Archiv für Januar 2014

4.Februar: Erdogan Hau ab!


Tayyip istifa!

Das war die Demo gegen Erdogan vor dem Brandenburger Tor. Während sich der Sultan von Ankara bei der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Politik und bei seiner Amtskollegin Angela Merkel feiern lässt, demonstrierten etwa 2000 Menschen aus vornehmlich linken, kurdischen und alevitischen Gruppen in Berlin. Hier einige Bilder (1). (mehr…)

Free Adel!


Keine Kompromisse mit Staat, Kapital und Faschisten!

Unser Freund und Genosse Adel sitzt. Wir haben bereits in unserem Text „stay rebel, stay criminal“ angedeutet warum, jetzt ist die Anklageschrift da und wir können genaueres sagen. Grob geht´s darum: Adel ist Antifaschist. Er und einige andere – bei sieben von uns gab es Hausdursuchungen – sollen einem Typen seinen „Thors Hammer“ abgenommen haben. Von der Staatsanwaltschaft wird diese kleine Kontroverse zwischen einem rechten Jugendlichen und einigen Genossen – in guter Weimarer Tradition nach dem Motto „Wenn einer links ist, dann erst mal das höchstmögliche Strafmaß rausholen“ – als „Raub“ gedeutet.

Dann gehts noch um ein paar Nazis am Rande einer NPD-Demo, die einen Schreck bekommen haben. Und wenn wir schon bei Schreck sind, eine Schreckschusspistole darf natürlich auch nicht in der Anklageschrift fehlen. Ansonten finden sich die alten Klassiker, einige Zivilbullen fühlten sich verbal und durch Gestiken „in ihrer Ehre angegriffen“. Ob Menschen, deren „Ehre“ nicht dadurch angegriffen wird, dass ihr gesamten Dasein aus stupidem Gehorsam besteht, in dieser Hinsicht überhaupt satisfaktionsfähig sind, lassen wir mal dahingestellt.

Adel hat eine Vorgeschichte. Er ist lange politisch aktiv, das eine oder andere Mal musste er schon Bekanntschaft machen mit den LKA-Bullen, die unangemeldet in seiner Wohnung zum Frühstück vorbeischauen wollten. Vor nicht langer Zeit ist er verurteilt worden, weil er einem Neonazi, so heißt es im Beamtensprech der Anklageschrift, „mit Faustschlägen und Fußtritten traktiert“ hat.

Unsere Gewalt, eure Gewalt (mehr…)

Stay Rosa & Karl! LL-Wochenende 2014

Mehrere Tausend Menschen zogen am Sonntag Morgen im Rahmen der traditionellen Liebknecht – Luxemburg Gedenkdemonstration vom U-BHF Frankfurter Tor zu Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde. Sie Gedachten damit den beiden Mitbegründern der Kommunistischen Partei Deutschlands und den weiteren Opfern der blutige Niederschlagung des Spartakus-Aufstandes durch eine grosse Koalition aus SPD und rechtsradikalen Militaristen im Januar 1919. Über 500 davon beteiligten sich am revolutionären und internationalistischen Block zu dem die ARAB gemeinsam mit den Genoss_innen des revolutionären Bündnis 3A und des Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin aufgerufen hatte. Neben revolutionären Organisationen aus der Türkei und Kurdistan prägten auch baskische und palästinänsische Genoss_innen den Block.

Zu Beginn wurde ein Grusswort von unserem Freund Adel verlesen, der seit Oktober in der JVA Moabit in Untersuchungshaft sitzt. Vorgeworfen werden ihm diverse Neonazis bedroht und beklaut zu haben sowie durch einen ausgetreckten Mittelfinger 2 Berliner Zivilbeamte „in ihrer Ehre eingeschränkt“ zu haben. Er wünschte allen eine kämpferische und lautstarke Demonstration und forderte dazu auf- dem Beispiel Karl und Rosas folgend – sich nicht von der staatlichen Repression einschüchtern zu lassen und sich weiter grade zu machen gegen Staat, Kapital und Nazis.

Neben dem wiedererstarken des deutschen Imperialismus 100 Jahre nach Beginn des 1.Weltkrieges und dem Verrat der SPD war ein weiterer Schwerpunkt im Block das Gedenken an die kurdischen Revolutinäre Sakine, Leyla und Fidan die vor einem Jahr in Paris vom türkischen Geheimdienst ermordet worden waren. Viele Menschen im Block hielten Schilder mit dem Foto von Rosa Luxemburg und der PKK-Mitbegründerin Sakine Canzis auf dem das Pablo Neruda Zitat „Sie können alle Blumen abschneiden – aber nicht den Frühling aufhalten“ stand. Am Samstag hatten sich zehntausende Menschen aus ganz Europa in Paris zu einer Demonstration versammelt um ein Ende des türkischen Staatsterrors und eine Aufklärung über die Verstrickung des französischen Geheimdienstes in den Mordanschlag zu fordern. Auch die Situation der politischen Gefangenen im Baskenland war im Block ein Thema. Ebenfalls am Samstag beteiligten sich am baskischen Bilbo c.a. 100 000 Menschen an einer verbotenen Demonstration für die politischen Gefangenen von der solidarische Grüsse an die LL-Demo übermittelt wurden.

Während sich die Polizei während der Demonstration im Hintergrund hielt stürmte sie nach dem Ende den Lautsprecherwagen des revolutionären und internationalistischen Blocks. Angeblich missfiel ihnen ein Song der Punkband WIZO. Nach einigen Schikanen und Personalienabgabe wurde der Lautsprecherwagen samt Mitfahrenden wieder Freigelassen.

Am Samstag Abend hatten mehrere hundert Menschen auf der traditionellen LL-Party von ARAB und SDAJ im Kreuzberger Bi-Nuu für die Freiheit von „Brother Adel“ gefeiert. Neben Auftritten des Kreuzberger Rappers PTK und der Refugee Musikcombo „Antinational Embassy“ spielte Turgay vom Refugee-Strike revolutionäres türkisches Liedgut auf dem Saz. Maxim von KIZ und Staiger (Royal Bunker Books) hatten zuvor in einer szenischen Lesung kontrovers-dadaistische Literatur vorgetragen. Zuvor diskutierten ca 2000 Menschen in der Charlottenburger Urania über Krieg und Frieden auf der Rosa Luxemburg Konfernz der jungen Welt.

Fotos: 1, 2, 3

Videos: 1 (mehr…)

11.Januar: Stay Rosa & Karl – Free Adel – LL-Party 2014


Unser Freund, der Antifaschist Adel sitzt seit dem 12.Oktober 2013 in der JVA Moabit in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen diverse Nazis bedroht und angegangen zu haben. Erschwerend zu seiner antifaschistischen Gesinnung kommt bei Adel ein sogenannter „Migrationshintergrund“ dazu, der deutschen Ermittlungsbehörden seit jeher als Beweis für gesteigerte „Gewaltbereitschaft“ gilt. Um Geld für Anwälte und so weiter aufzutreiben laden wir am 11.Januar ins Kreubgerer Bi – Nuu zu einer grossartigen Solidaritätssause. Am Vorabend des traditionellen Liebknecht-Luxemburg-Gedenken wollen wir es für Adels Freiheit richtig krachen lassen. Mit dabei sind:

Marcus Staiger
Turgay (Revolutionärer Flüchtling am Saz)
PTK
Antinational Embassy
Maxim (KIZ)
Dj Discoism
DJ Backyard und Auster

Eintritt: 7 Euro / Doors Open 22 h

Samstag | 11.Januar | Bi – Nuu (Im U-BHF Schlesisches Tor)

Artikel des „lower class magazin“ über Adels Fall

10. Januar: Infoveranstaltung / ARAB-Tresen

Revolution in Rojava

Im vergangenen Jahr haben wir in vielen Teilen der Welt große Aufstände und Protestbewegungen gegen die Politik der Herrschenden erlebt. In der Türkei, Brasilien, Ägypten, Tunesien, Spanien, Griechenland und vielen weiteren Ländern haben sich allen voran die Jugend und die Frauen gegen die kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung erhoben.

An der Spitze dieser Widerstände steht momentan der Kampf der Bevölkerung in Rojava für ein freies, selbst bestimmtes Leben im Mittleren Osten, jenseits von imperialistischer Einmischung, dem Terror der kriminellen Banden wie Al Nusra und der Unterdrückung durch die reaktionären Staaten der Region. Rojava ist ein Aufschrei der unterdrückten Völker, der Mut und die Entschlossenheit der Unterdrückten, allen Schwierigkeiten zum Trotz ihren eigenen Weg zu gehen und sich zu befreien. In Rojava entsteht ein neues Leben, eine demokratische Alternative die nicht nur den Völkern des Mittleren Osten Hoffnung gibt, sondern auch uns hier in Europa motiviert und uns Kraft gibt. Die Revolution ist kein Zukunftstraum, nicht nur Theorie, sie ist real und aktueller denn je. Die Revolution vollzieht sich vielfältig und hat 1000 Gesichter. Sie hat das Gesicht von unzähligen gefallenen Jugendlichen, die sich den Reihen der YPG und YPJ anschlossen, um den Neuaufbau zu verteidigen. Die Revolution zwinkert uns in Taksim zu und kämpft in Rojava um den Sieg.

Auch wir Jugendliche in der BRD sehen uns täglich den Angriffen der Herrschenden und ihrer kapitalistischen Ordnung ausgesetzt, wofür Rojava für uns der konkrete Ausdruck eines Ausweges ist.

Was bedeutet Rojava für den Mittleren Osten und die Welt?
Welche Rolle spielt die Jugend in der Revolution?
Was können wir hier tun um die Revolution in Rojava zu unterstützen und zu verteidigen?

Gemeinsamen mit einem Vertreter der PYD werden wir uns mit diesen Fragen beschäftigen und mit der Bedeutung Rojava’s auseinandersetzen.

Freitag | 10. Januar 2014 | 21 UHR | Zielona Gora

4.Januar: Sakine, Fidan, Leyla – Sehid Namirin


Ungefähr 400 Menschen gedachten am 4.Januar in Berlin den am 9.Januar in Paris ermordeten kurdischen Revolutionärinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Söylemez. Fotos: 1

Am 9.Januar 2013 wurden die kurdischen Revolutionärinnen Sakine Cansız, Fidan Doğan und Leyla Söylemez in den Räumen des Kurdischen Informationsbüros in der Nähe des Pariser Nordbahnhofes ermordet. Viele spricht dafür das türkische Geheimdienststrukturen hinter diesem Mordanschlag stecken. Trotz vielfältiger Hinweise und Zeugenaussagen die auf eine Verwicklung des türkischen Staates in die Morde schliessen lassen, scheinen die französischen Ermittlungsbehörden kein Interesse an einer Aufklärung zu haben. Diese würde nämlich auch ein Licht auf die Rolle der europäischen Staaten bei der Unterdrückung der kurdischen Befreiungsbewegung werfen. Um unseren vor 1 Jahr ermordeten Freundinnen und Genossinnen zu Gedenken und gegen den türkischen Staatsterrorismus zu protestieren rufen wir gemeinsam mit kurdischen Vereinen und feministischen Gruppen zu einer Gedenkdemonstration am kommenden Samstag um 15 Uhr am U-BHF Hermannplatz in Berlin auf.

Kein Vergeben – Kein Vergessen – Sehid Namirin!

DEMO | SA | 4.1 | 15 Uhr | U-BHF Hermannplatz

Video von den Gedenkaktionen in Berlin vor einem Jahr

5.Januar: Celalettin Kesim – Kein Vergeben – Kein Vergessen!


Ungefähr 80 Menschen gedachten am 5.Januar dem 1980 am Kottbusser Tor durch türkische Faschisten ermordeten Gewerkschaftler und Kommunisten Celalettin Kesim.

Fotos: 1

Am 5. Januar 1980 wurde unser Genosse Celalettin Kesim durch die Anhänger der faschistischen Türkischen Föderation (Graue Wölfe) und die Fanatiker der islamistischen Milli Görüş, die vom Geheimdienst der Türkei (MIT) sowie dem deutschen Verfassungsschutz logistisch unterstützt wurden, ermordet.

Um gegen diesen Mord, der seit 34 Jahren nicht„komplett“ aufgeklärt wurde, zu protestieren, rufen wir zu einer Demonstration und Kundgebung am 5. Januar 2014 auf.

25 bis 30 unserer GenossInnen, unter denen sich auch Celalettin Kesim befand, verteilten am 5. Januar 1980 am Kottbusser Tor im Stadtteil Flugblätter gegen die„Militärische Note“, die die Türkischen Streitkräfte am 27. Dezember 1979 dem türkischen Parlament übergaben.

Zur gleichen Zeit versammelten sich die Anhänger der faschistischen Türkischen Föderation sowie die Fanatiker der islamistischen Milli Görüş am Kottbusser Tor, um gegen den militärischen Eingriff der Sowjetunion in Afghanistan zu protestieren.

Die Faschisten und Reaktionäre waren nicht nur gekommen, um zu demonstrieren, sondern es wurde ein detailliert geplanter Angriff vorbereitet; das lässt sich daran erkennen, dass sie unter ihrer Kommandokleidung Bücher befestigten, um sich gegen Schläge zu wehren, und an ihren Stöcken Messer anbrachten.

In den Aufsätzen und Büchern zum türkischen „tiefen Staat“, der nach langen Jahren und vielen Morden, deren Tatverdächtige bekannt sind, einigermaßen aufgedeckt wurde, wird festgestellt, dass diese „Operation“ die erste „ernste“ Operation des türkischen Geheimdienstes (MIT) im Ausland war.

Wenn dieser Mord im Zusammenhang mit dem in den letzten Jahren aufgedeckten „deutschen tiefen Staat“, also dem Verfassungsschutz, betrachtet wird, dann ist es klar, dass diese Zweierkoalition die Tat organisiert hat. Außerdem erleben wir in den letzten Jahren in Deutschland ähnliche Morde wie den Celalettin Kesim.

Wenn auch der türkische Geheimdienst nicht an der faschistischen Mordserie an neun Arbeitern mit Migrationshintergrund und einem Polizisten des vom Verfassungsschutz benutzten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ beteiligt war, bestehen dennoch zwischen den zwei Phänomenen große Ähnlichkeiten.
Alle politischen Morde – auch der an Celalettin Kesim – sowie die Verwicklung des Staates und aller verantwortlichen Institutionen und Personen müssen aufgeklärt werden !

Demo | 5.Januar | 15 Uhr | Hermannplatz
Kundgebung | 5.Januar | 16 Uhr | Celalettin-Kesim-Platz (Kottbusser Tor)

Kommunistische Partei der Türkei 1920 (TKP 1920)

Unterstützer:
Plattform der Arbeit und Demokratie Berlin (BEDEP),
Kurdistan Solidaritätskommittee,
ARAB (Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin) (mehr…)