Archiv der Kategorie 'Antifaschismus'

4.Mai: Gedenkdemo für die Opfer des faschistischen Massakers von Odessa


Mehrere hundert Menschen haben heute am späten Nachmittag in Kreuzberg mit einer spontanden Demonstration den Opfern des faschistischen Massakers in Odessa gedacht und ihre Solidarität mit den Antifaschist_innen in der Ukraine gezeigt.

Immer wieder wurde die Mitverantwortung der deutschen Regierung und insbesondere des SPD-Aussenministers Frank-Walter-Steinmeier an dem faschistischen Progrom vom 2.Mai 2014 betont. Die deutsche Regierung hat gemeinsam mit anderen imperialistischen Nationen in den vergangenen Monaten und Jahren eine zentrale Rolle bei der Destabilisierung der Ukraine und der stärkung der faschistischen Bewegung gespielt. Die von Deutschland mitaufgebaute und unterstütze neue Kiewer Regierung, an der unter anderem die NPD-Schwesterpartei „Sloboda“ beteiligt ist, schürt gezielt nationalistische und anti-russischen Stimmungen in der Bevölkerung und führt im Moment eine blutige Militäroffensive gegen die Widerstandsbewegungen im Osten des Landes durch.

Die Demonstration, an der sich unterschiedlichste linke Organisationen aus Deutschland, der Türkei, Kurdistan, Griechenland uns Spanien beteiligten, begann kurz nach 18 Uhr am Kottbusser Tor mit einer Schweigeminute für die Opfer des Massakers von Odessa und der ukrainischen Militäroffensive im Osten des Landes. Im Anschluss wurde ein Brief eines Arztes aus Odessa verlesen, der die grausamen Ereignisse des Tages schilderte und fassungslos machte. Daraufhin sprachen Sevim Dagelen von der Bundestagsfraktion der Linkspartei und ein Gewerkschaftsaktivist und Antifaschist aus Griechenland, der zu einem gemeinsamen Kampf gegen die wachsende faschistische Bedrohung über alle Ländergrenzen hinweg aufrief.

Anschliessend zogen die 300 – 400 Demonstrierenden vom Kottbusser Tor durch die Skalitzer und Oranienstrasse zur Protestmahnwache der Flüchtlingsbewegung am Oranienplatz. Während der kurzen und kraftvollen Demonstration wurde immer wieder auf die Notwendig hingewiesen jetzt eine breite linke, antimilitaristische und antifaschistische Anti-Kriegs-Bewegung aufzubauen und dieses Feld der politischen Auseinandersetzungen nicht den obskuren und nationalistischen Kräften der „neuen Montagsdemonstrationen“ aufzubauen. Scharfe Kritik wurde in diesem Zusammenhang auch an dem ohnmächtigen Schweigen der radikalen Linken zu den Ereignissen in der Ukraine artikuliert. „Wenn die radikale Linke nicht in der Lage ist auf der Strasse Widerstand gegen die deutsche Kriegspolitik zu organisieren brauchen wir uns nicht zu wundern wenn die Menschen Rattenfängern wie KenFM oder Jürgen Elsässer nachlaufen.“ äusserte in diesem Zusammhang ein Vertreter der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin.

Kurz vor Acht endete die Demonstration an der Flüchtlingsmahnwache am Oranienplatz, wo zu einem gemeinsamen Kampf gegen Rassismus, Nationalismus, Krieg und das kapitalistische Wirtschaftssystem aufgerufen wurde. Turgay von der revolutionären Flüchtlingsbewegung sprach den hinterbliebenen des Massakers in Odessa in einem abschliessenden Redebeitrag sein Beileid aus und zeigte den Zusammenhang zwischen Kapitalismus, Faschismus, Krieg und der rassistischen eruopäischen Flüchtlingspolitik auf. Mit einem Appell die Flüchtlinge am Oranienplatz und den Hungerstreik am Alexanderplatz zu unterstützen und in den kommenden Tagen weitere explizit antifaschistischen und antimilitaristischen Proteste gegen die deutsche Einflussnahme in der Ukraine zu organisieren.

Fotos: 1, 2

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Free Adel!


Keine Kompromisse mit Staat, Kapital und Faschisten!

Unser Freund und Genosse Adel sitzt. Wir haben bereits in unserem Text „stay rebel, stay criminal“ angedeutet warum, jetzt ist die Anklageschrift da und wir können genaueres sagen. Grob geht´s darum: Adel ist Antifaschist. Er und einige andere – bei sieben von uns gab es Hausdursuchungen – sollen einem Typen seinen „Thors Hammer“ abgenommen haben. Von der Staatsanwaltschaft wird diese kleine Kontroverse zwischen einem rechten Jugendlichen und einigen Genossen – in guter Weimarer Tradition nach dem Motto „Wenn einer links ist, dann erst mal das höchstmögliche Strafmaß rausholen“ – als „Raub“ gedeutet.

Dann gehts noch um ein paar Nazis am Rande einer NPD-Demo, die einen Schreck bekommen haben. Und wenn wir schon bei Schreck sind, eine Schreckschusspistole darf natürlich auch nicht in der Anklageschrift fehlen. Ansonten finden sich die alten Klassiker, einige Zivilbullen fühlten sich verbal und durch Gestiken „in ihrer Ehre angegriffen“. Ob Menschen, deren „Ehre“ nicht dadurch angegriffen wird, dass ihr gesamten Dasein aus stupidem Gehorsam besteht, in dieser Hinsicht überhaupt satisfaktionsfähig sind, lassen wir mal dahingestellt.

Adel hat eine Vorgeschichte. Er ist lange politisch aktiv, das eine oder andere Mal musste er schon Bekanntschaft machen mit den LKA-Bullen, die unangemeldet in seiner Wohnung zum Frühstück vorbeischauen wollten. Vor nicht langer Zeit ist er verurteilt worden, weil er einem Neonazi, so heißt es im Beamtensprech der Anklageschrift, „mit Faustschlägen und Fußtritten traktiert“ hat.

Unsere Gewalt, eure Gewalt (mehr…)

11.Januar: Stay Rosa & Karl – Free Adel – LL-Party 2014


Unser Freund, der Antifaschist Adel sitzt seit dem 12.Oktober 2013 in der JVA Moabit in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen diverse Nazis bedroht und angegangen zu haben. Erschwerend zu seiner antifaschistischen Gesinnung kommt bei Adel ein sogenannter „Migrationshintergrund“ dazu, der deutschen Ermittlungsbehörden seit jeher als Beweis für gesteigerte „Gewaltbereitschaft“ gilt. Um Geld für Anwälte und so weiter aufzutreiben laden wir am 11.Januar ins Kreubgerer Bi – Nuu zu einer grossartigen Solidaritätssause. Am Vorabend des traditionellen Liebknecht-Luxemburg-Gedenken wollen wir es für Adels Freiheit richtig krachen lassen. Mit dabei sind:

Marcus Staiger
Turgay (Revolutionärer Flüchtling am Saz)
PTK
Antinational Embassy
Maxim (KIZ)
Dj Discoism
DJ Backyard und Auster

Eintritt: 7 Euro / Doors Open 22 h

Samstag | 11.Januar | Bi – Nuu (Im U-BHF Schlesisches Tor)

Artikel des „lower class magazin“ über Adels Fall

5.Januar: Celalettin Kesim – Kein Vergeben – Kein Vergessen!


Ungefähr 80 Menschen gedachten am 5.Januar dem 1980 am Kottbusser Tor durch türkische Faschisten ermordeten Gewerkschaftler und Kommunisten Celalettin Kesim.

Fotos: 1

Am 5. Januar 1980 wurde unser Genosse Celalettin Kesim durch die Anhänger der faschistischen Türkischen Föderation (Graue Wölfe) und die Fanatiker der islamistischen Milli Görüş, die vom Geheimdienst der Türkei (MIT) sowie dem deutschen Verfassungsschutz logistisch unterstützt wurden, ermordet.

Um gegen diesen Mord, der seit 34 Jahren nicht„komplett“ aufgeklärt wurde, zu protestieren, rufen wir zu einer Demonstration und Kundgebung am 5. Januar 2014 auf.

25 bis 30 unserer GenossInnen, unter denen sich auch Celalettin Kesim befand, verteilten am 5. Januar 1980 am Kottbusser Tor im Stadtteil Flugblätter gegen die„Militärische Note“, die die Türkischen Streitkräfte am 27. Dezember 1979 dem türkischen Parlament übergaben.

Zur gleichen Zeit versammelten sich die Anhänger der faschistischen Türkischen Föderation sowie die Fanatiker der islamistischen Milli Görüş am Kottbusser Tor, um gegen den militärischen Eingriff der Sowjetunion in Afghanistan zu protestieren.

Die Faschisten und Reaktionäre waren nicht nur gekommen, um zu demonstrieren, sondern es wurde ein detailliert geplanter Angriff vorbereitet; das lässt sich daran erkennen, dass sie unter ihrer Kommandokleidung Bücher befestigten, um sich gegen Schläge zu wehren, und an ihren Stöcken Messer anbrachten.

In den Aufsätzen und Büchern zum türkischen „tiefen Staat“, der nach langen Jahren und vielen Morden, deren Tatverdächtige bekannt sind, einigermaßen aufgedeckt wurde, wird festgestellt, dass diese „Operation“ die erste „ernste“ Operation des türkischen Geheimdienstes (MIT) im Ausland war.

Wenn dieser Mord im Zusammenhang mit dem in den letzten Jahren aufgedeckten „deutschen tiefen Staat“, also dem Verfassungsschutz, betrachtet wird, dann ist es klar, dass diese Zweierkoalition die Tat organisiert hat. Außerdem erleben wir in den letzten Jahren in Deutschland ähnliche Morde wie den Celalettin Kesim.

Wenn auch der türkische Geheimdienst nicht an der faschistischen Mordserie an neun Arbeitern mit Migrationshintergrund und einem Polizisten des vom Verfassungsschutz benutzten „Nationalsozialistischen Untergrunds“ beteiligt war, bestehen dennoch zwischen den zwei Phänomenen große Ähnlichkeiten.
Alle politischen Morde – auch der an Celalettin Kesim – sowie die Verwicklung des Staates und aller verantwortlichen Institutionen und Personen müssen aufgeklärt werden !

Demo | 5.Januar | 15 Uhr | Hermannplatz
Kundgebung | 5.Januar | 16 Uhr | Celalettin-Kesim-Platz (Kottbusser Tor)

Kommunistische Partei der Türkei 1920 (TKP 1920)

Unterstützer:
Plattform der Arbeit und Demokratie Berlin (BEDEP),
Kurdistan Solidaritätskommittee,
ARAB (Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin) (mehr…)

13. Dezember: Infoveranstaltung / ARAB-Tresen


Im Interesse der Bewegung

Beim diesmonatigen ARAB-Tresen wird euch die Rote Hilfe Berlin, im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe zu staatlicher Repression, über ihre Arbeitsweise und die des Berliner EA aufklären. Gerade für die Organisation von Demos und Veranstaltungen ist es wichtig rechtzeitig Kontakt zu bestehenden Strukturen aufzunehmen. Wann und Wie könnt ihr Hilfe bekommen im Repressionsfall? Was können RH und EA beisteuern? Auf all diese Fragen gibt es an diesem Abend Antwort. Außerdem gibt es die neuesten Infos rund um die Hausdurchsuchungen und Repressionsfälle von Mitte Oktober.
Im Anschluß wie üblich gute Musik, leckere Cocktails und Knabbereien.

Freitag | 13. Dezember 2013 | 20:30 Uhr | Zielona Gora

Veranstaltungsreihe der RH Berlin

Stay rebel, stay criminal!

Sylvester zum Knast! Freiheit für A. und alle Gefangenen!

Stay rebel, stay criminal – kriminell ist das System und nicht der Widerstand!

Die vergangenen Monate waren für uns Monate der Erfahrung mit einem Repressionsapparat, dessen Aufgabe die Verewigung des schlechten Bestehenden und die möglichst frühzeitige Zerschlagung jedes gegen Ausbeutung, Ausgrenzung und Unterdrückung gerichteten Widerstandes ist. Wir sind bespitzelt worden, wir sind abgehört worden, unsere Wohnungen wurden durchsucht, unsere Familien belästigt, unsere Freunde vom Verfassungsschutz angequatscht. Einer unserer Freunde sitzt in Untersuchungshaft, wir können ihn nicht sehen, nicht mit ihm sprechen. Wenn ein Ziel dieses Aufgebots staatlicher Repression ist, uns einzuschüchtern, uns zu zwingen, den Kampf gegen Nazis, Staat und Kapital einzustellen, dann können wir jetzt schon sagen: Ihr werdet scheitern.

Was wir in unserem Umfeld und in Berlin im Allgemeinen in den vergangenen Monaten beobachten konnten, war eine Offensive der Bullen und der Schlapphüte. Es gab Anquatschversuche des Verfassungsschutzes, vor allem jüngere GenossInnen wurden aufgesucht, um ihnen mit Angeboten und Drohungen nahezulegen, ihre FreundInnen zu verraten. Sie handelten richtig und gingen nicht darauf ein. Dann folgten die Hausdurchsuchungen. Bullen stürmten die Privatwohnungen von Menschen, die sie den Revolutionären Aktionszellen (RAZ) zuordneten, später die Rigaerstraße, einen kämpfenden Freiraum und sieben weitere Wohnungen, nun, vor zwei Wochen, die Wohnungen von sieben AntifaschistInnen. Einer der Betroffenen sitzt immer noch in Untersuchungshaft, ihm wird vorgeworfen, in Hellersdorf einer Nazifamilie nachgegangen zu sein und einem Mann am Alexanderplatz eine Kette mit einem Thorhammer-Anhänger entwendet zu haben.

In allen diesen Fällen geht es – neben der Informationsbeschaffung über linke Strukturen – um die Schaffung eines Klimas der Angst. Denjenigen, die sich nicht mittels ideologischer Apparate oder „demokratischer“ Integration in den Alltag dieses Scheißsystems einbinden lassen wollen, soll gezeigt werden, wie hart der Staat durchgreifen kann.

Diesen Erfolg können wir ihnen bei aller technischen Überlegenheit nehmen, wenn wir einen offensiven Umgang mit Repression finden. Wenn wir uns nicht zurückziehen auf die Positionen eines konformistischen „friedlichen“ Widerstands, sondern dabei bleiben: Gegen Nazis, das Kapital und seinen Staat sind auch jene Mittel legitim, die sie uns absprechen wollen.

Wir wissen uns dabei einig mit einem großen Teil der Bevölkerung dieser Stadt, mit all jenen, die wegen kleiner Eigentumsdelikte, Schwarzfahren oder Graffiti Stress mit den Cops haben. Oder auch nur, weil sie abends am Kotti rumstehen und ihre Hautfarbe ins Ermittlungsraster der Drogenzivis passt.

Wir haben genug von alledem. Was für ein „Verbrechen“ ist in einer Welt, deren ökonomische Ordnung auf Ausbeutung beruht, schon ein Ladendiebstahl? Wie „kriminell“ ist in einer Zeit der Stadtumstrukturierungen, die massenhaft Menschen das Recht auf Wohnraum und urbanes Leben raubt, das Bemalen einer Wand? Was ist in einer Zeit der mordenden Nazibanden schon eine Schelle für einen Thor-Steinar-Träger? Was in der Zeit imperialistischer Kriege ein ausgebranntes Bundeswehrfahrzeug? Und meint ihr wirklich, eine kaputte Scheibe bei der Ausländerbehörde oder beim Jobcenter, ist „krimineller“ als das, was in diesen Institutionen Tag für Tag passiert?

Wenn Widerstand kriminell ist, dann bleiben wir kriminell. Und mit allen euren Hausdurchsuchungen, Verhaftungen, Anquatschversuchen könnt ihr uns vor allem eines: Am Arsch lecken.

Einige AntifaschistInnen und Autonome aus Berlin

Termine:
31.Dezember | 23 Uhr | U-BHF Moabit | Sylvester zum Knast!

Spendenkonto:
Empfängerin: Rote Hilfe e.V. OG Berlin
Kontonummer: 4007238317
Bankleitzahl: 43060967 (GLS-Bank)
Verwendungszweck: Razzien Berlin 10-13

23.November: Silvio Meier Demo 2013


Am Samstag Nachmittag, den 23. November 2013 zog die jährlich stattfindende Silvio-Meier-Demonstration zum 21. mal durch den Berliner Bezirk Friedrichshain. Es nahmen mehr als 6.000 Menschen an dem Zug teil. Die Silvio-Meier-Demo ist mittlerweile die größte regelmäßig stattfindende Antifa-Demonstration in Deutschland. Erstmalig zog die Demonstration durch die Silvio-Meier-Straße. Flankiert mit zahlloser Pyrotechnik und Feuerwerk streiften die Teilnehmer die ehemals besetzen Häuser in der Rigaer Straße.

Während der Demonstration und auch noch nach Beendigung stürmten die Prügeltruppen der Berliner Polizei immer wieder in Menschenmengen und griffen sich anlasslos Leute heraus.

Der Hausbesetzer und Antifaschist Silvio Meier wurde am 21. November 1992 auf der Zwischenebene des U-Bahnhofs Samariter-Straße von Neonazis ermordet. Vorausgegangen war dem Mord eine Auseinandersetzung weil einer der Neonazis einen »Ich bin stolz ein Deutscher zu sein«-Aufnäher trug. Seit dem Mord an Silvio Meier gibt es jedes Jahr wieder eine Gedenkdemonstration: Diese verbindet das würdige Gedenken an Silvio Meier mit der Thematisierung neonazistischer Strukturen in Berlin.

Nahezu zeitgleich organisierte die Berliner Jungen Nationaldemokraten (JN) – der Jugendverband der NPD – einen Neonaziaufmarsch im Berliner Stadtteil Treptow-Köpenick bis Neukölln. Der Aufmarsch sollte der Provokation dienen und Teilnehmer von Silvio-Meier-Demo abziehen. Dieses Ziel ging zum Glück nicht auf.

Das Silvio-Meier-Vorbereitungsbündnis organisierte einen Bus-Shuttle von den Anti-Nazi-Protesten zur Demonstration in Friedrichshain.

Die Demonstration im Gedenken an Silvio Meier ist erneut ein großer Erfolg gewesen. Auf die peinliche Nazi-Provkation antworteten tausende Antifaschisten mit der größten Antifa-Demonstration des Jahres.

Während den Neonazis von der Berliner Polizei der Weg frei gemacht wurde, zeigte man auf der Silvio-Meier-Demonstration durch stattfindende Prügelattacken und Festnahmen deutlich, was man von antifaschistischem Engagement in der Hauptstadt hält.

Alerta, Antifa!

Fotos: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7

Videos: 1, 2, 3

Bericht der Demobeobachter_innen

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11.Oktober: Infoveranstaltung „In die Offensive!“ – Demo in Burg

Newroz Symbolbild Gezielte Angriffe organisierter Nazis und Nazi-Hools sowie Einschüchterungsversuche in Form von Bedrohungen und Sachbeschädigungen; dazu Gerichtsverfahren, Haftstrafen, willkürliche Personenkontrollen, Observationen und Hausdurchsuchungen: Dem sind AntifaschistInnen in den letzten Monaten in Burg (Sachsen-Anhalt) ausgesetzt, einer Stadt mit gerade einmal 23.000 EinwohnerInnen. Diese Mischung aus Naziterror auf der einen und die staatliche Repression auf der anderen Seite macht es antifaschistischen Strukturen vor Ort nicht nur schwer, weiterhin ihre Arbeit durchzuführen, sondern ist, wie man es in diesem Jahr schon oft sehen konnte, sehr gefährlich. Um nicht wie beispielsweise Delitzsch (Sachsen) oder viele andere Kleinstädte zu enden, in denen Nazis ungestört handeln können und die einen Angstraum darstellen für AntifaschistInnen, MigrantInnen und alle anderen Menschen, die nicht in das Weltbild der Nazis passen, ist es an der Zeit, in die Offensive zu gehen und Schluss mit Naziterror und Repression zu machen.

Im Vorfeld der Demonstration wird es in Berlin eine Infoveranstaltung mit ReferentInnen aus Burg geben. Diese werden mit der Veranstaltung kurz auf die Nazistrukturen und deren Aktivitäten eingehen. Schwerpunkt wird allerdings die derzeitige staatliche Repression gegen antifaschistische Strukturen sein.

Infoveranstaltung: Freitag, 11. Oktober 2013 | ab 21 Uhr | Berlin-Fhain | Zielona Gora (Karte)

Infoveranstaltung: Donnerstag, 24. Oktober 2013 | 20 Uhr | Berlin-Weißensee | Bunte Kuh

Demonstration: Samstag, 02. November 2013 | 13:30 Uhr | Burg (Sachsen-Anhalt) | Magdalenenplatz
Anreise per Zug aus Berlin: 11:30 Uhr | Berlin-Alexanderplatz | Gleis 2


Mobilisierungssseite: offensiv-handeln.tk

3.Oktober: Antira-Demo in Hellersdorf


Seit im Juni bekannt wurde, dass in Berlin-Hellersdorf eine Notunterkunft für Geflüchtete entstehen soll, ist der Ortsteil zu einem bekannten Beispiel für die rassistische Mobilmachung gegen Geflüchtete geworden. Die Hetze einer rassistischen Bürgerinitiative stieß auf breiten Zuspruch von Anwohner_innen. Organisierte Neonazis veranstalteten zahlreiche Kundgebungen und Propagandaaktionen. Etliche Anwohner_innen schufen durch rassistische Kommentare und sogar Hitlergrüße ein Klima, in dem sich die Nazis wohlfühlen können. Doch vor Ort zeigt sich auch Protest gegen dieses rassistische Stimmung. Viele Menschen protestierten gegen die Nazi-Kundgebungen, gaben Sachspenden und boten vielfältige Unterstützung an. Für den 3. Oktober rufen wir zu einer breit getragenen antirassistischen Demonstration in Hellersdorf auf, um uns mit den Geflüchteten solidarisch zu zeigen. Zeigen wir gemeinsam, dass in Berlin kein Platz für Rassismus ist!

Konzert | 2. Oktober 2013 | 22:00 Uhr | Bunte Kuh
Demonstration | 3. Oktober 2013 | 15:00 Uhr | Cecilienplatz
Konzert | 5. Oktober 2013 | 22:00 Uhr | Bunte Kuh

Aufruf der NEA
Mobi-Video

26/27.September: Antifa Genclik Enternasyonal


Antifa Genclik Enternasyonal – Schulter an Schulter gegen Faschismus

In der Nacht zum 18.September 2013 wurde der antifaschistische Hip Hop Musiker Pavlos Fyssas mit zwei Messerstichen von einem Anhänger der faschistischen „Goldenen Morgenröte“ im griechischen Piräus ermordet. Der Mord war nur der letzte Höhepunkt der von Faschisten, Polizei und Staat geführten Hetz- und Mordkampagne gegen die linke AktivistInnen und MigranntInnen. Die Bluttat führte landesweit zu Empörung und antifaschistischen Massenprotesten. Am Mittwoch den 25.September zogen über 50 000 AntifaschistInnen zur Athener Zentraler der „Goldenen Morgenröte“ und lieferten sich militante Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Krise und Faschismus

Die zunehmende faschistische Gewalt in Griechenland und der Aufstieg der Nazipartei „Goldene Morgenröte“ von einer unbedeutenden Splittergruppe zur drittstärksten politischen Kraft in Griechenland kann nur im Kontext der kapitalistischen Krise betrachtet werden. Durch die vor allem von der deutschen Bundesregierung forcierte Zerschlagung des griechischen Sozialstaates und die damit verbundene Welle der sozialen Verelendung entstand ein durch Abstiegsängst und Verunsicherung geprägtes gesellschaftliches Klima das ein fruchtbaren Nähboden für Nationalismus, Rassismus und Irrationalismus bildet. Ausserdem werden die rechtsextremen Kräfte von Teilen der Bourgoisie und des griechischen Staatsapperates, vor allem innerhalb der Polizei und Militär, als „kleineres Übel“ angesichts einer wachsenden linken Widerstandsbewegung und sich ausbreitenen Selbstorganisierungsprozessen der Bevölkerung gesehen und gegen diese in Stellung gebracht. Insofern ist der Mord an Pavlos nicht losgelöst zu betrachten von der täglichen Polizeigewalt und staatlichen Repression gegen die linke Bewegung.

Deutschland halts Maul

Verantwortliche für die Situation in Griechenland ist allen voran die deutsche Bundesregierung unter Frau Merkel, die als einer der grössten Gläubiger Griechenlands die „Sparprogramm“ genannten Angriffe auf die Bevölkerung aus dem Berliner Kanzleramt verordnet wie einst römische Stadthalter ihren Kolonien. Profitieren von dieser Situation tut allen voran das deutsche Kapital, das die Südeuropäischen EU-“Partner“ durch seine immense Leistungsfähigkeit in den vergangenen 20 Jahren niederkonkuriert hat und die Krise nun nutzt um deren Entindustrialiserung voranzutreiben und sie auf Drittel-Welt-Nivau zurückzubauen. Ziel ist es ganz Europa unter die ökonomische und politische Dominanz des deutschen Imperialismus zu zwingen.

Antifaschistische Solidarität und Wut muss sich deshalb nicht nur gegen die Mörder der „Goldenen Morgenröte“ und ihre Helfeshelfer im griechischen Staat und Polizei richten, sondern auch gegen den ökonomischen Feldzug des deutschen Imperialismus gegen die Bevölkerungen Südeuropas. Letzendlich ist nur der revolutionäre Kampf für eine Gesellschaft die nicht auf Nationalismus, Konkurenz und kapitalistischen Verwertungswahn basiert ein wirksames Mittel gegen faschistische Bedrohungen, da diese zum kapitalistischen Konkurenzbetrieb gehören wie der Regen zur Wolke.

1UP – One United Power!

Doch Griechenland ist nicht allein, es ist nur ein Bild aus unserer Zukunft. An immer mehr Orten auf der Welt brechen in Folge der Krise die innergesellschaftlichen Widersprüche immer stärker hervor und rufen Massenproteste hervor. Während in Griechenland zehntausende aus Protest gegen den Nazimord auf die Strasse gehen rufen nur wenige hundert Kilometer entfernt in Istanbul ebenfalls zehntausende jede Nacht den Schlägertruppen von Erdogangs Polizei „Schulter an Schulter gegen Faschismus“ entgegen. In den kurdischen Gebieten Syriens führen internationale antifaschistische Brigaden eine Abwehrkrieg gegen die Banden der vom Westen unterstützen Freien Syrischen Armee, Al Kaida und die Truppen des Assad-Regimes um die dort aufgebauten Selbstorganisierungstrukturen der kurdischen Revolution zu verteidigen. Der nächste Schritt muss es sein die nationale Grenze die jene Protest- und Widerstandsbewegungen trennt endlich zu überwinden und gemeinsam international gegen die Herrschenden und ihr System zu kämpfen. In diesem Sinne wollen wir am Freitag in Kreuzberg internationalistisch und antifaschistische auf die Strasse gehen – In Gedenken an Pavlos – aber auch in Gedenken an Medeni Yildirim, Abdullah Cömert, Mehmet Ayvalitas, Ethem Sarisülük, Ali Ismail Korkmaz, Ahmet Atakan – die von der türkischen Polizei während des Takism-Widerstandes ermordet wurden und in Gedenken an den türkischen Revolutionär Serkan Tosun – der bei der Verteidigung der befreiten kurdischen Gebiete durch reaktionäre islamistischen Banden ermordet wurde.

R.I.P.
Pavlos Fyssas
Medeni Yildirim
Abdullah Cömert
Mehmet Ayvalitas
Ethem Sarisülük
Ali Ismail Korkmaz
Ahmet Atakan
Serkan Tosun

Her yer Direnis – Sehid Namirin!
Überall ist Widerstand – Niemand ist vergessen!

Demo in Gedenken an Pavlos:
Freitag 27.September | 18:30 | Heinrichplatz | Kreuzberg

Demo zur Verteidigung der kurdischen Revolution in Syrien:
Samstag 28.September | 15:30 | Oranienplatz

+++Am Samstag findet auch eine Aktionsdemo gegen kapitalistische Stadtumstrukturierung statt, die um 14 Uhr am Lausitzer Platz beginnt. Vom Kottbusser Tor gibt es ab 13 Uhr eine Vorab-Demo von Kotti&Co. Wir rufen dazu auf erst zu den Mieten-Demos und dann zum Oranienplatz zu gehen++++