Archiv für Juni 2013

In Gedenken an Wolfgang Grams – Glaubt den Lügen der Mörder nicht

Teil 2

Lieder: WIZO – Kopfschuss | Dritte Wahl – Bad K | Slime – Gewalt

Vor 20 Jahren wurde Wolfgang Grams, Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF), getötet. Am 27. Juni 1993 sollte er mit seiner Genossin aus der RAF Birgit Hogefeld in Bad Kleinen in Mecklenburg festgenommen werden. Beide waren durch einen Agenten des Verfassungsschutzes verraten worden. Die Festnahme durch ein Spezialkommando der Polizei verlief jedoch chaotisch; ein Polizist starb, vermutlich durch Schüsse von Kollegen.

Wolfgang Grams wurde, so bestätigten es Augenzeugen, am Boden liegend mit mehreren Kopfschüssen getötet [Infos zum Geschehen in Bad Kleinen]. Birgit Hogefeld wurde festgenommen und verbüßte eine langjährige Haftstrafe.

Wolfgang wurde 40 Jahre alt. Politisch geprägt wurde er u.a. durch die Verbrechen der US-Armee im Vietnamkrieg. Der bewaffnete Kampf der RAF erschien für ihn eine Möglichkeit gegen imperialistische Kriege und Unterdrückung zu kämfen, 1984 ging er in den Untergrund.

Glaubt den Lügen der Mörder nicht!

www.rafinfo.de

Kreuzberg grüsst Istanbul


Foto: Soliaktion für die über 70 in Istanbul wegen der Taksim-Revolte verhafteten Genoss_innen der ESP (Sozialistische Plattform der Unterdrückten) am Rande der Capulcu-Parade, die mit mehreren hundert Teilnehmer_innen am Freitag Abend durch Kreuzberg zog.

+++Seit dem 12.Juni gibt es am Kottbusser Tor ein „OccupyGezi“ Widerstandszelt, was als zentraler Anlaufpunkt in Berlin für die Solidarität mit den Freund_innen in der Türkei dienen soll. Jeden Abend finden dort Kundgebungen, Konzerte und Aktionen ab 19 Uhr statt. Das Camp braucht eure Unterstützung in Form von Schutzschichten, Essen- und Sachspenden und anderer Unterstützung.+++

Rund um die Uhr | Taksim-Widerstandscamp am Kottbusser Tor | Vor dem Lebensmittelgeschäft „Inter Gida“ | Jeden Tag um 19 Uhr Kundgebung
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29.Juni & 22.Juni: Knastkundgebung und Demo für Olli


Am 22.05.2013 fanden in acht Wohnungen, einem Arbeitsplatz, einer Garage und einem Buchladen in Berlin Razzien statt. Zudem gab es Durchsuchungen in Magdeburg und Stuttgart. In mehreren Fällen stürmten maskierte Spezialkräfte um 6 Uhr früh die Objekte, zerstörten Eingangstüren, fesselten die Betroffenen und durchsuchten die Räume mit Hilfe eines Sprengstoffspürhundes. Die Bundesanwaltschaft beschuldigt neun Personen den »Revolutionäre Aktionszellen« (RAZ) anzugehören. Olli, ein Genosse aus der Berliner radikalen Linken der in der Vergangenheit wegen Aktionen der militanten Gruppe verurteilt wurde und seine Strafe aktuell im offenen Vollzug verbüsste, wurde wieder im Zusammenhang mit der Razzia wieder in den geschlossenen Vollzug in die JVA Tegel verbracht. Laut Bundesanwaltschaft soll es sich bei der RAZ um eine Nachfolgeorganisation der »militanten gruppe« (mg) handeln. Die RAZ soll für mehrere Anschläge unter anderem auf ein Gericht, ein Jobcenter und die BDI/BDA-Zentrale verantwortlich sein. Aus Protest gegen diese Inhaftierung und aus Solidarität mit Olli rufen wir für den 19.Juni, dem Tag des revolutionären Gefangenen zu einer Solidaritätskundgebung vor dem Knast auf und am Samstag den 22.Juni zu einer Demonstration.

Knastkundgebung | Mittwoch, 19 Juni um 11 Uhr | JVA Tegel
Demonstration | Samstag, 22. Juni um 15 Uhr | U-Bhf Holzhauser Str.

Fotos von der Solidemo am 24.Mai

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17.Juni: Demo gegen Obama-Besuch & G8-Gipfel


Am 18. und 19. Juni kommt US-Präsident Barack Obama zu einem Staatsbesuch nach Berlin, um sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck zu treffen, auf dem Rückweg vom G8-Gipfel in Nordirland. Auf dem Arbeitstreffen werden mehrere bilaterale und globale Fragen diskutiert. Barack Obama wurde 2008 zum Präsident der USA gewählt. Für viele Menschen weckte dies Hoffnungen, dass sich die US-Regierungspolitik mit ihm ändern würde. Diese Erwartungen wurden schnell enttäuscht, denn bis heute hat sich die US-Politik überhaupt nicht verändert. Sie ist weiterhin von Krieg, Repression, Rassismus und Sozialabbau geprägt. Wir nehmen diesen Staatsbesuch zum Anlass, um unsere Kritik gegen die aggressive imperialistische Politik der USA, der BRD, der Nato und der Europäischen Union auf die Straße zu tragen. Wir appellieren nicht an die Herrschenden, sondern bekämpfen grundsätzlich die bürgerliche Ordnung, die auf Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung beruht. Unsere Solidarität gilt der radikalen und revolutionären Linken in den USA, welche in den Bewegungen gegen Krieg, Rassismus, Gefängnis, Repression, Patriarchat und Sozialabbau aktiv sind.

Demo: Montag, 17.Juni | 17:00 Uhr | Bertold-Brecht-Platz
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14.Juni: Veranstaltung zu Aufständen in der Türkei und Südeuropa


Mit Ertugrul Kürkcü (Foto), Olivier Besancenot und anderen

Zusammen mit den Aktvistist_innen des Diskussionsprozess für eine neue antikapitalistische Organisation (nao) möchten wir euch am kommenden Freitag zu einer Grossveranstaltung unter dem Motto „Die Aufstände in Südeuropa und der Türkei – was tun?“ einladen, auf der unterschiedliche Vertreter der radikalen Linken aus Frankreich, Griechenland, Portugal und der Türkei zu der Frage Stellung nehmen wie wir die Kämpfe verbinden können und wie eine gemeinsame antikapitalistische Perspektive aussehen könnte. Neben Olivier Besancenot von der Neuen Antikapitalistischen Partei (NPA) aus Frankfreich, Charles-André Udry von der Syriza aus Griechenland, Raquel Varela aus Portugal freuen wir uns besonders darüber das der türkische sozialistische Abgeordnete Ertugrul Kürkcü sein kommen zugesagt hat und aus erster Hand über den anhaltenden Aufstand gegen die Erdogan-Regierung und die Rolle der Linken berichten wird. Ertugrul Kürkcü ist ein bekannter linker Aktivist der türkischen 68er Bewegung und Gründungsmitglied der revolutionären Guerillaorganisation THKP-C. Er ist der einzige Überlebende des Massakers von Kızıldere am 30.März 1972, als türkische Streitkräfte 10 Guerillakämpfer der THKP-C ermordeten, unter ihnen auch Mayhir Cayan. Kürkcü wurde verhaftet und von einem Militärgericht zum Tode verurteilt. Später wurde das Urteil jedoch umgewandelt und er wurde 1986 entlassen. Seitdem engagiert er sich in legalen linken Zusammenhängen.

Freitag | 14.Juni | 17:30 | IG-Metall Haus (grosser Saal) | Lindenstrasse/Alte Jakobstrasse | U-BHF Hallesches Tor

12.Juni: Wut und Trauer zu Widerstand – im Gedenken an Clément Méric und all die anderen


*Wut und Trauer zu Widerstand – im Gedenken an Clément Méric und all die anderen*

Gedenkkundgebung | Mittwoch 12. Juni | 15 Uhr | Französischen Botschaft | Pariser Platz

In Paris, nahe des Bahnhofs Saint Lazare, wurde am frühen Abend des 5.Juni der Antifaschist Clément Méric von mehreren Nazis angegriffen und umgebracht. Er verließ gerade in einer kleineren Gruppe ein Geschäft, als eine Gruppe Skinheads sie gezielt attackierte. Ein Faustschlag, vermutlich verstärkt durch einen Schlagring, traf Clément so heftig,
dass er nach hinten kippte und mit dem Kopf auf einen Poller aufschlug. Einige Stunden später ist er im Krankenhaus an diesen Verletzungen gestorben.

Fünf Angeklagte sind bisher von der Polizei gefasst worden, darunter der vermeintliche Haupttäter. Der Vorwurf lautet Mord. In der Presse gab es Bekenntnisse des Entsetzens über die Grausamkeit der Tat, von Politiker_innen aller Couleur bis hinein in die rechtskonservative UMP. Es wurde die Aufklärung des Falls gefordert. Zehntausende gingen jedoch in den folgenden Tagen in größeren StädtenFrankreichs auf die Straße, um ihre Solidarität mit Clément alsanarchistischen Antifaschisten in teils ergreifender Weise zu äußern,denn es geht um mehr als diesen einen Fall. Schuld ist nicht nur der Hauptangeklagte, schuld ist die Politik, die solche Taten ermöglicht, schuld ist eine Gesellschaft, in der Hunderttausende gegen Homosexualität demonstrieren und die Teile der Bevölkerung rassistischer Gewalt aussetzt. Der Mord an Clément ist nur ein Beispiel für Gewalt
gegen Menschen, die von der Mehrheitsgesellschaft nicht akzeptiert werden und durch Polizei, Staat und wütende Bürger_innen verfolgt, diskriminiert, angegriffen und umgebracht werden, jeden Tag.

Wir wollen daher an Clément gedenken, dessen Leben und Kämpfen durch brutale Gewalt plötzlich beendet wurde. Unsere Solidarität gilt seinen Nächsten und denen, die gemeinsam mit ihm für eine befreite Gesellschaft kämpfen.

Wir wollen all derer gedenken, die vor den Mauern der Festung Europa gestorben sind, all der Opfer rassistischer und ausgrenzender Gewalt, die keine große Aufmerksamkeit bekommen. Kein Vergeben, kein Vergessen.

Erinnern heißt kämpfen!

Bringt Blumen mit, bringt Wut mit, zeigt Solidarität mit den Verfolgten
und Diskriminierten!*

Clément ? à jamais un des nôtres!*

Solidarische grüße, RASH und Siempre Antifascista.**