21.April: kurdische Jugenddemo in Frankfurt/ Polizeiübergiffe


Bericht von unseren Genoss_innen von ATESH – Hamburg:

FFM: Demonstration der kurdischen Jugend gegen die Isolationshaft Abdullah Öcalans

Am heutigen Samstag, dem 21.04.2012 demonstrierten in Frankfurt am Main ca. 1200 kurdische Jugendliche und solidarische Menschen, um auf die Isolationshaft Öcalans aufmerksam zu machen und gegen die menschenverachtende Politik des türkischen Staats gegen die kurdische Befreiungsbewegung zu protestieren.
Die Demo unter dem Motto „Die Freiheit unseres Vorsitzenden ist unsere Freiheit, entweder Freiheit oder Freiheit!“ (kurdisch: „Azadiya Reberte me Azadiya me ye, an Azadi an Azadi!“) vereinte zwei zentrale Forderungen der kurdischen Bewegung: Die Freilassung des PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalans, der von weiten Teilen der kurdischen Bevölkerung als ihr legitimer Repräsentant gesehen wird, und die unmißverständliche Forderung nach einem Ende des Krieges und der Repression in Kurdistan.

Dutzende Busse Jugendlicher aus ganz Europa trafen schon am frühen Morgen in Frankfurt ein, und trotz des regnerisch-kalten Wetters versammelten sich die Jugendlichen bereits Stunden vor Beginn der Demonstration am Hauptbahnhof der Main-Metropole und machten mit Parolen, Fahnen und Musik auf ihr Anliegen aufmerksam. Erste Provokationen türkischer Faschisten wurden schnell beendet.

Gegen 11 Uhr setzte sich der Demonstrationszug mit unzähligen wehenden Öcalan-, PKK-, KCK- und KCR-Fahnen (Jugendorganisation der PKK) in Bewegung. Während Jugendliche Info-Flyer an Passant_innen verteilten, erschallten immer wieder laute Parolen und Gesänge in der Frankfurter Innenstadt. Neben klassischen Parolen der kurdischen Befreiungsbewegung skandierten die Demonstrierenden immer wieder „Hoch die internationale Solidarität“, „A – Anti – Anticapitalista“ und „Antifa Genclik Enternasional“. Auch die Mitverantwortung deutscher Regierungen und Unternehmen für Kriege in aller Welt wurde thematisiert.

An verschiedenen Stellen der Route griffen die Bullen die Demonstration ohne Rücksicht auf Familien und teilweise sehr junge Menschen mit Pfefferspray und Schlagstöcken an. Diese Angriffe wurden u.a durch Böller- und Flaschenwürfen beantwortet. Direkte Festnahmen innerhalb der Demo wurden durch konsequenten Widerstand verhindert, es kam zu teils massiven körperlichen Auseinandersetzungen. Trotz der entschlossenen Gegenwehr vieler Jugendlicher kam es aufgrund des brutalen Vorgehens der Bullen zu erschreckend vielen Verletzten, darunter eine 12-jährige Demonstrationsteilnehmerin, die anschließend stationär behandelt werden musste. Soweit wir zum jetzigen Zeitpunkt wissen wurden 15 Menschen in Gewahrsam genommen, 4 vorläufig festgenommen.
Besonders auffällig war das Ausmaß rassistischer Anfeindungen und Einschüchterungsversuche durch die eingesetzten Bullen, die beispielsweise Demonstrierende offen als „Halb-Affen“ diskriminierten und sie zum Verlassen des Landes aufforderten.

Trotz der vielen Verletzten und Festnahmen bleibt der Eindruck eines gelungenen Tages. Die Demonstration wurde bis zum Ende selbstbewusst und selbstbestimmt durchgesetzt, ein großes Publikum konnte in der Innenstadt erreicht werden. Außerdem erreichte uns im Laufe des Tages die gute Nachricht, dass die Genoss_innen in den türkischen Gefängnissen und in Straßbourg ihren mehrwöchigen Hungerstreik erfolgreich beendet haben. Erfolgreich insofern, als dass verschiedene europäische Gremien, u.a das Anti-Folter-Komittee (CPT) begonnen haben sich der kurdischen Frage und der Situation und Haftbedingungen Abdullah Öcalans anzunehmen. Außerdem hat der Hungerstreik und die ihn begleitenden Aktionen viele Menschen auf die aktuelle Situation in Kurdistan aufmerksam gemacht und so den Boden für eine weitergehende Solidarität mit der kurdischen Befreiungsbewegung bereitet.

ATESH – Für eine sozialrevolutionäre Perspektive!
atesh.blogsport.eu

Infos zum Hungerstreik in Straßbourg

Am 21.April wird in Frankfurt/Main eine europaweiter kurdische Jugendemo unter dem Motto “ Entweder Freiheit oder Freiheit!“ stattfinden. Aus ganz Europa werden an diesem Tag junge Menschen aus der kurdischen Community und Sympatisanten und Unterstützer_innen aus der revolutionären Linken nach Frankfurt Reisen um für eine Ende der Unterdrückungspolitik der türkischen Republik gegenüber ihrer kurdischen Bevölkerung zu demonstrieren und Freiheit für den ehemaligen PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan und weitere tausende politische Gefangener in der Türkei zu fordern. Anlass für die Demonstration ist die Totalisolation Öcalans durch die türkische Regierung, die seit dem 27.Juli 2011 jeden Kontakt des kurdischen Politikers mit Anwälten oder Familienangehörigen verhindert. Abdullah Öcalan´s Schicksal der seit über 13 Jahren auf der Gefängnisinsel Imralie als Geisel des türkischen Staates gehalten, wird gilt innerhalb der kurdischen Bevölkerung als Symbol für die Lage der Kurd_innen in der Türkei, die sich im türkischen Staatsgefängnis eingesperrt fühlen und seit jahrzehnten brutale Repression erleiden müssen. Um auf die Situation für Abdullah Öcalan aufmerksam zu machen, dessen Gefangenschaft und Person in der kurdischen Bewegung eine ähnliche Bedeutung hat wie Nelson Mandela (ein Freund und Unterstützer Öcalans) für den Befreiungskampf in Südafrika, sind hunderte politischer Gefangener in den Türkischen Gefängnissen in den Hungerstreik getreten, neben Militanten der kurdischen Arbeiterpartei PKK haben sich auch Aktivist_innen der TKP/ML und anderer linker und kommunistischen Gruppen dem unbefristeten Hungerstreik angeschlossen. Aus Unterstützung für den Kampf in der Türkei sind auch in Europa mehrere kurdische Aktivist_innen in einen unbefristeten Solidaritätshungerstreik getreten. Seit dem 1.März befinden sich 15 Kurd_innen vor dem Europarat im französischen Strassbourg im unbefristeten Hungerstreik um auf die Situation von Öcalan und den Gefangenen in der Türkei aufmerksam zu machen. Ihre gesundheitliche Situation wird von Tag zu Tag kritischer. Am 4.April, Öcalans 63 Geburtstag, versammelten sich mehrere tausend Kurd_innen vor dem Europarat um die Forderungen der Hungerstreikenden zu Unterstützen. In dieser sensiblen Phase des kurdischen Widerstandes ist internationale Solidarität von allen revolutionären, antifaschistischen und fortschrittlichen Kräften nötiger den jeh. Aus diesem Grund rufen wir alle Genossinnen aus der radikalen Linken und der Antifabewegung auf, am 21.April nach Franfkurt/Main zu fahren und sich an dieser Demo zu beteiligen! Antifa Genclik Enternasyonal!

21.April | 11 Uhr | Hauptbahnhof | Frankfurt/Main