2.Juli: 300 Gedenken Sivas-Massaker

Über 300 Menschen zogen am 2.Juli durch den Berliner Bezirk Kreuzberg um 19 Jahrestag an das klerikal-faschistische Sivas-Massaker 1993 in der Türkei zu erinnern und ein deutliches Zeichen gegen jede Form von Chauvinismus, Rassismus und Faschismus zu setzen. Am 2. Juli 1993 wurden in Sivas 35 linke, alevitische SchriftstellerInnen, MusikerInnen und Intellektuelle in einem Pogrom verbrannt. 10.000 Menschen umstellten das Madımak Hotel und warfen unter den Augen der türkischen Sicherheitskräfte Molotowcocktails auf das Haus und hinderten die Angegriffenen am herauskommen. Auch Polizisten beteiligten sich an dem Massaker. Nun jährt sich das Sivas Massaker zum 19. Mal und die türkische AKP Regierung versucht endgültig das Kapitel Sivas zu schließen. Die Täter bleiben Straflos – vertreten von Anwälten der türkischen Regierungspartei AKP wird eine Verjährung des Massakers durchgesetzt, da es „kein Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstelle, da die Täter Zivilisten seien.“ Das Massaker wurde vor Allem für die kurdische und die alevitische Bevölkerung der Türkei und Nordkurdistans zum Symbol faschistischen Terrors. Einem staatlichen und parastaatlichen Terror der sich auch heute regelmäßig in den kurdischen Provinzen der Türkei zeigt. Deshalb erinnerten die Demonstrant_innen auch an eines der jüngste Massaker an der kurdischen Zivilbevölkerung. Am 28.12.2011 wurden 34 kurdische ZivilistInnen in einem Luftangriff der türkischen Armee ermordet. Das Gebiet war zuvor ausgeleuchtet worden, es fanden Drohnenüberflüge statt und dennoch bombardierte das türkische Militär die Gruppe unbewaffneter Erwachsener und Jugendlicher in der Region Qilaban (Uludere/Nordkurdistan-Türkei). Die türkische Regierung entschuldigte sich nicht einmal für das Massaker, sie beschuldigt die Bevölkerung auch noch Guerillas versteckt zu haben und legitimiert auf diese Weise den Angriff. Die Angehörigen der Opfer und die Überlebenden werden bedroht, inhaftiert und sollen so zum Schweigen gebracht werden. Auch dies ist ein Ausdruck der Vernichtungs- und Massakerpolitik des türkischen Staates gegen alle Menschen die nicht seiner nationalistischen und neokolonialen Ideologie und Praxis entsprechen. Um gemeinsam den Opfern faschistischen Terrors – den Opfern von Sivas, Roboski und all den anderen Massakern gedenken, zogen die Demonstrant_innen von Hermannplatz zum Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg, wo die Demonstration mit einem Konzert linker kurdischen und alevitischer Musiker beendet wurde. Ein lautstarker Internationalistischer Jugendblock, der von einem Grossaufgebot der Berliner Polizei begleitet wurde, forderte ausserdem die Freiheit von Basak Sahin Duman die seit einem Monat in kroatischer Haft sitzt und wegen ihres politischen Engagements gegen Faschismus und Imperialismus an die Türkei ausgeliefert werden soll, wo ihr über 7 Jahre Haft drohen. Mit Parolen wie „Antifa Genclik International“, „Hoch die Internationale Solidarität“ und „Schluss mit dem Massakern in Kurdistan“ machten sie die Passant_innen auf ihr Anliegen aufmerksam.


Montag | 2.Juli | 17 Uhr | U-BHF Hermannplatz


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