Archiv der Kategorie 'Antimilitarismus'

Biji 1 Gulan! Yasasin Bir Mayis! Es lebe der 1.Mai!

Der 1.Mai steht seit 126 Jahren für einen weltweiten Kampf der Unterdrückten und Ausgebeuteten über nationale Grenzen hinweg. Internationale Solidarität mit Kämpfen die anderswo auf der Welt gegen Herrschaft, Unterdrückung und Ausbeutung geführt werden ist eine Grundlage revolutionärer und fortschrittlicher Politik, grade auch am 1.Mai.
Um auf die aktuelle Repression in den kurdischen Gebieten der Türkei aufmerksam zu machen und gegen das PKK-Verbot, den §129b und weitere deutsche Unterstützungsmassnahmen für den Krieg in Kurdistan zu protestieren mobilisieren kurdische Organisationen und das Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin zur revolutionären 1.Mai-Demonstration in Berlin – Kreuzberg. Neben den Verhaftungswellen gegen kurdische Oppositionellen, Militäraktionen gegen die Guerilla und der drohenden Gefahr eines türkischen Krieges gegen Syrien wird es auch um die Situation des seit 13-Jahren auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali gefangengehaltenen ehemaligen PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan gehen, von dem es seit fast 300 Tagen kein Lebenszeichen gibt. 15 kurdische Interlektuelle befinden sich in Straßburg vor dem Europarat seit dem 01.März im unbefristeten Hungerstreik um die EU zum handeln zu bewegen. Ihr Gesundheitszustand ist mittlerweile lebensbedrohlich! Solidarisiert euch! Macht Aktionen! (Info)

1.Mai | 18 Uhr | Lausitzer Platz

(mehr…)

1.Mai 2012: Es gibt keine Alternative zur Revolution

Auch zum 1.Mai 2012 ruft das revolutionäre Bündnis „3A“, in dem sich 10 revolutionäre und kommunistische Gruppen zusammengeschlossen haben, zu Aktionen in verschiedenen Städten auf. In diesem Jahr stehen die gemeinsamen Mobilisierungen unter dem Motto „Es gibt keine Alternative zur Revolution“. Der bundesweite Aufruf hat vor allem die aktuelle Krisenpolitik des deutschen Imperialismus zum Inhalt und betont die Notwendigkeit einer klassenkämpferischen, antiimperialistischen und revolutionären Organisierung um eine wirkliche Krisenpolitik möglich zu machen: die Zerschlagung der alten Ordnung, die Vergesellschaftung der Produktionsmittel und der Aufbau einer neuen Gesellschaft, deren Wirtschaft sich nicht nach Profitmöglichkeiten richtet, sondern für die Bedürfnisse der Menschen produziert.

Aufruf | PDF | Plakat | Mobivideo | Website

In Berlin (Mobivideo), Hamburg (Mobivideo), Nürnberg und Stuttgart ruft das Bündnis dazu auf sich an den revolutionären 1.Mai-Demonstrationen und klassenkämpferischen/internationalistischen Blöcken auf den Gewerkschaftsdemos zu beteiligen. In Fürth und Duisburg (Mobivideo) wird zu antikapitalistischen und revolutionären Vorabenddemos aufgerufen. In Neumünster und Bonn gilt es am 1.Mai einen Naziaufmarsch zu verhindern.
(mehr…)

24.April:Veranstaltung zu 25 Jahre 1.Mai in Kreuzberg


Dieses Jahr jährt sich der Kreuzberger Kiezaufstand am 1.Mai 1987 zum 25sten Mal. Seitdem steht der 1.Mai in Berlin Kreuzberg für eine radikale Ablehnung der herrschenden Zustände und eine konfrontative Kritik an der Staatsgewalt. Mit einer Veranstaltungsreihe wollen wir an ein Vierteljahrhundert Widerstand gegen Kapitalismus, Krieg und Polizeigewalt Revue passieren lassen, uns mit der aktuellen Bedeutung der revolutionären Maidemos beschäftigten und einen Blick in die Zukunft werfen. Die erste Veranstaltunng findet am Freitag den 13.April beim ARAB-Tresen im Zielona Gora statt. Weitere Veranstaltungen, sowohl in Berlin wie in anderen Städten sollen folgen.

Infos zur Geschichte des 1.Mai n Kreuzberg

Infoveranstaltung | 25 Jahre Widerstand in Kreuzberg | 24. April | Clash | Gneisenaustr.2a
Revolutionäre 1.Mai-Demo | 18 Uhr | Lausitzer Platz
(mehr…)

1.Februar: Krieg beginnt hier


Am Mitt­woch, dem 1. Fe­bru­ar 2012 be­tei­lig­ten sich etwa hun­dert Per­so­nen an einer Kund­ge­bung auf der Fried­rich­stra­ße, um gegen die im Hotel Ma­ri­tim zeit­gleich statt­fin­den­de In­ter­na­tio­nal Urban Ope­ra­ti­ons Con­fe­rence zu pro­tes­tie­ren. Neben Re­de­bei­trä­gen wur­den auch meh­re­re an­ti­mi­li­ta­ris­ti­sche Vi­de­os und Fotos von An­ti-​Kriegs-​Ak­tio­nen auf einer Lein­wand ge­zeigt.

Die Kund­ge­bung wurde mit dem Ab­spie­len von Kriegs­ge­räu­schen ein­ge­läu­tet, um deut­lich zu ma­chen: Krieg be­ginnt hier. Zu Be­ginn wurde der Re­de­bei­trag der In­itia­ti­ve Li­bertad! ver­le­sen, in dem es um die Kriegs­füh­rung im ur­ba­nen Raum ging. Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te der LIN­KEN Inge Höger be­ton­te in ihrer Rede: „Wir haben lange genug zu­ge­se­hen, wie Deutsch­land sich im Wind­schat­ten der NATO und sei­ner Ver­bün­de­ten wie­der an die Spit­ze kriegs­füh­ren­der Mäch­te heran ar­bei­tet. Fal­len wir ihnen in den Arm!“ Im An­schluss gab es ein Video der Farb­beu­tel-​Ak­ti­on gegen Hoch-​Tief im Rah­men der De­mons­tra­ti­on gegen die Af­gha­nis­tan-​Kon­fe­renz An­fang De­zember 2011 in Bonn. Da­nach folg­te die Rede der Re­vo­lu­tio­nä­ren Per­spek­ti­ve Ber­lin zur deut­schen Kriegs­po­li­tik und der neuen Kriegstak­tik des Coun­ter-​Ter­ro­ris­mus in Af­gha­nis­tan. Au­ßer­dem gab es einen Bei­trag von Out of Con­trol, die die De­mons­tra­ti­on am ver­gan­ge­nen Sams­tag gegen den Po­li­zei-​Kon­gress und die In­ter­na­tio­nal Urban Ope­ra­ti­ons Kon­fe­renz mit vor­be­rei­tet hat­ten.
(mehr…)

15.Januar: Gedenken an Rosa und Karl


Zehntausende Menschen gedachten heute in Berlin den 1919 von rechtsextremen Freikorps-Soldaten mit Billigung der SPD ermordeten Mitbegründer_innen der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich an einer Gedenkdemonstration linker und linksradikaler Gruppen, die wie jedes Jahr unter dem Motto „Luxemburg – Liebknecht – Lenin – Niemand ist vergessen – Aufstehen und Widersetzen“ stand. Gemeinsam zogen sie vom U-BHF Frankfurter Tor zur Gedenkstätte der Sozialist_innen in Friedrichsfelde und legten dort Nelken und Kränze an den Gräbern der ermordeten Kommunist_innen nieder. Dem internationalistischen Antifa-Block schlossen sich in diesem Jahr Aktivist_innen der Kampagne „Tatort Kurdistan“ und des kurdischen Studierendenverbandes an, die auf den Staatsterror gegen linke und kurdische Aktivist_innen in der Türkei aufmerksam machten sowie Vertreter_innen der Baskenlandsolidarität und der Free-Mumia-Bewegung. In Redebeiträgen wurde ein Ausblick auf ein kämpferisches Jahr 2012 geworfen und dazu aufgerufen sich an den Aktionen gegen den Naziaufmarsch in Dresden Mitte Februar, am 25sten Jubiläum des revolutionären 1.Mai in Berlin-Kreuzberg und den „Block Troika“ Aktionen gegen die Krisenpolitik von EZB und Merkel am 18.Mai in Frankfurt zu beteiligen. Im Anschluss zogen ein kleiner Teil der Demonstrant_innen weiter vor das Frauengefängnis Lichtenberg um die Freilassung einer dort inhaftierten türkischen Kommunistin zu fordern und für die Abschaffung der Antiterrorparagraphen 129, 129a und 129b zu protestieren. Gülaferit Ünsal sitzt seit 21. Oktober in Lichtenberg, sie wurde von Griechenland an Deutschland ausgeliefert, wo ihr vorgewofen wird „Rädelsführerin“ in der türkischen linksradikalen Guerillaorganisation DHKP-C zu sein. (Bericht)

Schon am Samstag versammelten sich über 1500 Menschen in der Urania zur 16ten „internationalen Rosa Luxemburg Konferenz“ der Tageszeitung „junge Welt“ und lauschten den Beiträgen verschiedener linker Politiker_innen, Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen. Neben Jutta Ditfurth, Georg Fülberth, Dietmar Dath und Vertreter_innen verschiedener Kommunistischer Parteien und Organisationen sprach kurzfristig auch der ehemalige türkische Guerillakämpfer und heutige Parlamentsabgeordneter der pro-kurdischen BDP zu den versammelten Zuhörer_innen. Kürkcü ist einer der bekanntesten Vertreter der 68er Generation in der Türkei. Er war Vorsitzender der Revolutionären Jugendföderation Dev Genc und Mitbegründer der Stadtguerilla THKP-C. 1972 war er an der Entführung von drei NATO-Technikern beteiligt, um zum Tode verurteilte Genossen freizukämpfen. Als einziger überlebte er 1972 in Kizildere ein Massaker der Armee an seiner Guerillaeinheit und wurde anschließend bis 1984 inhaftiert. Nach seiner Freilassung war Kürkcü in verschiedenen sozialistischen Parteien und in der linken Presse aktiv. Im Juni 2011 wurde Kürkcü als Direktkandidat für den aus sozialistischen und prokurdischen Parteien gebildeten Block für Arbeit, Demokratie und Freiheit in der Stadt Mersin in das Türkische Parlament gewählt, wo er heute der Fraktion der prokurdischen Partei für Frieden und Demokratie BDP angehört. Rosa Luxemburg sei für die Sozialist_innen in der Türkei eine wichtige Inspirationsquelle, sagte Kürkcü. Die Teilnehmer_innen der Konferenz verabschiedeten außerdem eine Solidaritätserklärung mit dem in den USA wegen Geheimnisverrats angeklagten US-Soldaten Bradley Manning. Am Abend feierten hunderte Leute auf der legendären LL-Party von ARAB, ALB und SDAJ den 5ten Geburtstag der ARAB, wählten einen neuen Polizeipräsidenten für Berlin und überprüften den neuen Berliner Innensenator Henkel auf Herz und Nieren.
(mehr…)

30.12: Proteste gegen Massaker der türkischen Armee


300 Menschen versammelten sich heute ab 15 Uhr an der Weltzeituhr am Alexanderplatz um gegen das Massaker der türkischen Armee an jugendlichen kurdischen Zivilisten am Abend des 28.Dezembers in der kurdischen Region Sirnak zu protestieren. Mit zahlreichen Schildern, Fahnen und Transparenten protestierten sie gegen das jüngste Kriegsverbrechen und die militärische und polizeiliche anhaltende Unterdrückungspolitik der Türkei gegenüber der kurdischen Bevölkerung. Begonnen wurde die Protestkundgebung mit einer Trauerminute für bis zu 40 Opfer des Luftangriffes auf eine Gruppe jugendlicher Benzinschmuggler. In Redebeiträgen verurteilten Vertreter verschiedener Organisationen den Angriff des türkischen Militärs auf Zivilisten und forderten eine friedliche und politische Lösung der kurdischen Frage. Unter anderem sprachen VertreterInnen der Föderation kurdischer Vereine in der BRD (YEK-KOM), des Verbandes kurdischer Studierender (YXK), der Föderation der unterdrückten MigrantInnen in Europa (AvEG-Kon), der Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF), den Grünen, dem Theater „Ballhaus Naunystrasse“, der Kampagne „Tatort Kurdistan“, der Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin und der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (ARAB). Die Polizei nahm ohne jeden Erkennbaren Grund zwei Personen während der Kundgebung fest, was zu lautstarken Protesten der Kundgebungsteilnehmer_innen führte. Gegen 16:30 endete die Veranstaltung unter Sprechchören wie „Schluss mit dem Massaker in Kurdistan“, „Türkei Terrorist“ und „Hoch die internationale Solidarität!“. Schon am Abend zuvor hatten sich um 17:30 vor der türkischen Botschaft in der Rungestrasse in Berlin-Mitte 50 Menschen versammelt um gegen das Massaker zu protestieren.

Fotos: 1
Videos: 1

(mehr…)

3.Dezember: Proteste gegen Afghanistankonferenz in Bonn


Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag im Vorfeld der Afghanistan-Konferenz in der Bonner Innenstadt gegen den Krieg am Hindukusch demonstriert. Das [3A] * Revolutionäre Bündnis hatte gemeinsam mit der Interventionistischen Linken (IL) und weiteren Gruppen zu einem internationalistischen Block unter dem Motto „Internationale Solidarität gegen imperialistische Kriege und Besatzung!“ aufgerufen, der über Tausend TeilnehmerInnen umfasste und von einem großen Polizeiaufgebot begleitet wurde. Vom Lauti des Blockes hielt auch Said Mahmoud von der afghanischen Solidaritäts-Partei eine Rede. Außerdem gab es einen Audio-Betrag von Mumia Abu Jamal, der extra für die Demo von ihm verfasst wurde. Es wurden während der Demonstration bengalische Fackeln abgebrannt und Farbbeutel auf ein Hoch-Tief-Gebäude sowie auf das Polizeispalier, das den Internationalistischen Block begleitete, geworfen. Der Bundestagsabgeordnete der Grünen Hans-Christian Ströbele konnte seine Rede bei der Abschlusskundgebung wegen Eierwürfen und Sprechchören gegen die grüne Kriegspartei nur mit Verzögerung beginnen.

Fotos: 1, 2, 3
Videos: 1, 2, 3, 4, 5

Mehr Berichte, Fotos und Videos hier:

(mehr…)

23. November: Politisches Urteil gegen Kriegsgegnerin Inge Viett


Am 23. November 2011, verurteilte das Berliner Amtsgericht die Kriegsgegnerin Inge Viett zu 1200 Euro Geldstrafe. Gegen das Urteil wird Revision eingelegt. An der Kundgebung vor dem Gerichtsgebäude nahmen etwa 50 Menschen teil. Es wurden Transparente gezeigt und Redebeiträge gehalten, die auf die Hintergründe des Urteils eingingen und zu Solidarität mit den KriegsgegnerInnen aufforderten. Mit dem Urteil folgte das Gericht der bereits von der Staatsanwaltschaft lapidar vorgegeben und politisch motivierten Begründung. Auf die juristischen Aspekte der Verteidigung, ob eine Verurteilung überhaupt möglich sei, wurde nicht einmal formal eingegangen. Ein Sprecher des Solikreises kommentierte das Urteil folgendermaßen: »Dieses Urteil soll nicht nur an Inge Viett ein Exempel statuieren, sondern darüber hinaus auch dazu dienen, weitere kritische Überlegungen gegen Krieg und Besatzung zukünftig noch schneller und einfacher kriminalisieren zu können.« Der Landesvorsitzende der Linkspartei von Nordrhein-Westfalen, Thies Gleiss, der wegen seiner Aussage »Mördersoldaten« vor Gericht stand, wurde freigesprochen, da das Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt sei.

Antimilitarismus bleibt notwendig mit allen Mitteln!
Wenn Deutschland Krieg führt ist es legitim, Bundeswehr-Ausrüstung abzufackeln!

Fotos von der Protestkundgebung
Erklärung von Linke-Bundestagsabgeordneten
Prozess-Erklärung von Inge Viett
Rede auf der Rosa-Luxemburg-Konferenz 2011
Solidaritätserklärung

(mehr…)

2.November: Proteste gegen Erdogan-Besuch


Bis zu hundert Menschen haben sich am 2.November gegen 10 Uhr am Auswärtigen Amt in Berlin – Mitte versammelt um gegen ein Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu protestieren. Mit »Mörder«-Rufen wurde der türkische Regierungschef von Kurden und Mitgliedern deutscher linker Organisationen empfangen. Sie protestierten damit gegen die Kurden-Politik der AKP, die weiterhin auf eine militärische Lösung des bewaffneten Konfliktes mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK und polizeiliche Repression gegen die zivile kurdische Oppostion in der Türkei setzt. So forderten Vertrer des Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlins eine Freilassung der mehreren tausend Politiker, Menschenrechtler und Journalisten die als angebliche KCK-Mitglieder seit April 2009 verhaftet und angeklagt worden sind. Vertreter kurdischer Vereine kritisierte desweiteren das Krisenmanagement der Regierung Erdogang bei dem Erdbeben in kurdischen Wan vor einer Woche und warf der Regierung vor die kurdischen Gebiete bewusst unterentwickelt zu halten. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte Erdogang deutsche Unterstützung im Kampf gegen die PKK vor. Im Vorfeld des Deutschlandbesuches hatte Erdogan von Deutschland mehr Engagement im Kampf gegen die PKK gefordert. Die kurdischen und linken Demonstranten vor dem Auswärtigen Amt forderten am Mittwoch hingegen ein Ende der staatlichen Repression gegen kurdische Aktivisten in der BRD und eine Aufhebung der Betätigungsverbotes der PKK und die Streichung des Antiterrrorparagraphen §129b. Sie riefen dazu auf sich am 26.November an einer bundesweiten Grossdemonstration gegen das PKK-Verbot und die deutsche Kurden-Politik zu beteiligen.

junge Welt

22.Oktober: Massive Polizeirepression gegen kurdische Anti-Kriegs-Demo


Mehrere hundert Kurd_innen und solidarische Internationalist_innen und Kriegsgegner_innen versammelten sich am 22.Oktober am U-BHF Hermannplatz in Berlin – Neukölln um gegen den Einmarsch der türkischen Armee im Nordirak (Südkurdistan) und die Verhaftungswelle gegen kurdische Aktivist_innen zu protestieren. Seit dem Morgen des 19.Oktober läuft in den kurdischen Gebieten der Türkei und des Nordiraks eine umfassende Militäroperation der türkischen Armee gegen angebliche Stellungen der kurdischen Guerilla mit Unterstützung der islamischen Repubik Iran, der irakischen Autonomiebehörde, der Europäischen Union und der USA. Begleitet werden die Militäroperation von Repressions- und Verhaftungswellen gegen die zivile kurdische Opposition (Seit April 2009 wurden über 8000 legal arbeitende Aktivist_innen verhaftet) und Massenmobilisierung der rechter und nationalistischer Türkischer Gruppen, die in der Türkei und Europa in Übergriffen auf angebliche Kurd_innen und ihre Geschäfte gipfelten. Aus Protest gegen den türkischen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung und die Unterstützung dieses Massakers durch die deutsche Regierung riefen kurdische Vereine und antifaschistische Gruppen zu einer „internationalistischen Solidartiätsdemonstration“ von Neukölln nach Kreuzberg auf. Die Berliner Polizei war mit einem Großaufgebot aufgefahren und zog alle Register um die Anti-Kriegs-Demonstration zu verhindern. Schon in den Vorkontrollen wurden die Aktivist_innen bis auf die Unterhose durchsucht, um Fahnen der kurdischen Arbeiterpartei PKK oder deren Nachfolgeorganisation KCK sicherzustellen. Auch Fahnenstöcke wurden von der Polizei im großen Umfang beschlagnahmt, obwohl sie den Auflagen entsprachen. Später weigerte sich die Polizei die Demonstration losgehen zu lassen, weil Plakate mit dem Konterfei des seit 10 Jahren auf der Gefängnissinsel Imrali unter Isolationshaft gefangengehaltenen ehemaligen PKK-Vorsitzenden Abdullah „Apo“ Öcalan gezeigt wurden. Nachdem die „verbotenen“ Plakate vorübergehend verschwunden waren (auf eine Beschlagnahmung verzichtete die Polizei an dieser Stelle noch), weigerte sich die Polizei abermals die Demo losgehen zu lassen weil angeblich Parolen für Öcalan gerufen wurden und auch das als „Werbung für die PKK“ per Demonstrationsauflagen verboten sei. Nachdem die Rufe vorübergehend verstummt waren, setzte sich die Demonstration langsam in Bewegung. An der Ecke Hermannstraße/Sonnenalle provozierten ein paar türkische Faschist_innen mit dem Gruß der „Bozkurts“ worauf es kurzzeitig zu Tumulten kam. Die Polizei verstärkte ab diesem Zeitpunkt ihre Präsenz an der Demo (die vorher schon massiv war) beträchtlich. Behelmte Riot-Cops begleiteten die Demonstration ab nun mit einem sehr engen Spalier und liefen zeitweise grundlos in der Demonstration herum. Appelle der Veranstalter die materialistischen Eskalationsgesten sein zu lassen zeigten bei der Berliner Polizei wie zu erwarten keinerlei Wirkung. Diese stoppte die Demonstration alle paar Meter weil angeblich Parolen für Öcalan und/oder die PKK gerufen worden seien und filmte die Teilnehmer_innen massiv. Für den kurzen Weg zwischen Hermannplatz und Kottbusser Tor brauchte der Demozug wegen der Schikanen der Polizei über 2 Stunden. Darüberhinaus kam der Umstand das die Polizei die Demonstration immer genau dann stoppte wen türkische Nationalist_innen oder Faschist_innen mit Fahnen oder „Bozkurt“-Gruß aus ihren Wohnungen heraus versuchten die Demonstranten zu provozieren. Nachdem Bozkurts einige Flaschen in die Demo geworfen hatten und auch einige aus der Demo zurückflogen ging die Polizei das erste Mal mit massiver Gewalt in die Demo rein und nahm mehrere Leute fest. Ein über 60-Jähriger Kurde der schlichten wollte wurde dabei von der Polizei zu Boden gestoßen und brutal zusammengeschlagen. Ab diesem Zeitpunkt ging die Polizei immer wieder unangekündigt in die Demonstration um einzelne Leute rauszugreifen oder Gegenstände zu beschlagnahmen, wie zum Beispiel Stangen an denen Transparente befestigt waren. Von einem Haus an der Kottbusser Brückle grüßten eine handvoll Vermummter mit einer überdimensionalen PKK-Fahne und Bengalos die Demonstranten und sorgten für etwas Aufmunterung bei der sonst Dank der Polizei ziemlich anstrengenden Demonstration. Am Kottbusser Tor gab es eine kleine Zwischenkundgebung, wo ein Vertreter der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin (ARAB) eine Redebeitrag über die Unterdrückung der kurdischen Befreiungsbewegung in der Türkei und der BRD hielt, bevor es über die Adalbertstrasse und Oranienstrasse weiter zum Abschlussort ging, dem Oranienplatz. Dort wurde auf die Polizeirepression und die Schikanen während der Demonstration und die Kriminalisierung der kurdischen Bewegung in der BRD ein weiteres Mal eingegangen und dazu aufgerufen sich an einer bundesweiten Grossdemonstration am 26.November in Berlin unter dem Motto „PKK-Verbot aufheben! Demokratie stärken!“ zu beteiligen. Ausserdem wurde auf einem Aufmarsch rechter türkischer Gruppen aufmerksam gemacht der am 23.Oktober in Neukölln/Kreuzbergs stattfinden soll und bei dem es die Gefahr antikurdischen Ausschreitungen besteht. Deshalb wurde dazu aufgerufen „antifaschistischen Selbstschutz“ zu praktizieren und Kreuzberg gegen die Faschisten zu verteidigen, „egal ob Bozkurt oder NPD!“. Nach Beendigung der Demonstration nahm die Polizei noch mehrere Menschen brutal fest, worauf die ehemaligen Kundgebungsteilnehmer_innen mit einer Sitzblockade antworteten. Ein weiteres Mal hat sich am Samstag gezeigt das das Demonstrationsrecht für Kurd_innen und Linke in diesem Land nur eingeschränkt Gültigkeit hat.

Fotos: 1
Videos: 1, 2

Edit: Nach einer Demonstration türkischer Nationalist_innen und Faschist_innen in Kreuzberg versuchten am Abend des 23.Oktober etwa 250 Anhänger der Grauen Wölfe das kurdische Kulturzentrum am Kottbusser Tor zu stürmen,was erst nach mehreren versuchen durch die Polizei verhindert werden konnte.Dabei wurden neben Flaschen und Pflastersteinen auch Messer geworfen. Die Berliner Polizei bewies wieder einmal Fingerspitzengefühl,als sie anschliessend Kurden festnahm,die den Angriff abwehren wollten. (mehr Infos)

Fotos: 1, 2
Videos: 1

(mehr…)