : 800 gegen Naziladen in Weissensee“


  1. 1 Dagmar Collinet 21. November 2011 um 22:34 Uhr

    Hallo, mit entsetzen hab ich auf Eurem Blog gelesen, was sich hier in Weißensee breitmacht – Es braucht viel mehr Aufklärung, besonders bei den Jugendlichen, denen nicht bewusst ist, was sie mit dem Tragen dieser Kleidung im Verborgnen ausdrücken. Hier in Weißensee muss das echt verhindert werden, dass sich hier der braune Sumpf breit macht – und das geht nur mit friedlichen Mitteln sonst kassiert einen die Polizei sowieso gleich ein.
    Von dieser Kneipe in der zu lesen war, seit wann existiert diese? – und weshalb konnte das nicht abgewehrt werden? Oder ist der Laden nicht offensichtlich als „solcher“ zu erkennen?
    Was in Friedrichshain nihct funktioniert hat, vielleicht funktionierts hier – früher wurde solch ein Laden einfach zerstört – heute geht das nicht mehr – Die Nazis werden immer mächtiger – und fallen nicht mehr durch ihr Äußeres auf – und das bringt die Gefahr mit sich – Sind denn noch Plakate erhältlich oder andere – keine Nazis im Kiez – Aufkleber.
    Vielen Dank – Dagi

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