12. Dezember: Zwangsräumung verhindern!

Zweite Zwangsräumung verhindert, bevor wir uns überhaupt hingesetzt haben! Die Blockade am Mi., 12.12. ist daher abgesagt, ebenso die Lange Nacht der politischen Kunst und Kultur am Di., 11.12. ab 22 Uhr im Stadtteilladen Lausitzer Str. 8. Zwangsräumung und Blockade sind nur aufgeschoben, nicht aufgehoben! Achtet auf Ankündigungen!
Guter Bericht auf indymedia.

Heute bekam die Familie Gülbol in der Lausitzer Str. 8 Post von der Obergerichtsvollzieherin Frau Susok, in der ihnen mitgeteilt wurde, dass die für Mittwoch, den 12.12.12. um 9 Uhr angesetzte Zwangsräumung wegen „formellen Unstimmigkeiten“ aufgehoben wurde. Sie teilte auch mit, dass ein neuer Termin folgt, der gesondert angekündigt wird.

Dank an alle – aber aufgehoben ist nicht aufgeschoben. Wir bleiben dran und informieren euch auch kurzfristig über die sms-Kette, über Twitter und natürlich über unseren Blog. Voraussichtlich wird der neue Termin erst im neuen Jahr stattfinden, also alle Aktionen und Veranstaltungen sind nur kurz ausgesetzt. Sobald der neue Termin bekannt wird, geht es da weiter, wo wir aufgehört haben.

Bis dahin nutzen wir die Zeit und versuchen mit dem Eigentümer ins Gespräch zu kommen.

Am Montag, den 22.10.2012, wurde in der Lausitzer Straße 8 die Zwangsräumung einer Familie durch eine Sitzblockade verhindert. Die Gerichtsvollzieherin musste unverrichteter Dinge wieder abziehen. Dies war die erste erfolgreiche Verhinderung einer Zwangsräumung in Berlin.

Auch der zweite Räumungsversuch am 12. Dezember soll verhindert werden. Hierzu haben sich schon viele NachbarInnen, AktivistInnen, Gruppen, Vereine, KünstlerInnen und PolitikerInnen zu einer Blockade bereiterklärt. Sei auch du dabei!

Seit über 30 Jahren wohnt die Familie Gülbol in der Lausitzer Straße. Vor ein paar Jahren wurde das Haus verkauft und der neue Vermieter André Franell erhöhte direkt die Miete. Die Familie klagte, verlor, versäumte eine Frist und das Gericht gab einer Räumungsklage recht. Sie beschloss aber die Wohnung nicht in aller Stille zu räumen, sondern die Zwangsräumung öffentlich zu machen. Spontan versammelten sich daraufhin 200 Nachbar*innen und stadtpolitische Aktivist*innen am Räumungstermin vor und im Haus. Die Räumung war nicht durchsetzbar.

Verdrängung hat viele Gesichter: Modernisierung, hohe Mieten, Jobcenter zahlt die Miete nicht, Umwandlung in Eigentumswohnungen. Zwangsräumung ist nur die gewalttätigste Art der Verdrängung. Das alles ist kein Naturgesetz, sondern wird von Menschen gemacht. Und kann deshalb auch von Menschen mit kollektivem und solidarischem Handeln geändert werden. Die Verhinderung einer Zwangsräumung ist also ein ganz praktischer Schritt das Recht auf Wohnen gegenüber den Profitinteressen von Wenigen zu verteidigen.

Eine Stadt für alle Menschen wird nicht vom Senat erbettelt, sondern muss erkämpft werden. Gemeinsam mit vielen können wir am 12. Dezember die Räumung ein zweites Mal blockieren und verhindern.

Werdet konkret aktiv gegen Verdrängung!
Kommt zur Blockade am 12. Dezember!
Sagt Freund*innen, Nachbar*innen und Verwandten Bescheid und bringt sie mit!