3.Dezember: Proteste gegen Afghanistankonferenz in Bonn


Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag im Vorfeld der Afghanistan-Konferenz in der Bonner Innenstadt gegen den Krieg am Hindukusch demonstriert. Das [3A] * Revolutionäre Bündnis hatte gemeinsam mit der Interventionistischen Linken (IL) und weiteren Gruppen zu einem internationalistischen Block unter dem Motto „Internationale Solidarität gegen imperialistische Kriege und Besatzung!“ aufgerufen, der über Tausend TeilnehmerInnen umfasste und von einem großen Polizeiaufgebot begleitet wurde. Vom Lauti des Blockes hielt auch Said Mahmoud von der afghanischen Solidaritäts-Partei eine Rede. Außerdem gab es einen Audio-Betrag von Mumia Abu Jamal, der extra für die Demo von ihm verfasst wurde. Es wurden während der Demonstration bengalische Fackeln abgebrannt und Farbbeutel auf ein Hoch-Tief-Gebäude sowie auf das Polizeispalier, das den Internationalistischen Block begleitete, geworfen. Der Bundestagsabgeordnete der Grünen Hans-Christian Ströbele konnte seine Rede bei der Abschlusskundgebung wegen Eierwürfen und Sprechchören gegen die grüne Kriegspartei nur mit Verzögerung beginnen.

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Am 5. Dezember findet in Bonn die so genannte Afghanistankonferenz statt. Die Friedensbewegung, linke und revolutionäre Gruppen und Initiativen nehmen dieses Treffen zum Anlass, um gegen den Krieg in Afghanistan auf die Straße zu gehen und deutlich zu machen, dass die Truppen sofort und bedingungslos abziehen müssen. Wir mobilisieren auch nach Bonn und haben dazu einen gemeinsamen Aufruf verfasst. Es fah­ren Busse aus Ber­lin nach Bonn. Ti­ckets gibt es zum So­li­preis (25 Euro), zum Nor­mal­preis (20 Euro) und zum So­zi­al­preis (15 Euro) in den Buch­lä­den „Schwar­ze Risse“ in Kreuz­berg (Gnei­sen­au­stra­ße 2a) und Prenz­lau­er Berg (Kas­ta­ni­en­al­lee 85).

Bundesweite Demonstration | Samstag, 3. Dezember | 11:30 Uhr | Kaiserplatz | Bonn
Berliner Bündnis
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Mobiver­an­stal­tung des Ber­li­ner Bünd­nis­ses mit Said Mahmoud Pahiz (lin­ker Ak­ti­vist aus Kabul), Clau­dia Haydt (In­for­ma­ti­ons­stel­le Mi­li­ta­ri­sie­rung) und einer Ak­ti­vis­tin aus der Vor­be­rei­tung:
Mitt­woch | 30.​11.​2011 | 19 Uhr | SO36 (Ora­ni­en­stras­se 190)

Aufruf von [3A]*Revolutionäres Bündnis

Klasse gegen Klasse – Krieg dem imperialistischen Krieg

Vor zehn Jahren am 7. Oktober 2001 begannen die US-Streitkräfte mit der Bombardierung Afghanistans. Die Bundeswehr beteiligt sich seit Ende 2001 an dem Kriegseinsatz. Vor zehn Jahren tagte die erste Afghanistan-Konferenz im Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland auf dem Petersberg bei Bonn. Dort wurde Hamid Karzai als Präsident des Landes am Hindukusch eingesetzt. Zehn Jahre später, am 5. Dezember 2011, treffen sich die Kriegsherren und ihre afghanischen Verbündeten erneut in Bonn. Dazwischen liegen zehn Jahre Krieg, Zerstörung und endloses Leid für die afghanische Bevölkerung. Gegen diese Kriegskonferenz rufen bundesweit die Friedensbewegung sowie linke und revolutionäre Gruppen und Initiativen zu Protesten auf.

Nato-Terror gegen die Bevölkerung

Folter, nächtliche Razzien, Bombardierungen von Wohnhäusern und Erschießungen gehören zum grausamen Alltag der afghanischen Bevölkerung. Immer mehr ZivilistInnen werden Opfer von Militäraktionen. Auch die Bundeswehr ist direkt an der Ermordung von ZivilistInnen und der Niederschlagung von Protesten beteiligt. Zum Beispiel wurden mindestens 14 Menschen, die sich im Mai 2011 an einer Demonstration in Talokan im Nordosten des Landes beteiligten, von Bundeswehrsoldaten und afghanischen Polizisten erschossen und etwa 80 Menschen verletzt. Als drittgrößter Truppensteller ist die BRD fundamental am Krieg beteiligt und für Kriegsverbrechen wie das Massaker in Kundus 2009 bei dem über Hundert Menschen – davon mindestens 22 Kinder – getötet wurden, verantwortlich.

Schrecken ohne Ende

Auch nach zehn Jahren sieht die Bilanz für die Nato in Afghanistan düster aus. Trotz der steigenden Militärpräsenz konnte sie das Land nicht in ihrem Sinne stabilisieren. Der Krieg hat sich längst auch auf Pakistan ausgeweitet. Nato-Kampfhubschrauber attackieren auch Ziele im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet. Laut Aussagen von Politkern wie Barack Obama und Guido Westerwelle soll der Kriegseinsatz 2014 beendet sein und die „Sicherheitsverantwortung“ an die afghanische Regierung übergeben werden – allerdings nur wenn es die „Sicherheitslage“ zulässt. Außerdem sollen auch nach 2014 Militärstützpunkte auf lange Sicht weiterbestehen und militärische Ausbilder im Land bleiben. Ein Ende der imperialistischen Besatzung und Kontrolle ist nicht abzusehen.

Krieg im Interesse der Bevölkerung?

Wenn es um den Krieg in Afghanistan geht sind immer wieder Argumentationen zu hören, denen zufolge die afghanische Bevölkerung die militärische Unterstützung der Nato benötige, um sich gegen die Taliban zur Wehr zu setzen. Die Taliban sind ohne Zweifel eine reaktionäre, dem Fortschritt feindlich gegenüberstehende Kraft. Nur, das ist die Nato erst recht. In der herrschenden öffentlichen Meinung wird allerdings ein ganz anderes Bild gezeichnet: Die Nato gilt als Verteidigerin von Menschenrechten und Demokratie. Umso verständlicher sind die empörten Reaktionen von Teilen der bürgerlichen Medien und Politik wenn einzelne Politiker wie Köhler oder Guttenberg offen zugeben, dass wirtschaftliche Interessen und „Sicherheitspolitik“ – sprich Krieg – selbstverständlich etwas miteinander zu tun haben. Die geostrategische Lage, die Erschließung der Ressourcen des Landes für den Weltmarkt und die politische wie wirtschaftliche Einflussnahme in der Region sind Gründe für den Krieg. Dass es der Nato nicht um die demokratische Entwicklung in Afghanistan geht, zeigt auch ihre Zusammenarbeit mit der Nordallianz und anderen reaktionären Warlords.

Widerstand gegen Nato und Karsai

Der Widerstand der afghanischen Bevölkerung gegen die Besatzung nimmt zu. Immer häufiger gibt es Demonstrationen gegen die Nato-Truppen und die afghanische Regierung. Auch die Anschläge gegen die militärische Infrastruktur der Besatzer reißen nicht ab. Die Nato will ihren Einsatz damit legitimieren, dass sie auf ausdrücklichem Wunsch der afghanischen Regierung im Land aktiv sei. Das Karsai-Regime wurde von der Nato eingesetzt und handelt im Interesse der westlichen Staaten. Dass sich dieses Regime für eine Nato-Präsenz ausspricht ist somit kein Wunder. Linke afghanische Organisationen wie die Frauenorganisation RAWA, die Solidaritätspartei oder die Communist (Maoist) Party kämpfen seit Jahren gegen die Besatzer, gegen die afghanische Regierung und gegen die fundamentalistischen Gruppen im Land.

Nato – eine „Quelle der Hoffnung“ für das Kapital

Die Nato-Krieger beschreiben sich selbst folgendermaßen: „Unser Bündnis gedeiht als Quelle der Hoffnung, da es auf den gemeinsamen Werten der Freiheit des Einzelnen, der Demokratie, der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit beruht und da es unser gemeinsames wesentliches und unveränderliches Ziel ist, die Freiheit und Sicherheit seiner Bürger zu schützen.“ Es geht der Nato jedoch keineswegs um die Freiheit und Sicherheit der Bevölkerungen, sondern vielmehr um einen freien Kapital und Warenverkehr und die Sicherheit des Besitzes der herrschenden Klasse. Aus Sicht der Nato gilt ein Staat als stabil und erfolgreich, wenn das Investitionsklima gut ist, das heißt das Eigentum geschützt wird und den Profitinteressen nichts im Wege steht. Zur Durchsetzung der Interessen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung werden, wenn andere Mittel nicht mehr ausreichen, Kriege geführt und Länder besetzt. Staaten mit besonderer ökonomischer oder politischer Bedeutung, wie die rohstoffreichen Länder des Mittleren Ostens, werden von den imperialistischen Staaten entweder eingebunden oder unterworfen beziehungsweise zu einem Regime-Wechsel durch aktive Intervention veranlasst. Beispiele für derartige Kriegseinsätze der Nato sind Jugoslawien, Afghanistan, Irak und seit März auch Libyen.

Imperialismus – kein Relikt der Vergangenheit

Zwischen den führenden Industriestaaten und den in Unterentwicklung gehaltenen Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika besteht auch im 21. Jahrhundert ein internationales Abhängigkeits- und Ausbeutungsverhältnis. Mittels internationaler Abkommen und über Organisationen wie IWF, WTO und Weltbank sichern sich die führenden kapitalistischen Staaten und die großen Konzerne den Zugriff auf Absatzmärkte und billige Arbeitskräfte. Die USA, Japan und die EU nutzen ihre ökonomische, politische und militärische Macht, um weltweit ihre Interessen durchzusetzen. Obwohl sie auch in Konkurrenz zueinander stehen, haben sie ein gemeinsames Interesse an der Aufrechterhaltung der globalen kapitalistischen Ordnung. Dabei geht es ihnen unter anderem um die Sicherung der Energiezufuhr und um einen reibungslosen internationalen Kapital- und Warenverkehr. Durch den Aufstieg der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) hat sich der Kampf um Märkte und Rohstoffe in den letzten Jahrzehnten verschärft, da dadurch neue Konkurrenten auf dem Weltmarkt entstanden sind.

Aggression nach außen – Sozialabbau und Repression nach Innen

Die militärische Absicherung des Kapitalismus spielt eine zentrale Rolle. In den Diskursen der Herrschenden werden immer wieder Strategien zur Sicherung der eigenen Macht angesichts der Bedrohung durch soziale Unruhen thematisiert. In einem Beitrag in Griephan Global Security, einer deutschen Zeitschrift zur „Sicherheitspolitik“ heißt es beispielsweise: „Zur Zeit ist eines der größten Risiken, dass die gegenwärtig Ausgeschlossenen irgendwann Gehör finden und ihren Einfluss dann auf nationaler Ebene wieder geltend machen. Daraus entsteht sowohl für globale Unternehmen als auch für Investoren eine Herausforderung: Wie schützt man globale Unternehmensstrukturen in einer Zeit, wo sich das ‚Länderrisiko‘ im weitesten Sinne verschärft? Unternehmen müssen [sich] gegen politische und soziale Unruhen in den Nationalstaaten sichern.“ Die weltweite Sicherung von Kapitalinteressen geht einher mit der Zurichtung aller gesellschaftlichen Bereiche nach Verwertungsinteressen im Innern. Die massive Spar- und Kürzungspolitik wird in der EU vor allem von der BRD forciert. Dagegen regt sich in zahlreichen europäischen Staaten Widerstand, vor allem in Spanien, Griechenland und England finden Massenproteste statt. Die Aufrüstung von Polizei und Militär ist auch im Zusammenhang mit den zunehmenden sozialen Konflikten zu sehen. Im EU-Vertrag von Lissabon ist deshalb nicht ohne Grund mit dem Artikel 222 der Einsatz des Militärs auch im Innern möglich.

Für einen revolutionären und sozialistischen Antiimperialismus

Im Kampf gegen die imperialistische Herrschaft fühlen wir uns verbunden mit allen, die für eine fortschrittliche Entwicklung kämpfen. Die Logik „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ kann dabei kein Konzept für eine gemeinsame Politik sein. Stattdessen nehmen wir auch innerhalb der internationalen Solidarität eine klassenkämpferische Position ein. Unser Bezugspunkt sind linke revolutionäre Bewegungen und wir sind solidarisch mit fortschrittlichen Kräften, Frauenrechtsinitiativen und gewerkschaftlichen Bewegungen, die für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Lohnabhängigen, Unterdrückten und Ausgeschlossenen kämpfen. Die internationale Solidarität mit fortschrittlichen und revolutionären Bewegungen besteht aber nicht allein darin sich mit ihren Kämpfen zu solidarisieren, sondern es geht vor allem darum den Kampf hierzulande voranzutreiben. Denn die beste Unterstützung der weltweiten Befreiungskämpfe liegt darin, in den imperialistischen Zentren selbst den Kampf gegen Staat und Kapital zu führen. Deshalb setzen wir uns für den Aufbau einer starken revolutionären Bewegung ein, die für die Zerstörung der kapitalistischen Machtverhältnisse und für den Aufbau einer kommunistischen Gesellschaft kämpft. Der Kampf gegen den Krieg ist dabei ein zentraler Bestandteil unserer politischen Arbeit. Eine eindeutige Position gegen den imperialistischen Krieg zu beziehen und auf verschiedensten Ebenen gegen Militarisierung und Krieg aktiv zu werden ist dringend notwendig. Deshalb mobilisieren wir gegen die Kriegskonferenz in Bonn und rufen alle dazu auf sich an den Aktivitäten zu beteiligen.

Nato raus aus Afghanistan und Libyen! Krieg dem imperialistischen Krieg!
Für einen revolutionären Aufbauprozess! Für den Kommunismus!

Aufruf des Berliner Bündnis:

Sie reden von Frie­den und füh­ren Krieg!
Ge­mein­sam gegen die Af­gha­nis­tan-​Kriegs-​Kon­fe­renz in Bonn

Am 5. De­zember 2011 wird in Bonn die Kon­fe­renz „Pe­ters­berg II“ der Na­to-​Staa­ten und an­de­rer Län­der statt­fin­den, bei dem über die Zu­kunft Af­gha­nis­tans be­ra­ten wer­den soll. Es sind die glei­chen Staa­ten, die in Af­gha­nis­tan Krieg füh­ren und vor zehn Jah­ren bei der Kon­fe­renz „Pe­ters­berg I“ Kar­sai und seine kor­rup­te Re­gie­rung an die Macht ge­bracht haben. Af­gha­nis­tan hat keine Zu­kunft, so­lan­ge es von der Nato be­setzt ge­hal­ten wird. Der Krieg hat mit Bom­ben­an­grif­fen, Mas­sa­k­ern, Raz­zi­en, Fol­ter und Er­schie­ßun­gen be­reits end­lo­ses Leid für die af­gha­ni­sche Be­völ­ke­rung ge­bracht und zu einer Ver­schlech­te­rung der hu­ma­ni­tä­ren und so­zia­len Lage ge­führt. Auch wenn die krieg­füh­ren­den west­li­chen Staa­ten von Trup­pen­ab­zug spre­chen, wer­den sie in Af­gha­nis­tan keine selbst­be­stimm­te Ent­wick­lung zu­las­sen.
Die Af­gha­ni­sie­rung des Krie­ges, die so­ge­nann­te Über­tra­gung der Ver­ant­wor­tung auf af­gha­ni­sche Si­cher­heits­kräf­te, meint vor allem eine stär­ke­re Ver­la­ge­rung der Ri­si­ken und Opfer auf die af­gha­ni­sche Be­völ­ke­rung. Die krieg­füh­ren­den Staa­ten wer­den sich aus der Re­gi­on nicht zu­rück­zie­hen, son­dern su­chen nach Herr­schafts­for­men, mit denen sie ihre In­ter­es­sen ef­fek­ti­ver und ri­si­ko­lo­ser um­set­zen kön­nen. Dabei sind für die Nato auch re­ak­tio­nä­re War­lords, die jeder de­mo­kra­ti­schen Ent­wick­lung im Weg ste­hen, als Macht­hal­ter ak­zep­ta­bel. Die lin­ken und fort­schritt­li­chen Kräf­te in Af­gha­nis­tan kämp­fen gegen die fun­da­men­ta­lis­ti­schen War­lords und Ta­li­ban, sowie gegen die Be­sat­zungs­trup­pen. Ihnen gilt un­se­re So­li­da­ri­tät!

Die In­ter­es­sen hin­ter dem Krieg wer­den heute kaum noch mit Men­schen­rech­ten und De­mo­kra­tie ver­klei­det. Es wird offen zu­ge­ge­ben, dass es sich bei den Krie­gen der Bun­des­wehr tat­säch­lich um Mi­li­tär­ein­sät­ze für Wirt­schafts­in­ter­es­sen han­delt. Diese im­pe­ria­lis­ti­schen Krie­ge die­nen der herr­schen­den Klas­se ein­zig dazu, ihre ka­pi­ta­lis­ti­schen In­ter­es­sen durch­zu­set­zen. So sind die geo­stra­te­gisch be­deu­ten­de Lage in der Nähe von China, In­di­en und Russ­land, die Kon­trol­le über Roh­stof­fe und die Nut­zung von Trans­port­we­gen für En­er­gie­res­sour­cen durch das Land, Grün­de für ein Jahr­zehnt Krieg gegen Af­gha­nis­tan. Die af­gha­ni­sche Wirt­schaft wurde im Krieg total zer­stört. 90 Pro­zent der „zi­vi­len Auf­bau­hil­fe“ wan­dert heute in die Ta­schen west­li­cher Wie­der­auf­bau­kon­zer­ne.

Die BRD ist eine zen­tra­le Kriegs­par­tei in Af­gha­nis­tan. Jahr für Jahr hat die Mehr­heit des Bun­des­ta­ges immer wie­der Man­da­te für die Bun­des­wehr aus­ge­stellt und die An­zahl der Sol­da­tIn­nen er­höht, die in den Krieg nach Af­gha­nis­tan ge­schickt wur­den. Der blu­tigs­te Mi­li­tär­schlag der Bun­des­wehr fand am 4. Sep­tem­ber 2009 in der Nähe von Kun­dus statt. Der deut­sche Oberst Klein be­fahl den Luft­an­griff auf Tank­las­ter bei dem 142 Men­schen ge­tö­tet wur­den. Für die­ses Kriegs­ver­bre­chen wird Oberst Klein nicht zur Ver­ant­wor­tung ge­zo­gen. Ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren gegen ihn wurde ein­ge­stellt. Wäh­rend Kriegs­geg­ne­rIn­nen hier­zu­lan­de ver­folgt und mit Re­pres­sio­nen über­zo­gen wer­den, blei­ben die Ver­bre­cher in Uni­form un­be­hel­ligt.

Die Mehr­heit der Bun­des­bür­ge­rIn­nen hat sich in Um­fra­gen gegen den Krieg aus­ge­spro­chen. Diese Ab­leh­nung müs­sen wir auch öf­fent­lich auf der Stra­ße sicht­bar ma­chen. Es geht aber nicht nur darum, das Ge­sicht des Krie­ges mit all sei­nen zer­stö­re­ri­schen und töd­li­chen Kon­se­quen­zen offen zu legen, son­dern vor allem darum deut­lich zu ma­chen: Der Krieg be­ginnt hier und muss hier mit allen Mit­teln auf­ge­hal­ten wer­den. Geht auf die Stra­ße, sa­bo­tiert die Kriegs­ma­schi­ne­rie und de­ser­tiert vom Kriegs­dienst. Wir rufen dazu auf An­fang De­zember nach Bonn zu kom­men, um der Na­to-​Kriegs­al­li­anz ent­schlos­sen ent­ge­gen­zu­tre­ten und gegen Krieg, Be­sat­zung und Im­pe­ria­lis­mus un­se­re Stim­me zu er­he­ben. Stoppt die Kriegs­trei­ber – Nato und Bun­des­wehr raus aus Af­gha­nis­tan!

Groß­de­mons­tra­ti­on | 3. De­zember | 11.​30 Uhr |Bonn Kai­ser­platz
An­ti­kriegs­kon­fe­renz | 4. De­zember | Ana­ly­sen, Stra­te­gi­en und Al­ter­na­ti­ven zum Krieg
De­zen­tra­le Pro­test­ak­tio­nen | 5. De­zember | Ab 8 Uhr am Pe­ters­berg und Altem Bun­des­tag

Es fah­ren Busse aus Ber­lin nach Bonn. Ti­ckets gibt es zum So­li­preis (25 Euro), zum Nor­mal­preis (20 Euro) und zum So­zi­al­preis (15 Euro) in den Buch­lä­den „Schwar­ze Risse“.

Ber­li­ner Bünd­nis gegen die Af­gha­nis­tan-​Kriegs­kon­fe­renz
www.​nowar.​blogsport.​de

Bündnisveranstaltung zur Mobilisierung nach Bonn am 30.11.
1. November 2011
in Allgemein

Ver­an­stal­tung des Ber­li­ner Bünd­nis­ses mit Said Mahmoud Pahiz (lin­ker Ak­ti­vist aus Kabul), Clau­dia Haydt (In­for­ma­ti­ons­stel­le Mi­li­ta­ri­sie­rung) und einer Ak­ti­vis­tin aus der Vor­be­rei­tung.

Mitt­woch | 30.​11.​2011 | 19 Uhr | SO36 (Ora­ni­en­stras­se 190)

Am 5. De­zember 2011 fin­det in Bonn die Kon­fe­renz „Pe­ters­berg II“ der Na­to-​Staa­ten und an­de­rer Län­der statt, bei der über die Zu­kunft Af­gha­nis­tans be­ra­ten wer­den soll. Gegen diese Kon­fe­renz mo­bi­li­siert ein Bünd­nis aus an­ti­mi­li­ta­ris­ti­schen Grup­pen, der Frie­dens­be­we­gung und wei­te­ren lin­ken Grup­pen zu einer De­mons­tra­ti­on am 3. De­zember und wei­te­ren Ge­gen­ak­ti­vi­tä­ten nach Bonn.

Die BRD ist eine zen­tra­le Kriegs­par­tei in Af­gha­nis­tan. Jahr für Jahr hat der Bun­des­tag das Man­dat für die Bun­des­wehr ver­län­gert und die An­zahl der Sol­da­tIn­nen er­höht, die in den Krieg nach Af­gha­nis­tan ge­schickt wur­den. Der Krieg hat weder De­mo­kra­tie noch so­zia­le Ver­bes­se­run­gen oder mehr Rech­te für die Frau­en ge­bracht, son­dern das Leid für die af­gha­ni­sche Be­völ­ke­rung ver­län­gert und zu einer Ver­schlech­te­rung der hu­ma­ni­tä­ren und so­zia­len Lage ge­führt. Auch wenn die krieg­füh­ren­den west­li­chen Staa­ten in­zwi­schen von Trup­pen­ab­zug und Auf­bau spre­chen, so wol­len sie in Wahr­heit ihre geo­stra­te­gi­schen und öko­no­mi­schen In­ter­es­sen best­mög­lich zur Gel­tung brin­gen. Dazu sind unter an­de­rem feste Mi­li­tär­ba­sen west­li­cher Trup­pen in Af­gha­nis­tan und die Aus­beu­tung der Res­sour­cen des Lan­des durch Kon­zer­ne vor­ge­se­hen, was zu einem dau­er­haf­ten Kriegs­zu­stand in der Re­gi­on füh­ren wird.
Mit der Ver­an­stal­tung wol­len wir mo­bi­li­sie­ren und dis­ku­tie­ren:

Said Mahmoud Pahiz: Er ist Pres­se­spre­cher der 2004 ge­grün­de­ten So­li­da­ri­täts­par­tei die sich in Af­gha­nis­tan allen Macht­ha­bern – den War­lords, den Ta­li­ban, dem Kar­sai-​Re­gime und den west­li­chen Be­sat­zungs­mäch­ten – ent­ge­gen­setzt. Der junge linke po­li­ti­sche Ak­ti­vist wird über die ak­tu­el­len Macht­ver­hält­nis­se in Af­gha­nis­tan und die Ak­ti­vi­tä­ten sei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on be­rich­ten. Au­ßer­dem zeigt er auf, wel­che For­de­run­gen fort­schritt­li­che af­gha­ni­sche Kräf­te der Bon­ner Kriegs­kon­fe­renz ent­ge­gen­hal­ten. Be­rich­te, Vi­de­os und Fotos von ihren De­mons­tra­tio­nen und an­de­ren po­li­ti­schen Ak­tio­nen sind unter www.​hambastagi.​org zu fin­den.

Clau­dia Haydt: Sie ist Mit­glied im Vor­stand der In­for­ma­ti­ons­stel­le Mi­li­ta­ri­sie­rung e.V. (IMI) und wird dar­über be­rich­ten, wie die Kriegs­teil­nah­me der Bun­des­wehr in Af­gha­nis­tan in den letz­ten zehn Jah­ren die Au­ßen­po­li­tik Deutsch­lands ver­än­dert hat, hin zu einer ag­gres­si­ve­ren Mi­li­tär­po­li­tik und zu Kon­zep­ten der Kon­trol­le von be­setz­ten Län­dern. Auf dem Pe­ters­berg wurde vor zehn Jah­ren der Grund­stein ge­legt für eine von außen dik­tier­te neue Ge­sell­schafts­ord­nung Af­gha­nis­tans. Zehn Jahre spä­ter wird nun in Bonn die­ser Dop­pel­cha­rak­ter einer Kriegs-​ und Ko­lo­ni­al­kon­fe­renz wie­der auf­ge­grif­fen.

Ak­ti­vis­tin: Wel­che krea­ti­ven An­sät­ze von Pro­test und Wi­der­stand gegen im­pe­ria­lis­ti­sche Krie­ge in den letz­ten Jah­ren be­reits ge­sam­melt wur­den, dar­über be­rich­tet eine Ak­ti­vis­tin der Vor­be­rei­tungs­grup­pe. Nicht zu kurz kom­men wer­den prak­ti­sche Infos zu Ge­gen­ak­ti­vi­tä­ten und zur Demo in Bonn.

Ver­an­stal­tet von: Ber­li­ner Bünd­nis gegen die Af­gha­nis­tan-​Kriegs­kon­fe­renz | www.​nowar.​blogsport.​de