11.Februar: 250 Menschen fordern Freiheit für Öcalan und Frieden für Kurdistan

250 Mensch zogen am Samstag trotz klirrender Kälte vom Wittenbergplatz zum U-BHF Uhlandstrasse und forderten Freiheit für den seit 13 Jahren inhaftierten kurdischen Politiker und ehemaligen PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan und eine politische Lösung des kurdischen Konfliktes in der Türkei. Mit dem Protestzug über den Ku-Damm erinnerten die Veranstalter an die Entführung von Abdullah Öcalan durch türkische Geheimdienstagenten am 15.Februar 1999. Dieser Tag gilt in der kurdische Bevölkerung seitdem als „schwarzer Tag“, um den herum in den kurdischen Gebieten und im weltweiten Exil jährlich Protestaktionen stattfinden. Bevor Öcalan von türkischen Agenten aus der griechischen Botschaft in Kenia entführt und auf die Gefängnisinsel Imrali im türkischen Marmar-Meer verschleppt wurde, war er nach Europa gerreist um die EU zu einer Vermittlerrolle im Konflikt zwischen der kurdischen Guerilla und dem türkischen Militär zu bewegen. Die Regierungen der EU-Staaten schlugen die Möglichkeit einer friedlichen Beilegung des militärischen Konflites aus und lieferten Öcalan der Türkei aus. Seitdem sitz er unter menschenunwürdigen Haftbedingungen (er war 10 Jahre der einzige Gefangene auf der Insel und in Isolationshaft) eine in eine lebenlange Haftstrafe umgewandelte Todesstrafe ab. Aktuell verweigert der türkische Staat seit über 170 Tagen jeden Kontakt Öcalans zu seinen Anwälten oder Familienmitgliedern. Für viele Kurdinnen und Kurden gilt das Schicksal Öcalans, als Symbol für das Gefängniss aus Unterdrückung und Verleugnung in dem die kurdische Bevölkerung seit der Gründung der Türkei lebt.

Am Auftaktort kam es zu einer kurzen Auseinanderstzung mitz Anhängern der faschistischen türkischen Grauen Wölfe, die Polizei setze dabei Pfefferspray gegen die Antifas. Zu Festnahmen kam es jedoch nicht. Wegen technischen Problemen viel der Lautsprechenwagen aus, so das die zahlreichen anwesenden Passanten mit Parolen und Flugblättern auf das Anliegen der Demonstration aufmerksam gemacht wurden. Wegen der Kälte zog die Demonstration nicht wie ursprünglich geplant zum Adenauerplatz, sondern endete schon am U-BHF Uhlandstrasse.


Am 15.Februar 1999 wurde der kurdische Politiker Abdullah Öcalan von türkischen Geheimdienstagenten aus Kenia gekidnappt. Vorrausgegangen war der Versuch des damaligen Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) die Europäische Union zu einer Vermittlerrolle im Konflikt mit dem türkischen Staat zu bewegen um eine diplomatische Lösung zu erreichen und ein Ende des Krieges zwischen der kurdischen Befreiungsbewegung und dem türkischen Staat zu ermöglichen. Stattdessen lieferten die Staaten der EU Öcalan an den türkischen Geheimdienst aus, der ihm mit Hilfe anderer Nachrichtendienste am 15.Februar aus der Griechischen Botschaft in Kenia entführten. Seitdem wird er von der Türkei auf der Gefängnisinsel Imrali unter unmenschlichen Haftbedingungen gefangengehalten, er saß 10 Jahre lang in der von der UNO als Folter verurteilten „Isolationshaft“. Weltweit Protestierten Kurd_innen seitdem im Februar gegen die Entführung Öcalans, dessen Schicksal und Kerkerhaft für viele Kurd_innen ein Symbol für die allgemeine Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung ist. Aktuell verhindern die türkischen Behörden seit knapp einem halben Jahr jeglichen Kontakt zwischen Öcalan und seinen Anwälten und Familienangehörigen. Eine Lösung des kurdischen Konfliktes wird es ohne Öcalan, den Millionen von Kurdinnen und Kurden als ihren Repräsentanten sehen, nicht geben. Deshalb rufen kurdische Vereine am Samstag den 11.Februar zu einer Demonstration unter dem Motto „Freiheit für Öcalan – Frieden für Kurdistan“ in Berlin auf und am 18.Februar zu einer internationalen Grossdemonstration nach Straßbourg.

Samstag | 11.Februar | 16 Uhr | U-BHF Wittenbergplatz
Samstag | 18.Februar | 10 Uhr | Strassbourg