26/27.September: Antifa Genclik Enternasyonal


Antifa Genclik Enternasyonal – Schulter an Schulter gegen Faschismus

In der Nacht zum 18.September 2013 wurde der antifaschistische Hip Hop Musiker Pavlos Fyssas mit zwei Messerstichen von einem Anhänger der faschistischen „Goldenen Morgenröte“ im griechischen Piräus ermordet. Der Mord war nur der letzte Höhepunkt der von Faschisten, Polizei und Staat geführten Hetz- und Mordkampagne gegen die linke AktivistInnen und MigranntInnen. Die Bluttat führte landesweit zu Empörung und antifaschistischen Massenprotesten. Am Mittwoch den 25.September zogen über 50 000 AntifaschistInnen zur Athener Zentraler der „Goldenen Morgenröte“ und lieferten sich militante Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Krise und Faschismus

Die zunehmende faschistische Gewalt in Griechenland und der Aufstieg der Nazipartei „Goldene Morgenröte“ von einer unbedeutenden Splittergruppe zur drittstärksten politischen Kraft in Griechenland kann nur im Kontext der kapitalistischen Krise betrachtet werden. Durch die vor allem von der deutschen Bundesregierung forcierte Zerschlagung des griechischen Sozialstaates und die damit verbundene Welle der sozialen Verelendung entstand ein durch Abstiegsängst und Verunsicherung geprägtes gesellschaftliches Klima das ein fruchtbaren Nähboden für Nationalismus, Rassismus und Irrationalismus bildet. Ausserdem werden die rechtsextremen Kräfte von Teilen der Bourgoisie und des griechischen Staatsapperates, vor allem innerhalb der Polizei und Militär, als „kleineres Übel“ angesichts einer wachsenden linken Widerstandsbewegung und sich ausbreitenen Selbstorganisierungsprozessen der Bevölkerung gesehen und gegen diese in Stellung gebracht. Insofern ist der Mord an Pavlos nicht losgelöst zu betrachten von der täglichen Polizeigewalt und staatlichen Repression gegen die linke Bewegung.

Deutschland halts Maul

Verantwortliche für die Situation in Griechenland ist allen voran die deutsche Bundesregierung unter Frau Merkel, die als einer der grössten Gläubiger Griechenlands die „Sparprogramm“ genannten Angriffe auf die Bevölkerung aus dem Berliner Kanzleramt verordnet wie einst römische Stadthalter ihren Kolonien. Profitieren von dieser Situation tut allen voran das deutsche Kapital, das die Südeuropäischen EU-“Partner“ durch seine immense Leistungsfähigkeit in den vergangenen 20 Jahren niederkonkuriert hat und die Krise nun nutzt um deren Entindustrialiserung voranzutreiben und sie auf Drittel-Welt-Nivau zurückzubauen. Ziel ist es ganz Europa unter die ökonomische und politische Dominanz des deutschen Imperialismus zu zwingen.

Antifaschistische Solidarität und Wut muss sich deshalb nicht nur gegen die Mörder der „Goldenen Morgenröte“ und ihre Helfeshelfer im griechischen Staat und Polizei richten, sondern auch gegen den ökonomischen Feldzug des deutschen Imperialismus gegen die Bevölkerungen Südeuropas. Letzendlich ist nur der revolutionäre Kampf für eine Gesellschaft die nicht auf Nationalismus, Konkurenz und kapitalistischen Verwertungswahn basiert ein wirksames Mittel gegen faschistische Bedrohungen, da diese zum kapitalistischen Konkurenzbetrieb gehören wie der Regen zur Wolke.

1UP – One United Power!

Doch Griechenland ist nicht allein, es ist nur ein Bild aus unserer Zukunft. An immer mehr Orten auf der Welt brechen in Folge der Krise die innergesellschaftlichen Widersprüche immer stärker hervor und rufen Massenproteste hervor. Während in Griechenland zehntausende aus Protest gegen den Nazimord auf die Strasse gehen rufen nur wenige hundert Kilometer entfernt in Istanbul ebenfalls zehntausende jede Nacht den Schlägertruppen von Erdogangs Polizei „Schulter an Schulter gegen Faschismus“ entgegen. In den kurdischen Gebieten Syriens führen internationale antifaschistische Brigaden eine Abwehrkrieg gegen die Banden der vom Westen unterstützen Freien Syrischen Armee, Al Kaida und die Truppen des Assad-Regimes um die dort aufgebauten Selbstorganisierungstrukturen der kurdischen Revolution zu verteidigen. Der nächste Schritt muss es sein die nationale Grenze die jene Protest- und Widerstandsbewegungen trennt endlich zu überwinden und gemeinsam international gegen die Herrschenden und ihr System zu kämpfen. In diesem Sinne wollen wir am Freitag in Kreuzberg internationalistisch und antifaschistische auf die Strasse gehen – In Gedenken an Pavlos – aber auch in Gedenken an Medeni Yildirim, Abdullah Cömert, Mehmet Ayvalitas, Ethem Sarisülük, Ali Ismail Korkmaz, Ahmet Atakan – die von der türkischen Polizei während des Takism-Widerstandes ermordet wurden und in Gedenken an den türkischen Revolutionär Serkan Tosun – der bei der Verteidigung der befreiten kurdischen Gebiete durch reaktionäre islamistischen Banden ermordet wurde.

R.I.P.
Pavlos Fyssas
Medeni Yildirim
Abdullah Cömert
Mehmet Ayvalitas
Ethem Sarisülük
Ali Ismail Korkmaz
Ahmet Atakan
Serkan Tosun

Her yer Direnis – Sehid Namirin!
Überall ist Widerstand – Niemand ist vergessen!

Demo in Gedenken an Pavlos:
Freitag 27.September | 18:30 | Heinrichplatz | Kreuzberg

Demo zur Verteidigung der kurdischen Revolution in Syrien:
Samstag 28.September | 15:30 | Oranienplatz

+++Am Samstag findet auch eine Aktionsdemo gegen kapitalistische Stadtumstrukturierung statt, die um 14 Uhr am Lausitzer Platz beginnt. Vom Kottbusser Tor gibt es ab 13 Uhr eine Vorab-Demo von Kotti&Co. Wir rufen dazu auf erst zu den Mieten-Demos und dann zum Oranienplatz zu gehen++++