Archiv der Kategorie 'Internationale Solidarität'

7.Juni: Capuculu-Parade


Vor einen Jahr, am 31.Mai 2013, begann in der Türkei eine Revolte gegen die autoritäre Politik der AKP-Regierung unter Ministerpräsident Erdogan und die Brutalität der türkischen Polizei. Auslöser war ein umstrittener Polizeieinsatz gegen eine kleine Gruppe vom Aktivist_innen, die gegen die geplante Zerstörung des Gezi-Parks und den Bau eines Shopping Zentrums dort protestierten. Der Polizeieinsatz löste eine Massenrevolte der Istanbuler Bevölkerung aus die sich innerhalb von Tagen über das ganze Land ausbreitete und seitdem das politische Klima in der Türkei nachhaltig verändert hat. Für fast einen Monat wurde der Taksim-Platz im Zentrum Istanbuls von der Bevölkerung besetzt und Polizeifrei gehalten, die Menschen errichteten dort ein riesiges Protestcamp und versuchten ein selbstorganisierten und würdevolles Leben zu entwickeln. Der Staat reagierte auf die Massenproteste mit massiver Staatsgewalt, bis zu 12 Menschen wurden seit Ausbruch der Revolte von den Polizeikräften ermordet. Trotzdem gelang es der Protestbewegungen die Angst vor der Allmacht der staatlichen Repression in Teilen der Bevölkerung zu brechen und nationalistische und konfessionelle Spaltungen zu überwinden. Seitdem kommt das Land nicht zu Ruhe, eine Protestbewegung folgt auf die nächste. Auch zum Jubiläum des Gezi-Widerstandes werden im ganzen Land Massenproteste erwartet. Die Revolte von Gezi fand ihr Echo auch ausserhalb der Türkei. In Kreuzberg fanden im Sommer 2013 fast täglich zu Solidaritätsaktionen statt, Wochenlang exitierte ein „Taksim-Camp“ am Kottbusser Tor.

Den ersten Jahrestages des Gezi-Aufstandes werden wir mit der „2ten internationalen Capuculu-Parade“ am 7.Juni um 14 Uhr am Hermanplatz feiern. Gemeinsam mit verschiedenen Künstlern wollen wir am Vorabend des „Karneval der Kulturen“ unter dem Motto „Überall Musik – Überall Widerstand“ mit einer bunten Tanzparade vom Hermannplatz in Neukölln zum Mariannenplatz in Berlin Kreuzberg ziehen. Bezugspunkte sind dabei nicht nur die Revolten in der Türkei sondern alle Versuche von Menschen weltweit sich von herrschenden Zwänge zu befreien und für ein selbstbestimmtes Leben zu streben. Die Kämpfe der Flüchtlinge gegen die rassisisitschen Migrationsregimen weltweit gehören ebenso dazu wie der Widerstand der Brasilianischen Bevölkerung gegen Vertreibung und Ausverkauf durch die Fussball-WM oder die Kämpfe für selbstbestimmtes Wohnen und gegen Zwangsräumungen in Italien, Spanien und in Ansätzen auch hier. Mit der Parade wollen wir die vielfältigkeit der kulturellen und politischen Ausrucksformen dieser Bewegungen auf den Strassen Kreuzbergs sicht und vor allem Hörbar machen. Wir freuen uns auf eure zahlreiche Beteiligung. Seit kreativ, denkt euch Verkleidungen und Perfomance-Aktionen aus.

Capuculu-Parade | Samstag | 7.Juni | 14 Uhr | Hermannplatz

Fotos vom letzen Jahr: 1,2

31.Mai: Gegen das Massaker in Rojava


Mehrere hundert Menschen sind heute in Berlin Kreuzberg auf die Strasse gegangen um ihre Trauer und Wut über ein Massaker der islamistischen Gruppe ISIS an mindestens 15 kurdischen Zivilisten in Rojava am 29.Mai auszudrücken. Sie protestierten darüber hinaus gegen die Aufrüstung und Unterstützung dieser Banden durch den NATO-Staat Türkei und das Regime in Saudi Arabien sowie gegen das Schweigen der Weltöffentlichkeit.

In den mehrheitlich kurdischen Regionen Syriens haben sich in Folge des Bürgerkrieges Selbstorganisationsstrukturen der Bevölkerung gebildet die eine emanzipatorische Alternative zu dem autoritären Assad-Regime auf der einen und reaktionären islamischen Banden auf der anderen Seite darstellen. Dieser feministische und emanzipatorische Versuch ist den islamischen Banden ebenso ein Dorn im Auge wie den imperialistischem Mächten die sie aufrüsten und finanzieren. Mit lautstarken Parolen zogen die mehrheitlich kurdischen Aktivist_innen vom Hermannplatz zum Oranienplatz, wo die Demonstration gegen 18 Uhr mit einer Abschlusskundgebung bei der Flüchtlingsmahnwache endete. Am Kottbusser Damm grüssten dutzende Jugendliche der kommunistischen Jugendorganisation „Revolution“ die zeitgleich eine Konferenz abhielten den Demonstrationszug mit einem Transparent „Berlin grüsst Istanbul, Rojava und Athen: Überall Widerstand“, skandierten Parolen für die Freiheit Kurdistans und liessen die Internationale Solidarität hochleben. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot aufgefahren, hielt sich während des Umzuges jedoch im Hintergrund.

Fotos
Video

27.Mai: Stoppt den Terror der Istanbuler Polizei!


Trotz strömenden Regens versammelten sich am Dienstag um 19 Uhr ca 35 Aktivist_innen am Kottbusser Tor zu einer Protestkundgebung gegen die Polizeirepression gegen linke Gruppen in Istanbul. (mehr…)

24.Mai: 400 gegen tödliche Polizeigewalt in Istanbul


Mehrere hundert Menschen sind heute Abend in Kreuzberg auf die Strasse gegangen um ihre Trauer und Wut über den Mord der Istanbuler Polizei an Ugur Kurt und Asyen Yilmaz am vergangenen Donnerstag auszudrücken. Beide waren bei Polizeiaktionen gegen linke Demonstranten im alevitisch geprägten Arbeiterbezirk Okmeydani von Polizisten ermordet wurden.

Aus Protest gegen die mörderische Praxis der Istanbuler Polizei und aus Solidarität mit den linken und revolutionären Kräften in der Türkei und Nordkurdistan hatten verschiedene linke Gruppen kurzfristig zu einer Demo unter dem Motto „Katil Polis – Mörder Polizei“ aufgerufen. Nach dem die Aktion kurz nach 19 Uhr am Kottbusser Tor mit einer Schweigeminute für alle Opfer des türkischen Staatsterrorismus und Redebeiträgen über die aktuellen Ereignisse in Istanbul auf deutsch und türkisch begann zogen die ca 400 Menschen durch den Kreuzberger Kiez und skandierten Parolen wie „„Katıl devlet hesap verecek“ (Der Mörder-Staat wird Rechenschaft zollen!“) “ und, „anticapitalista“, „Hoch die internationale Solidarität“.

Vor der von Flüchtlingen besetzten Gerhard – Hauptmann – Schule in der Ohlauer Strasse wurde sich lautstark mit den Kampf der Flüchtlinge gegen die rassistische deutsche Asylpolitik solidarisiert und die Polizeirepression am Breitscheidtplatz vom vergangenen Dienstag verurteilt. Kurz nach 21 Uhr endete die Demo wieder am Kottbusser Tor mit einem Aufruf sich am kommenden Samstag an einer Demonstration gegen Krieg und in Solidarität mit den Antifaschistinnen in Ukraine und am darauffolgenden Samstag an einer „Capuculu-Parade“ zum Jahrestag der Gezi-Proteste zu beteiligen. Trotz eines massiven Polizeiaufgebotes kam es zu keinen Zwischenfällen.

In Köln sind heute zwischen 40 und 70 000 Menschen gegen den Besuch von Erdogan auf die Strasse gegangen, in der Türkei halten die Proteste gegen den Polizeimord weiter an.

Fotos: 1 (mehr…)

24.Mai: Stoppt den Terror der türkischen Polizei!

Uğur Kurt – Katil Polis!
Stoppt den Terror der türkischen Polizei!

Am 22.Mai hat die Istanbuler Polizei den 30.jährigen Uğur Kurt in den Kopf geschossen. Die Polizei hatte auf eine Protestaktion linker Jugendlicher gegen den Mord an den 15-jährigen Berkin Elvan das Feuer eröffnet und den unbeteiligten Kurt dabei niedergeschossen. Aus Protest gegen die mörderische Praxis der türkischen Polizei und die autoritäre Politik des Erdogan-Regimes gehen wir am Samstag auf die Strasse. In Gedenken an Uğur, Berkin und alle Opfer des türkischen Staatsterrorismus!

Demo Yürüyüş 24.5
Samstag 19 Uhr Kottbusser Tor

Fotos aus Istanbul: 1
Video vom Mord

18.Mai: Mehrere hundert Gedenken an Soma


Mehrere hundert Menschen sind heute Nachmittag in Berlin Kreuzberg auf die Strasse gegangen um ihre Wut und Trauer über die Bergwerk-Katastrophe von Soma, bei der über 300 Arbeiter_innen ihre Leben verloren haben, auszudrücken. Mit dem Demonstrationszug durch den Kreuzberger Kiez protestierten sie gegen die Wirtschaftspolitik der neoliberalen AKP im besonderen und das weltweite System kapitalistischer Verwertung im allgemeinen, welches sie für den sogenannten „Arbeitsunfall“ verantwortlich machten. Auf Transparenten stand“ Soma – Der Mörder heisst Kapitalismus“. Auf vielfältige Weise zeigten sie ihre Solidarität mit den aktuellen Protesten in der Türkei und verurteilten die Polizeigewalt und Repression gegen die Hinterbliebenen und deren Anwälte.

Nach einer Schweigeminute für die Opfer und mehreren Redebeiträgen zogen die Demonstrant__innen vom Kottbusser Tor über die Skalitzer Strasse und die Oranienstrasse zum Oranienplatz. Aktivist_innen der ARAB bildeten gemeinsam mit den Hevalz der kurdischen Jugend Berlin einen lautstarken und kämpferischen Block (Foto)

Videos: 1
Fotos: 1,2

Fotos von den Protesten in Istanbul
Bericht von der ersten Kundgebung am Mittwoch

4.Mai: Gedenkdemo für die Opfer des faschistischen Massakers von Odessa


Mehrere hundert Menschen haben heute am späten Nachmittag in Kreuzberg mit einer spontanden Demonstration den Opfern des faschistischen Massakers in Odessa gedacht und ihre Solidarität mit den Antifaschist_innen in der Ukraine gezeigt.

Immer wieder wurde die Mitverantwortung der deutschen Regierung und insbesondere des SPD-Aussenministers Frank-Walter-Steinmeier an dem faschistischen Progrom vom 2.Mai 2014 betont. Die deutsche Regierung hat gemeinsam mit anderen imperialistischen Nationen in den vergangenen Monaten und Jahren eine zentrale Rolle bei der Destabilisierung der Ukraine und der stärkung der faschistischen Bewegung gespielt. Die von Deutschland mitaufgebaute und unterstütze neue Kiewer Regierung, an der unter anderem die NPD-Schwesterpartei „Sloboda“ beteiligt ist, schürt gezielt nationalistische und anti-russischen Stimmungen in der Bevölkerung und führt im Moment eine blutige Militäroffensive gegen die Widerstandsbewegungen im Osten des Landes durch.

Die Demonstration, an der sich unterschiedlichste linke Organisationen aus Deutschland, der Türkei, Kurdistan, Griechenland uns Spanien beteiligten, begann kurz nach 18 Uhr am Kottbusser Tor mit einer Schweigeminute für die Opfer des Massakers von Odessa und der ukrainischen Militäroffensive im Osten des Landes. Im Anschluss wurde ein Brief eines Arztes aus Odessa verlesen, der die grausamen Ereignisse des Tages schilderte und fassungslos machte. Daraufhin sprachen Sevim Dagelen von der Bundestagsfraktion der Linkspartei und ein Gewerkschaftsaktivist und Antifaschist aus Griechenland, der zu einem gemeinsamen Kampf gegen die wachsende faschistische Bedrohung über alle Ländergrenzen hinweg aufrief.

Anschliessend zogen die 300 – 400 Demonstrierenden vom Kottbusser Tor durch die Skalitzer und Oranienstrasse zur Protestmahnwache der Flüchtlingsbewegung am Oranienplatz. Während der kurzen und kraftvollen Demonstration wurde immer wieder auf die Notwendig hingewiesen jetzt eine breite linke, antimilitaristische und antifaschistische Anti-Kriegs-Bewegung aufzubauen und dieses Feld der politischen Auseinandersetzungen nicht den obskuren und nationalistischen Kräften der „neuen Montagsdemonstrationen“ aufzubauen. Scharfe Kritik wurde in diesem Zusammenhang auch an dem ohnmächtigen Schweigen der radikalen Linken zu den Ereignissen in der Ukraine artikuliert. „Wenn die radikale Linke nicht in der Lage ist auf der Strasse Widerstand gegen die deutsche Kriegspolitik zu organisieren brauchen wir uns nicht zu wundern wenn die Menschen Rattenfängern wie KenFM oder Jürgen Elsässer nachlaufen.“ äusserte in diesem Zusammhang ein Vertreter der Antifaschistischen Revolutionären Aktion Berlin.

Kurz vor Acht endete die Demonstration an der Flüchtlingsmahnwache am Oranienplatz, wo zu einem gemeinsamen Kampf gegen Rassismus, Nationalismus, Krieg und das kapitalistische Wirtschaftssystem aufgerufen wurde. Turgay von der revolutionären Flüchtlingsbewegung sprach den hinterbliebenen des Massakers in Odessa in einem abschliessenden Redebeitrag sein Beileid aus und zeigte den Zusammenhang zwischen Kapitalismus, Faschismus, Krieg und der rassistischen eruopäischen Flüchtlingspolitik auf. Mit einem Appell die Flüchtlinge am Oranienplatz und den Hungerstreik am Alexanderplatz zu unterstützen und in den kommenden Tagen weitere explizit antifaschistischen und antimilitaristischen Proteste gegen die deutsche Einflussnahme in der Ukraine zu organisieren.

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8.April: Mehrere Tausend Menschen protestieren gegen Räumung des O-Platzes


Mehrere tausend Menschnen, mindestens 2000, haben am Abend spontan gegen die Räumung des Oranienplatzes und die „Spalte und Herrsche“-Politik des Berliner Senats protestiert. Vor allem Frau Kolat und Frau Hermann haben die Flüchtlings gegeneinander aufgehetzt, so das wir heute erleben mussten wie sich Flüchtlinge vor der belustigten Presse gegenseitig angriffen und ihr eigenes Camp in Trümmer schlugen.

Nachdem eine ganze Weile am Kottbusser Tor herumgestanden wurde ging es dann gegen 20:45 zügig los durch die Reichenberger Strasse Richtung Oranienplatz, der von einem Grossaufgebot abgesperrt war. Über den Wassertorplatz und die Skalitzer zurück zum Kotti und von dort über die Adalberstrasse und die Oranienstrasse zum Heinrichplatz. Hier versuchte das erste Mal ein grösserer Teil der Demo die Route zu wechseln und lief in die Mariannenstrasse, statt die Oranienstrasse weiter in Richtung Görlitzer Bahnhof zu laufen. Dieser Ausbruchsversuch wurde von der Polizei mit dem Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray unterbunden, vorherige Chancen die Route zu verlassen und unkontrolliert richtung Oranienplatz zu ziehen wurden leider nicht genutzt. Hier gab es auch die ersten Festnahmen.

Trotzdem war die Demo recht dynamisch, schnell, laut und wütend. Auch wen es wieder nicht gelang dem Polizeiapperat ernsthaft etwas entgegenzusetzen. Unter engen Spalier ging es dann weiter zur Flüchtlingschule am Görlitzer Bahnhof. Dort wurde die Demo von Anmelder für beendet erklärt, danach versuchten immer wieder Menschen kleine Spontanaufzüge in der Reichenberger Strasse, in der Ohlauer und am Spreeewaldplatz zu formieren. Die Polizei ging mit gewohnter brutalität vor, verhaftet mehre Menschen und kesselte diversen Gruppen von Demonstrant_innen ein. Einige Leute haben es zum Oranienplatz geschafft und harren dort auf der Mittelinsel aus, tanzen und singen. Aktuell sind überall in Kreuzberg Riotcops unterwegs, also passt auf euch auf! (mehr…)

5.April: Halt stand freies Kobane


Heute demonstrierten in Berlin etwa 500 Menschen in Solidarität mit der kurdischen Bewegung in Rojava (Nord-Syrien). Die KurdInnen in Rojava sehen sich in den vergangenen Tagen verstärkter Angriffe von Milizen der islamistischen Gruppierungen ISIS und Al Nusra ausgesetzt, rund um Kobani kommt es zu schweren Gefechten mit vielen Toten. Die kurdische Autonomiebewegung in Rojava hat während der vergangenen Jahre mitten in der Kriegssituation den Aufbau demokratischer Strukturen begonnen und muss diese jetzt an mehreren Fronten gegen Assad, aber vor allem gegen von der Türkei unterstützte islamistische Terrorgruppen verteidigen. Hier einige Fotos von der Demo
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11.März: Berkin Elvan – Kein Vergeben Kein Vergessen


Nach dem Tod des 14jährigen Jugendlichen Berkin Elvan, der im Juni 2013 während der Taksim-Proteste von der Polizei mit einer Tränengasgranate lebensgefährlich verletzt wurde und 6 Monate im Koma lag, kam es in der Türkei zu Massenprotesten und vielorts auch zu Nächtelangen Strassenschlachten mit der Polizei. An Berkans Beerdigung beteiligten sich zwischen 1 Millionen und 4 Millionen Menschen, es war einer der grössten Massenproteste die die Türkei jeh gesehen hatte. Auch in Berlin Kreuzberg gingen spontan bis zu 1000 Menschen auf die Strasse nachdem sich die Nachricht von Berkans Tod rumgesprochen hatten. Spontan wurde am Kottbusser Tor eine Trauerstelle mit Kerzen eingerichtet, die über eine Woche lang bestand hatte. Am 12.März gingen 2000 Menschen für Berkin auf die Strasse, die Polizei versucht die Demo zu eskalieren indem sie einen der Veranstalter unter fadenscheinigen Begründungen verhaftete.

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