Heraus zum 8. März – Es gibt keine Alternative zur Revolution!


Mehrere tausend Menschen gingen heute in Berlin zum internationalen Frauenkampftag gegen Patriarchat, Ausbeutung und Unterdrueckung auf die Strasse. Wir bildeten gemeinsam mit den Freund_innen der kurdischen Frauenbefreiungsbewegung, der Neuen antikapitalistischen Organisation (NaO) und anderen Genoss_innen einen internationalistischen Block. Auch in vielen anderen Laendern weltweit gingen Menschen gegen patriarchale Unterdrueckung auf die Strasse. Eine kleine Bilderschau aus Berlin, Hamburg, Palestina, Tuerkei, Kurdistan, Spanien, Kambodscha, Indien und Irland. Und ein Bericht der Freund_innen vom Lower Class Magazine von der Demo in Berlin:

Vor 95 Jah­ren wurde Rosa Lu­xem­burg auf Grund ihres kon­se­quen­ten Ein­ste­hens für die re­vo­lu­tio­nä­re Über­win­dung der ka­pi­ta­lis­ti­schen Ver­hält­nis­se von Frei­korps­sol­da­ten in Ber­lin er­mor­det. Sie hatte sich um die Jahr­hun­dert­wen­de als Wort­fu­eh­re­rin des lin­ken SPD-​Flue­gels her­vor­ge­tan. Rosa galt als ra­di­ka­le Kri­ti­ke­rin des Re­for­mis­mus, da eine be­dürf­nis­ori­en­tier­te Pro­duk­ti­on und Ver­tei­lung ge­sell­schaft­li­chen Reich­tums im Ka­pi­ta­lis­mus – auch auf Grund sei­ner zwangs­läu­fi­gen Kri­sen­haf­tig­keit – nicht denk­bar sei.

End­guel­tig brach sie mit der SPD, als diese vor 100 Jah­ren im Par­la­ment den Kriegs­kre­di­ten zu­stimm­te und damit ihr OK zum kai­ser­li­chen Feld­zug gegen Russ­land gab. Auch heute ver­sucht der deut­sche Im­pe­ria­lis­mus wie­der sei­nen Ein­fluss­be­reich auf
Kos­ten Russ­lands aus­zu­deh­nen, wie ak­tu­ell die Un­ters­tuet­zung
fa­schis­ti­scher Kraef­te in der Ukrai­ne durch SPD-​Aus­sen­mi­nis­ter Frank Wal­ter-​Stein­mei­er zeigt.

SPD, Grue­ne und bald auch die Links­par­tei be­glei­te­ten jeden An­griffs­krieg heut­zu­ta­ge mit einem ver­lo­ge­nen Men­schen­recht­sim­pe­ria­lis­mus der mal das Feh­len von De­mo­kra­tie und mal das Feh­len von Frau­en­rech­ten als Ar­gu­ment für das me­cha­ni­sier­te Ab­schlach­ten an­fu­ehrt.

Pa­tri­ar­chat, Ras­sis­mus und Ka­pi­ta­lis­mus…

Frau­en sind von der herr­schen­den pa­tri­ar­chal-​ka­pi­ta­lis­ti­schen
Ge­sell­schafts­ord­nung und ihren Kon­se­quen­zen für das all­täg­li­che Leben be­son­ders be­trof­fen. Nach wie vor un­ter­lie­gen sie einer dop­pel­ten Aus­beu­tung, durch Zwang zur Lohnar­beit und zur Ver­rich­tung von Re­pro­duk­ti­ons­ar­bei­ten im Rah­men von Haus­halt, Fa­mi­lie und Be­zie­hung, die nicht ent­lohnt und ge­ring­schät­zig be­han­delt wer­den. Öko­no­misch bes­ser ge­stell­te Frau­en geben diese Aus­beu­tungs­ver­hält­nis­se wei­ter, indem sie sich ka­pi­ta­lis­ti­scher und ras­sis­ti­scher ge­sell­schaft­li­cher Struk­tu­ren
be­die­nen und an­de­re, meist mi­gran­ti­sche, Frau­en für die Ver­rich­tung die­ser Ar­bei­ten pre­kär be­schäf­ti­gen.

Auch der Zwang zur Lohnar­beit, das heißt, seine Ar­beits­kraft auf dem Markt feil­zu­bie­ten und zu ver­kau­fen, trifft Frau­en in an­de­rer Weise als Män­ner. Nach wie vor ver­die­nen Frau­en so­wohl im Durch­schnitt, als auch für die glei­che Ar­beit we­ni­ger als Män­ner, sind häu­fi­ger pre­kär be­schäf­tigt und ar­bei­ten häu­fi­ger in Teil­zeit. Aber auch die aus den ka­pi­ta­lis­tisch-​pa­tri­ar­cha­len Ver­hält­nis­sen re­sul­tie­ren­de Kon­kur­renz in den in­di­vi­du­el­len und ge­sell­schaft­li­chen Be­zie­hun­gen ist unter Frau­en spür­bar stär­ker aus­ge­prägt und die Mög­lich­kei­ten über ihren Kör­per und ihr Aus­se­hen selbst zu be­stim­men sind deut­lich re­strik­ti­ver.

Ver­schlech­tern sich die ge­sell­schaft­li­chen Be­din­gun­gen durch öko­no­mi­sche Kri­sen oder Krie­ge, dann ver­schlech­tern sich in er­heb­li­chem Maße auch die Le­bensum­stän­de und Ab­hän­gig­kei­ten für Frau­en. Sie sind noch stär­ker als Män­ner von Pre­ka­ri­sie­rung, Armut und/oder kör­per­li­cher bzw. se­xu­el­ler Ge­walt be­trof­fen.

…wer­den nicht das Ende der Ge­schich­te sein!

Doch seit jeher gibt es Frau­en, die sich gegen die herr­schen­den
Ver­hält­nis­se zur Wehr set­zen und sich or­ga­ni­sie­ren. Wie die Frau­en der Zwei­ten Frau­en­in­ter­na­tio­na­le, auf die der 8. März zu­rück­geht. Wie in den Streiks der Tex­til­ar­bei­te­rin­nen Ende des 19. Jahr­hun­derts in Chi­ca­go und der Pa­ri­ser Com­mu­ne aber auch heute in den nord­afri­ka­ni­schen und asia­ti­schen Tex­til­fa­bri­ken. Wie die fe­mi­nis­ti­schen und so­zia­len In­itia­ti­ven in In­di­en, die öf­fent­lich ein Ende der „Ver­ge­wal­ti­gungs­kul­tur“ for­dern. Wie das En­ga­ge­ment der Frau­en in den so­zia­len Pro­tes­ten die
welt­weit auf­fla­ckern, in Süd­eu­ro­pa, dem Nahen Osten und La­tein­ame­ri­ka oder die mu­ti­gen Frau­en in der Tür­kei/ Kur­dis­tan und Ro­ja­va. Doch immer wie­der müs­sen sie ihr En­ga­ge­ment für eine klas­sen­lo­se Ge­sell­schaft frei von Pa­tri­ar­chat und Aus­beu­tung mit dem Leben be­zah­len, so wie Sa­ki­ne Can­siz, eine der Be­grün­de­rin­nen der Ar­bei­ter­par­tei Kur­dis­tans, die vor einem Jahr
kalt­blü­tig in Paris er­mor­det wurde.

In Ge­den­ken an all diese Kämp­fe und Weg­ge­fähr­tin­nen wer­den wir wei­ter­kämp­fen und uns or­ga­ni­sie­ren gegen pa­tri­ar­cha­le, ras­sis­ti­sche un­d­ka­pi­ta­lis­ti­sche Aus­beu­tungs­ver­hält­nis­se. Gegen den Im­pe­ria­lis­mus und seine links­li­be­ra­len und so­zi­al­de­mo­kra­ti­schen Hand­lan­ger_in­nen bis, dass der Mensch kein ge­knech­te­tes Wesen mehr ist. Ganz so wie Rosa Lu­xem­burg, die am Vor­a­bend ihrer Er­mor­dung schrieb: „Ord­nung herrscht in Ber­lin! Ihr stump­fen Scher­gen! Eure ‚Ord­nung‘ ist auf Sand ge­baut. Die Re­vo­lu­ti­on wird sich mor­gen schon ras­selnd wie­der in die Höhe rich­ten und zu eurem Schre­cken mit Po­sau­nen­klang ver­kün­den: ‚Ich war, ich bin, ich werde sein!‘“

8.​Maerz / 13 Uhr / S-BHF Ge­sund­brun­nen / In­ter­na­tio­na­lis­ti­scher Block

Dest Dan / fARAB [Frau­en in der an­ti­fa­schis­ti­schen Re­vo­lu­tio­nä­ren Akton Ber­lin]