Archiv der Kategorie 'Antimilitarismus'

12-13. Januar: Tausende Gedenken Rosa, Karl, Sakine, Leyla, Fidan und allen von der Reaktion ermordeten Revolutionär_innen


Tausende Linke aus dem gesamten Bundesgebiet und dem europäischen Ausland trafen sich am vergangenen Wochenende in Berlin um den am 15. Januar durch die SPD und ihre rechtsextremen Helfershelfer_innen ermordeten Revolutionär_innen und Gründer_innen der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu Gedenken. Das Gedenken an die beiden ermordeten Kommunist_innen gilt als eines der größten regelmäßig stattfindenden Treffen der radikalen Linken in der BRD.

Überschattet wurde das Gedenken in diesem Jahr von dem Mord an drei Genossinnen aus der kurdischen Frauenbewegung am Mittwoch in der Pariser Innenstadt. Bei diesem, vermutlich von türkischen Rechtsextremist_innen oder paramilitärischen Kräften innerhalb des türkischen Staatsapparates durchgeführten, Mordanschlag ist auch Sakine Cansiz erschossen worden, eine der Mitbegründer_innen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und wichtige Symbolfigur innerhalb der kurdischen Frauenbewegung, die auch als kurdische Rosa Luxemburg bezeichnet wird [Infos]. Schon am Freitag gab es in Gedenken an die drei ermordeten kurdischen Genossinnen spontane Protestaktionen in Berlin. Nachdem sich schon am Vormittag bis zu 100 Menschen vor der französischen Botschaft am Pariser Platz versammelt hatten um dem französischen Botschafter eine Protestresolution zu überreichen und einen Kranz im Andenken an die Ermordeten niederzulegen, zogen am Nachmittag über 1000 Menschen mit einer beeindruckenden Gedenkdemonstration durch die Bezirke Neukölln und Kreuzberg. Dabei wurde immer wieder dazu aufgerufen sich am Sonntag an der Liebknecht-Luxemburg-Demo zu beteiligen und auch dort einen Block zum Gedenken an die kurdischen Freund_innen zu bilden.

Am Samstag öffnete dann die „XVIII. internationale Rosa Luxemburg-Konferenz“ ihre Pforten in der Westberliner Urania. Bis zu 2000 Menschen besuchten im Laufe des Tages die Konferenz und diskutierten über Alternativen zum kapitalistischen Irrsinn und lauschten den Vorträgen internationaler Gäste aus verschiedenen Spektren der Linken. Auch hier war das Gedenken an die ermordeten kurdischen Genoss_innen präsent. Kurdische Jugendliche, internationalistische Feminist_innen und Antifaschist_innen verlasen spontan einen Beitrag zu den Hintergründen des Mordanschlages und zeigten einen Film über die ersten Proteste am Donnerstagmorgen in der Pariser Innenstadt. In einer Resolution verurteilten die Teilnehmer der Konferenz anschließend die Morde an Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Söylemez als brutalen Anschlag auf den Friedensprozeß. Sprechchöre aus dem Publikum forderten eine Aufhebung des Verbots der kurdischen Arbeiterpartei PKK. Zeitgleich gingen in Paris zehntausende Kurd_innen aus ganz Europa auf die Strasse um eine Aufklärung der Morde zu fordern, im Baskenland demonstrierten über 100 000 Menschen für die Freiheit der politischen Gefangenen und in Magdeburg protestierten 15 000 gegen Nazis und immerhin einige hundert stellten sich entschlossen den Nazis und der Polizei entgegen. Dabei kam es wie zu erwarten zu massiven Polizeiübergriffen gegen Antifaschist_innen.

Abends ab 23 Uhr versammelten sich mehre hundert Menschen auf Einladung der ARAB und der SDAJ im Berliner Club Bi – Nuu in Kreuzberg und feierten bis in die frühen Morgenstunden auf der mittlerweile auch schon traditionellen „Liebkencht – Luxemburg – Party“ die Revolution und den „Marxism-Leninism-Discoism“.

Am Sonntag fand dann der traditionelle Gedenkzug linker Gruppen unterschiedlicher Strömung zur Gedenkstätte der Sozialisten in Friedrichsfelde, zu den Gräber von Rosa und Karl statt. Unbeeindruckt von den Spaltungsversuchen der Jugendverbände von SPD, Grüne und Linkspartei sowie einige selbsternannten „emanzipatorischer Linker“ versammelten sich wie in die Vorjahren tausende linker unterschiedlichster Couleur am Frankfurter Tor um gemeinsam zu Rosa und Karl zu ziehen und ihr Andenken wach zu halten. Die Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin (ARAB) hatten in diesem Jahr gemeinsam mit den Genoss_innen des „revolutionären Bündnis 3A“ zu einem revolutionären Block unter dem Motto „Dem deutschen Imperialismus in den Rücken fallen – Der Hauptfeind steht im eigenen Land“ aufgerufen. Kurdische, türkische, baskische und palästinensische Genoss_innen schlossen sich dem Block an und sorgten für einen starken und solidarischen internationalistischen Ausdruck. Neben dem Andenken an die ermordeten kurdischen Genoss_innen gab es auch Beiträge von den baskischen Solidaritätsnetzwerk „Lagunak“ und einen Auftritt des palästinänsischen Rappers Guevarah. In der Begrüßungsrede sagte sagte ein Vertreter der ARAB :“Grade heute, in einer Zeit in der der deutsche Imperialismus sich wieder einmal aufmacht zu einer Weltmacht zu werden. Eine Zeit die geprägt ist von wachsender Armut, Vereinzelung, Rassismus und einer schwachen – oft ohnmächtig wirkenden – Widerstandsbewegung –  könnte die Rückbesinnung auf verschüttetes, gebrochenes und verlorengegangenes Wissen  der revolutionären Arbeiterbewegung wichtige Impulse für die Reorganisierung einer revolutionären Linken bieten, die sich selbst ernst nimmt und mehr sein will als ein folkloristisch anmutender Traditionspflegeverein oder eine kleine subkulturelle Nische von selbstgerechten Besserwissern.“ Im Anschluss ging das „3A-Bündnis“ in einem Redebeitrag auf die Aktualität der Analysen Rosas und Karls angesichts des wiederstarken des deutschen Imperialismus, Nationalismus und Chauvinismus ein und betonte die Notwendigkeit eines revolutionären Bruchs mit den herrschenden System als wichtigste Lehre Liebknecht und Luxemburgs.Daraufhin zogen die Teilnehmer_innen unter Sprechchören wie „Sehid Namirin “, „Hoch die internationale Solidarität“ und „Ich bin – Ich war – Ich werde sein – Die Revolution wird die Menscheit befreien“ und – aus akuellen Anlass – vor allem Lieder aus der kurdischen und türkischen revolutionären Bewegung zur Grabstätte der Sozialist_innen.  

Fotos: 1 ,2, 3, 4, 5, 6, 7
Videos: 1

(mehr…)

11.November: Über 2000 Menschen zeigen Solidarität mit Hungerstreik!


Über 2000 Menschen zogen am Sonntag den 11.November durch den Berliner Bezirk Kreuzberg und bekundeten ihre Solidarität mit einem Hungerstreik von bis zu 10 000 politischen Gefangenen aus der kurdischen Befreiungsbewegung und der revolutionären türkischen Linken der zur Zeit in den Knästen der Türkei stattfindet. Ausserdem wandten sich die Demonstrant_innen gegen eine Mögliche militärische Intervention der Türkei und ihrer NATO-Partner in den Syrien-Konflikt. Aufgerufen hatte die vor allem aus türkischen und kurdischen linken Organisationen bestehende Plattform für Arbeit und Demokratie in Berlin (BEDEP) und das Berliner Bündnis gegen Krieg und Militarisierung. (mehr…)

17.September: Veranstaltung zum Krieg in Syrien


Der „arabische Frühling“ begann vielversprechend: In Tunesien und Ägypten gingen tausende auf die Strasse, gegen ihre repressiven Regierungen, aber durchaus auch mit sozialen Anliegen. Doch der Aufbruch währte nicht lange: In Kairo teilen sich reaktionärer Militärrat und islamistische Muslimbruderschaft die Macht, in Bahrain schlugen saudi-arabische Panzer den Volksaufstand nieder und Libyen wurde mit westlicher Hilfe auf das Niveau eines „failed State“ gebombt. Danach kam Syrien: Was als Protestbewegung begann wurde schnell zum Bürgerkrieg. Für Linke hierzulande ist die Situation dabei äusserst unübersichtlich: Ist der Sturz der Assad-Regierung im Sinne der Bevölkerung im Land oder doch von außen oktroyiert? Welche Kräfte sind bestimmend innerhalb der sehr heterogenen Opposition? Welches sind die Interessen der imperialistischen Hauptmächte und wie versuchen sie diese Umzusetzen. Diese Fragen wollen wir versuchen gemeinsam mit Martin Glasenapp (Medico International), Karin Leukefeld (Journalistin) und Tobias Pflüger (Informationstelle Militarisierung) diskutieren. Präsentiert von ARAB und ALB.

17.September | 19 Uhr | SO 36 | Oranienstrasse 190

1.September:Dortmund blieb Nazifrei


Zum ersten Mal seit mehreren Jahren konnten sich zum Antikriegstag keine Nazis in Dortmund versammeln! Am 1. September 2012 zogen statt dessen Antifaschisten durch die Straßen.Damit reiht sich Dortmund zumindest vorerst in eine Liste von Städten, in denen zentrale Nazi-Aufmärsche nicht mehr stattfinden können: Wundsiedel, Halbe, Dresden, Dortmund. Dies bedeutete eine weitere Schwächung der Neonazi-Szene in der BRD.

Naziaufmarsch am 1.9.2012 in Dortmund verboten – Dortmund stellt sich quer! Dortmund Nazifrei!Der Nazi-Aufmarsch wurde wenige Tage zuvor verboten – gerne hätten wir jedoch selbst durch Blockaden dafür gesorgt, dass die Nazis nicht hätten marschieren können. Das Bündnis „Dortmund stellt sich quer“ bedankt sich bei den vielen Aktiven, die zum Teil von weit her in die Ruhrmetropole kamen, um gegen Faschismus, Imperialismus und Krieg zu demonstrieren. An einer Demonstration im Stadtteil Hörde – genau auf der eigentlich von den Neonazis geplanten Route – beteiligten sich bis zu 2.000 Menschen.

Fotos: 1, 2 (mehr…)

1.September: Stoppt den Krieg in Kurdistan


Mehrere hundert Kurd_innen und solidarische Internationalist_innen folgten am 1.September, dem internationalen Anti-Kriegstag, einem Aufruf des Auslandskomitee der Partei der Demokrtischen Einheit (PYD) zu einer Demonstration durch die Berliner Innenstadt. Sie zeigten dabei ihre Unterstützung für den Aufbau selbstverwalteter Rätestrukturen in Westkurdistan (Syrien), protestierten gegen die Unterdrückungspolitik des Assad-Regimes aber wandten sich auch deutlich gegen jede imperialistische Einmischung. Es gelte eine emanzipatorische Alternative jenseits von imperialistischen Kriegsdrohungen, djihadistischem Terror und nationalistischer Assimilationspolitik zu schaffen. Mit kurdischer Musik und Fahnen zogen sie vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor. (mehr…)

16.August: Kurdische Selbstverwaltung im Aufbau


Syria: Kurdish Uprising – Images by Benjamin Hiller

Der Bürgerkrieg in Syrien ist in den Medien gegenwärtig omnipräsent. Aber die meisten Medien befassen sich einzig sehr parteisch mit dem eskalierenden Krieg zwischen der syrischen Regierung und der vom Ausland unterstützten Freien Syrischen Armee. In den kurdischen Gebieten hat es die Bevölkerung bislang geschafft, sich aus diesem blutigen Konflikt herauszuhalten und mit dem Aufbau eigener Selbstverwaltungsstrukturen begonnen. In den letzten Wochen konnten die meisten Städte in den kurdischen Gebieten von Volksräten übernommen werden, ohne dass es mit den dortigen Kräften des Assad-Regimes zu Blutvergießen kam. Die „Bewegung für eine Demokratische Gesellschaft in Westkurdistan (TEV-DEM)“ schreibt von einer historischen Phase, in der in Westkurdistan und in Syrien die Völker für eine demokratische und freie Zukunft kämpfen. Kritisch wird diese Entwicklung vor allem von der Türkei betrachtet, da die der PKK nahestehende syrisch/kurdische Partei für „Demokratische Einheit (PYD)“ Vorreiter dieses Prozesses mit einer starken Verankerung in der Bevölkerung ist. Ziel der Veranstaltung ist es, über die aktuelle Situation, die Kräfteverhältnisse und Perspektiven in den syrisch-kurdischen Gebieten zu informieren.

Eine Veranstaltung des Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin in Kooperation mit der jW-Ladengalerie

16. August, 19 Uhr | jW-Ladengalerie | Info-Veranstaltung „Kurdische Selbstverwaltung im Aufbau“
mit Newaf Khalil, Journalist | Dr.Gundi Dilberz, Historiker | Nick Brauns, (Moderation)

Eintritt: 3,00 € / Ermäßigt: 2,00 €

Ort: junge Welt Ladengalerie, Torstr. 6 (Nähe U-Bahn Rosa-Luxemburg-Platz oder Alexanderplatz)

Videos aus Westkurdistan: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9

Livestream des kurdischenSenders „Nuce TV

20. Juli: 300 gegen Bundeswehr-Gelöbnis


Am 20. Juli 2012 be­tei­lig­ten sich etwa 300 Men­schen an der Ge­löb­NIX-​De­mons­tra­ti­on unter dem Motto „Der Krieg be­ginnt hier – der Wi­der­stand auch!“ Die De­mons­tran­t_in­nen zogen von der Hein­rich-​Hei­ne-​Stra­ße zum Bend­ler­block, vor­bei am Haus der Wirt­schaft, dem Aus­wär­ti­gen Amt und der bri­ti­schen und US-​Bot­schaft.

Beim Auf­takt an der Hein­rich-​Hei­ne-​Stra­ße wurde dar­auf hin­ge­wie­sen dass das Ge­löb­nis eine ganz be­stimm­te Funk­ti­on ein­nimmt. Es dient der Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Staat und der Na­ti­on und soll dabei hel­fen, die Bun­des­wehr als ak­zep­tier­ten Teil der Ge­sell­schaft eta­blie­ren. Im Re­de­bei­trag der Kam­pa­gne Tat­ort Kur­dis­tan ging der Red­ner auf die Rüs­tungs­lie­fe­run­gen der BRD an die Tür­kei ein sowie auf die mas­si­ve Re­pres­si­on gegen kur­di­sche Ak­ti­vis­t_in­nen in der Tür­kei. Da­nach ging die De­mons­tra­ti­on los. Auf Trans­pa­ren­ten war unter an­de­rem zu lesen: „Bun­des­wehr und Nato raus aus Af­gha­nis­tan“, „Kriegs­pro­fi­teu­ren das Hand­werk legen“ sowie „War starts here – let´s stop it here.“ (mehr…)

Keine Zensur linker Autoren – „Linke Buchtage“ boykottieren!

In Deutschland werden linke Kritiker der israelischen Besatzungspolitik und der als „Krieg gegen den Terror“ verbrämten imperialistischen Kriege seit Jahren diffamiert, bepöbelt, bedroht, zensiert – in einigen Fällen gewalttätig attackiert.

Nun ist eine neue Eskalationsstufe der Hetze gegen kritische Linke erreicht: Der Hamburger Laika Verlag wurde von der Teilnahme an den „Linken Buchtagen“ (15. bis 17. Juni 2012 in Berlin) ausgeschlossen. Auf telefonische Nachfrage des Verlages nannte ein Sprecher der Veranstalter „politische Gründe“: Der Laika Verlag hatte 2011 einen Band mit dem Titel „Mitternacht auf der Marvi Marmara“ veröffentlicht. Das Buch enthält Berichte und Reflexionen von rund 50 Autorinnen und Autoren – darunter viele israelische und palästinensische – zur versuchten Blockadedurchbrechung durch die Gaza-Hilfsflottille und Kritik an dem Angriff der israelischen Marine auf die Schiffe, bei dem neun Passagiere erschossen wurden.

In den vergangenen Jahren haben sich in Deutschland immer mehr ehemals antikapitalistische linke Strukturen, Parteien, Stiftungen, Medien politisch neutralisiert. Sie werden von neokonservativen und anderen bürgerlichen Rechten kolonisiert, die sich als „antideutsche Linke“ oder „Ideologiekritiker“ camouflieren. Das gilt offenbar auch für die „Linken Buchtage“. Eine konstruktive Auseinandersetzung mit den Veranstaltern ist unmöglich. Sie agieren aus der Deckung der Anonymität und verweigern jegliche Diskussion über ihre inakzeptable Entscheidung.

Der Ausschluss des Laika Verlages von den „Linken Buchtagen“ stellt einen weiteren Versuch dar, internationale linke Stimmen gegen Besatzung, Krieg und Unterdrückung zum Schweigen zu bringen.

Wir werden das nicht hinnehmen. Jetzt gilt es, ein Zeichen zu setzen! Wir rufen zum Boykott der „Linken Buchtage“ auf.

Website
1.Erklärung des Laika-Verlags
2.Erklärung des Laika-Verlags
(mehr…)

25 000 Menschen bei Revolutionärer 1.Mai-Demonstration

Video-Bericht: 1, 2, 3, 4, 5

Auftritt von „Neues Glas aus alten Scherben“

Angriff auf Demospitze: 1

Interview in der jW zum Polizeiangriff

25 000 Menschen auf 18-Uhr-Demonstration++Größte revolutionäre 1.Mai-Demonstration bisher++Polizei greift die Demospitze auf Höhe des jüdischen Museums mit brutaler Gewalt an und prügelt den vorderen Block auseinander+Vorher schon Spontandemo durch Myfest, Proteste gegen NPD, DGB-Demo und mehrere tausend Menschen auf der antikapitalistischen Walpurgisnacht. (Bericht)

Pressemitteilung
25.000 Demonstranten bei Revolutionärer 1. Mai-Demonstration in Berlin. Aufzug wurde von der Polizei unter Anwendung massiver Gewalt aufgelöst

Unter dem Motto „Der Druck steigt – für die soziale Revolution“ zogen am Abend des diesjährigen 1. Mai bis zu 25.000 Menschen unterschiedlichen Alters durch die Berliner Innenstadt. Zu der Demonstration hatte ein breites Bündnis linker und kapitalismuskritischer Organisationen zur Revolutionären 1. Mai-Demonstration 2012 aufgerufen. Zu der Veranstaltung hatten verschiedene soziale Initiativen und linke bzw. linksradikale Organisationen wie Antifa-Gruppen mobilisiert. Es nahmen auch mehrere kurdische Vereine sowie erstmals die ver.di-Bundesjugend mit eigenen Lautsprecherwagen an der Demonstration teil.

Die Demonstration, die mit einem offensiven antikapitalitischen Ausdruck und mit zahlreichen Fahnen und Transparenten zunächst durch den Kreuzberger Kiez zog, wurde dann auf dem Gang in die politische Mitte Berlins massiv von zahlreichen Polizeibeamten angegriffen und gestoppt. Die Polizei ging in Höhe Linden/Markgrafenstraße, unweit des Jüdischen Museums, mit unglaublicher Brutalität gegen die Spitze der Demonstration vor und löste den Aufzug mit massiver Härte mittels Schlagstockeinsatz
und Tränengas schließlich auf. Ein Grund für diese Maßnahme, die offenbar planmäßig auf die Zerschlag einer politisch missliebigen Veranstaltung genau an diesem Ort gerichtet war, wurde dem Veranstalter nicht genannt. Stattdessen verweigerte die Polizei jegliche Diskussion mit dem Anmelder der Veranstaltung. Zahlreiche Personen wurden verletzt oder willkürlich festgenommen. Eine genaue Zahl liegt derzeit noch nicht vor.

Der Pressesprecher des 1. Mai-Bündnis Jonas Schiesser erklärt dazu: „Zum 25. Jubiläum des Kreuzberger Kiezaufstandes war die heutige große Demonstration eine deutliche Ansage in Richtung der Herrschenden gewesen, dass man sich die Angriffe auf die Lebensumstände der Menschen durch das Kapital nicht länger gefallen lässt. Wir freuen uns darüber, dass gerade unter den Bedingungen eines erheblichen Sozialabbaus zur Bewältigung der aktuellen Krise in diesem Jahr so viele Menschen zur Demo gegangen und ihren Unmut auf die Straße getragen habe. Wir rufen nun dazu auf, den europaweiten Widerstand gegen die vermeintliche Krisenbewältigungspolitik der Troika und EZB ebenfalls Mitte Mai nach Frankfurt am Main zu tragen.“

Aus der Pressemiteilung des Komitee für Grundrechte und Demokratie:

„Revolutionäre 1. Mai Demonstration“ am 1. Mai 2012 in Berlin-Kreuzberg

Die „18-Uhr-Demo“ verlief anfangs ohne relevante Vorkommnisse, aber lediglich für die ersten 500 Meter ohne enge Polizeibegleitung. Ab dem Kottbusser Tor wurde der vordere Teil des Demonstrationszugs zunehmend sehr eng begrenzt (mit Hundertschaften vorneweg und Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten als Spalier auf beiden Seiten). Ab der Oranienburger Straße Ecke Lindenstraße begleitete die Polizei die Versammlung auch innerhalb des Demonstrationszugs. Kurz nachdem die Versammlungsspitze in die Markgrafenstraße abbog, stoppte die Polizei ohne für die meisten Teilnehmer_innen ersichtlichen Grund den Demonstrationszug, indem sie in die Versammlung eindrang, Fronttransparente entwendete und Verhaftungen vornahm. Es erfolgten mehrfach Schlagstock- und Pfeffersprayeinsätze, daraufhin Stein-, Flaschen- und Böllerwürfe. Trotz fortlaufender Verhandlungen zwischen Versammlungsleitung und Kontaktbeamten, um den Versammlungszug fortzusetzen, griffen
Polizeikräfte immer wieder in die Demonstration ein. Schon vor der formalen Auflösung der Demonstration war der Versammlungsplatz innerhalb von Minuten nicht mehr von den Versammlungsteilnehmer_innen bestimmt, sondern von der Polizei kontrolliert. Die Polizei verhinderte den Versuch einer Fortsetzung der Demonstration und löste schließlich die Versammlung auch formal auf. Insgesamt hatte es den Anschein, als wollte die Polizei auf alle Fälle verhindern, dass der Versammlungszug die Berliner Innenstadt erreicht. Es kam zu Rangeleien zwischen Polizeikräften und Versammlungsteilnehmer_innen auf dem Vorplatz des Jüdischen Museum. Der symbolhaltige Vorplatz des Jüdischen Museum war durch die Polizei denkbar ungünstig gewählt, um die Versammlung aufzulösen. Zudem barg eine unzureichend gesicherte Großbaustelle zusätzliche Gefahren für die körperliche Unversehrtheit der Versammlungsteilnehmer_innen, deren Abzug die Polizei durch eine allseitige Absperrung verhinderte.

Indymedia-Bericht

Fotos:
18 Uhr-Demo: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24

DGB-Demo (Bericht): 1, 2

Antifa-Protest (Bericht): 1, 2

Spontan-Demo in Neukölln (Bericht)

Spontan-Demo im Myfest: 1, 2

Walpurgisnacht: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8

Videos: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 43, 44, 45

1.Mai Woanders:
Hamburg | Nürnberg | Fürth | Duisburg | Köln | Neumünster | Wittstock | Magdeburg | Kiel | Oldenburg | Dresden | Stuttgart | Erfurt | Zürich | Wien | Istanbul | Amed |

Weltweit: 1, 2

Lustige Video-Umfrage im Vorfeld

(mehr…)

1.Mai: Kohle, Küche, Kinder, Krise – der Druck steigt!


Ein wichtiger Aspekt des 1.Mai war immer auch der Kampf gegen patriachale Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen, den die Befreiung der Frau ist eine Grundvoraussetzungen für die befreite Gesellschaft so wie die befreite Gesellschaft eine Grundvoraussetzung für die Befreiung der Frau ist. Deshalb ruft auch das Berliner Bündnis „8.März“ mit einem eigenen Aufruf zur revolutionären 1.Mai-Demonstration um 18 Uhr am Laustitzer Platz auf.

1.Mai | 18 Uhr | Lausitzer Platz
(mehr…)